Nassauer als Einbahnstraße?

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Über die künftige Verkehrsführung am Bahnhof wird schon lange gestritten. Jetzt gibt es eine neue Variante, die vor allem die Anwohner der Nassauer Straße zwischen Berliner und Pfingstweidstraße vom Verkehrslärm entlasten soll.

Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass die Stadt und die Mehrheit des „Runden Tischs“ einen Vorschlag für die künftige Verkehrführung am Bahnhof vorstellten. In der Zwischenzeit haben die Planer im Rathaus den Entwurf noch einmal geprüft – und einige Punkte verändert. Ihr Ziel: die Lärmbelastung an der Nassauer Straße – vor allem zwischen Drei-Hasen-Brücke und Berliner Straße – zu verringern. Denn dafür hatten Anwohner nachdrücklich plädiert.

Mit den Entwürfen, die nun vorliegen, soll dieses Ziel erreicht werden. Die TZ hat zum Thema im Rathaus nachgehakt. Wichtigste Änderung ist demnach: Die Nassauer Straße wird von der Drei-Hasen-Brücke in Richtung Innenstadt bis in Höhe Zeppelinstraße Einbahnstraße. Stadtauswärts, also zurück zur Brücke, geht es in diesem Abschnitt über eine neu zu bauende Einbahnstraße, die unmittelbar hinter den Grundstücken Nassauer Straße 17 bis 39 entlangführt. Per Schallschutzwand soll dort der Verkehrslärm von den Häusern ferngehalten werden.

Zusammengeführt werden beide Einbahnstraßen über einen Kreisel in Höhe der Zeppelinstraße, der nicht auf der jetzigen Trasse der Nassauer liegt, sondern ein Stück in Richtung S-Bahngleise abrückt. Wer aus Richtung Drei-Hasen-Brücke kommt, kann direkt in die Zeppelinstraße abbiegen beziehungsweise über den Kreisel in drei Richtungen weiterfahren: Innenstadt, Bahnhof oder zurück über die neue Einbahnstraße zur Drei-Hasen-Brücke. Der Vorschlag bislang sah vor, den Verkehr auf der Nassauer Straße zwischen Zeppelinstraße und Drei-Hasen-Brücke weiterhin in beide Richtungen rollen zu lassen.

Die Nassauer zwischen Zeppelinstraße und Adenauerallee ist dann wie gewohnt zweispurig, also in beide Richtungen befahrbar. Allerdings rückt die Trasse auf dem Abschnitt bis zur Berliner Straße von der jetzigen Bebauung ab. Das war zwar auch schon so in dem Vorschlag, auf den sich der „Runde Tisch“ mehrheitlich geeinigt hatte. In der sogenannten Variante B, die Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) und Arnold Richter (Leiter der Stadtentwicklung) favorisieren, ist der Abstand zu den Häusern und dem davor geplanten verkehrsberuhigten Bereich aber größer: Zum Teil beträgt er mehr als 20 Meter. Auch auf dem Stück zwischen Berliner und Feldbergstraße ist mehr Platz zwischen Wohnbebauung und Straße, als in der Variante, auf die sich der Runde Tisch geeinigt hatte. Das bedeute auch hier weniger Lärm für die Anwohner, so die Planer. Zwischen Feldbergstraße und Adenauerallee verläuft die Trasse dann wie bisher. Und wie die Weingärtenumgehung an die Nassauer Straße angebunden werden soll, daran hat sich im Vergleich zum vorausgegangenen Entwurf nichts geändert.

„Vor allem die

Lärmproblematik

hat dazu geführt, noch einmal über die Verkehrsführung nachzudenken“, erläutert Bürgermeister Brum im Gespräch mit der TZ. Der Vorschlag, die Nassauer Straße stadteinwärts zur Einbahnstraße zu machen, sei auch 2013 Thema bei den Treffen des „Runden Tischs“ gewesen. „Damals ist das aber als nicht so zielführend eingestuft worden“, ergänzt Richter.

Die beiden neuen Entwürfe, die bereits Vertretern des „Runden Tischs“ vorgestellt wurden, unterscheiden sich in mehreren Punkten. Da geht es etwa um den Abstand zwischen Wohnbebauung und Nassauer Straße, der in Variante A größer ist als in Variante B.

Geplant ist jetzt erst einmal, Gespräche mit den Anwohnern zu führen. Damit sie sich auf die Diskussion mit der Stadt vorbereiten können, wollte die Stadt gestern Nachmittag die Pläne auf ihre Homepage () stellen. Wie berichtet, hatte es damals zu dem vom „Runden Tisch“ vertretenen Vorschlag heftige Kritik vom Bürgerforum Brunnentreff und der Initiative Nassauer Straße gegeben. Die Reaktionen jetzt dürften nicht lange auf sich warten lassen.

Den Verkehr zu entzerren und durch den Kreisel auch zu verlangsamen, zudem „vernünftige Flächen“ zu erhalten, auf denen Betriebe/Unternehmen angesiedelt werden können – Brum und Richter sehen dies durch die aktuellen Entwürfe gewährleistet. Dadurch, dass für die Nassauer stadteinwärts auf dem ersten Abschnitt nur eine Fahrspur benötigt würde, ergebe sich Platz, die Straße ganz anders zu gestalten, sagen beide. Bäume könnten dort zum Beispiel gepflanzt werden.

Klar ist auch, die jetzigen Vorschläge lassen sich nur realisieren, wenn die Raab-Karcher-Filiale, die ihren Sitz an der Nassauer Straße hat, umzieht. Für das Unternehmen wird, wie berichtet, ein Grundstück im Gewerbepark Drei Hasen freigehalten. Eine freie Fläche für das Unternehmen ließe sich vermutlich auch im Bahnhofsgebiet finden. Allein das bisher nicht genutzte Areal östlich des geplanten Kreisels entlang der S-Bahn-Trasse bis zur Drei-Hasen-Kreuzung ist gut 12 000 Quadratmeter groß.

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