+
Vor knapp einem Jahr ? Mitte Februar 2018 ? entstand dieses Foto an der Nördlichen Riedwiese. Ende kommender Woche soll die Erde endlich komplett abgefahren sein. Archivfoto: Jochen Reichwein

Bauprojekt in Oberursel

Nächste Woche ist die Erde weg: Gewerbegebiet „Nördliche Riedwiese“ geht voran

  • schließen

Das Gewerbegebiet „Nördliche Riedwiese“ nimmt Gestalt an – doch noch immer liegen auf dem Gelände Reste der vieldiskutierten Erdhügel, die ein Unternehmer hinterlassen hatte. Während die Erde Anfang Februar weg sein soll, gibt es in Sachen Geld noch Gesprächsbedarf.

Oberursel - Das Gewerbegebiet Nördliche Riedwiese wächst, die Erdmassen werden kleiner: Während die Gebäude der Unternehmen Gestalt annehmen, verschwinden sukzessive die Erdhügel, die seit langem Gesprächsthema in Verwaltung, Politik und Bürgerschaft sind. Spätestens Ende kommender Woche solle die Erde komplett abgefahren sein, sagte Arnold Richter, Leiter des Geschäftsbereichs Stadtentwicklung im Rathaus, gestern im Gespräch mit dieser Zeitung.

Zur Erinnerung: Im September vergangenen Jahres hatten die Stadtverordneten 500 000 Euro freigegeben. Das Geld wurde benötigt, damit die Stadt jene Erdhügel abtransportieren lassen konnte, die ein Erdbauunternehmer auf der Gewerbegebietsfläche zwischen Frankfurter Landstraße, Ludwig-Erhard-Straße und Gablonzer Straße hinterlassen und nicht abgefahren hatte. Zuvor hatten Kommunalpolitiker immer wieder auf das Problem hingewiesen. Alles in allem werden 18 000 Tonnen Erde es laut Richter am Ende gewesen sein.

„Mit den Kosten sind wir im Rahmen geblieben“, sagte Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) am Mittwochabend in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses. Ehe Brum das Gremium auf den aktuellen Stand brachte, hatte die TZ mehrfach im Rathaus in Bezug auf Abfuhr und Kosten nachgefragt.

„Wird nicht viel nutzen“

Nach Siegen in zwei Verfahren am Landgericht Frankfurt gegen den Erdbauunternehmer steht der Stadt, vereinfacht ausgedrückt, Geld zu. Etwa 270 000 Euro, wie Richter konkretisierte. Aber: „Das wird im Zweifelsfall nicht viel nutzen“, sagte Brum im Ausschuss. Denn der Erdbauunternehmer ist, wie berichtet, insolvent.

Darüber hinaus versucht die Verwaltung, von anderen Beteiligten einen Teil der 500 000 Euro zurückzubekommen. „Wir führen recht positive Gespräche“, sagte Richter. Andere Beteiligte – das können Firmen sein, die an der Riedwiese ansässig sind, aber auch jene, von deren Baustellen die Erde an die Frankfurter Landstraße gekarrt wurde. Um die Beteiligten ausfindig zu machen, steht der Stadt ein Anwalt zur Seite.

Damit sich solche Fälle wie der Erdbergbau an der Nördlichen Riedwiese nicht wiederholen, hat die Stadt laut Brum „Maßnahmen zur Risikobegrenzung“ ergriffen. Einen „Alarm- und Notfallplan“ nannte es Richter – oder auch: „eine Art Task-Force“. Damit ist, kurz gefasst, geregelt, welche Stelle sofort handeln kann.

Neuer Fall in Weißkirchen

Einen weiteren Fall von Erdansammlungen gibt es bereits. „Auch am Weißkirchener Bahnhof liegen Halden auf einem städtischen Grundstück“, sagte Georg Braun (OBG) in der Sitzung des Bauausschusses. Seine Bürgergemeinschaft war schon in Bezug auf die Erdhügel an der Frankfurter Landstraße besonders kritisch gewesen.

Am S-Bahnhof geht es um eine Fläche auf der Steinbacher Seite der Bahnlinie, nahe dem dortigen Gewerbegebiet „Im Gründchen“, wo Erde aufgetürmt wurde. Dort handele es sich um Recyclingmaterial, sagte Richter. Die Masse an Erde sei jedoch zu groß. Das Regierungspräsidium habe die Fläche bereits im Fokus, betonte Richter. Auch dazu gebe es Gespräche.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare