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Neubau des Eltern-Kind-Bereichs im Freibad: 1,71 Millionen Euro fürs Planschbecken

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Von: Manuela Reimer

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Die 30 Jahre alte Kleinkinderanlage des Freibads ist technisch und optisch nicht mehr auf dem Stand der Zeit.
Die 30 Jahre alte Kleinkinderanlage des Freibads ist technisch und optisch nicht mehr auf dem Stand der Zeit. © Stadtwerke

Die Fraktionen sind sich im Ausschuss einig und empfehlen den Neubau des Kleinkinderbereichs im Taunabad. Das neue Becken soll attraktiver und sicherer werden.

Oberursel - Jetzt steht das Investitionsvolumen fest: Der Neubau des Eltern-Kind-Bereichs im Oberurseler Freibad dürfte die Stadt rund 1,71 Millionen Euro kosten. Weil die Summe noch nicht klar war, als das Parlament den Haushalt 2022 beraten und beschlossen hatte, stand jetzt eine Nachtragssatzung auf der Tagesordnung des Haupt-, Finanz- und Digitalisierungsausschusses. Die Fraktionen gaben geschlossen grünes Licht. Am 19. Mai soll noch die Stadtverordnetenversammlung zustimmen.

Die Stadt will den neuen Kleinkinderbereich in voller Höhe über einen Kredit finanzieren, wie es in der Vorlage heißt. Dass das alte Outdoor-Planschbecken des Frei- und Hallenbads Taunabad an der Altkönigstraße, das die Stadtwerke betreiben, marode ist und dringend saniert werden muss, wurde schon im vergangenen Jahr bekannt. Doch erst diesen Februar wurde die Entwurfsplanung inklusive Kostenberechnung fertig, die der Magistrat in Auftrag gegeben hatte.

Demnach weist das rund 30 Jahre alte Becken, das auf dem Freibadgelände oberhalb des Schwimmerbeckens liegt und keramisch ausgekleidet ist, außer altersbedingten Schäden auch funktionale Mängel auf: In dem Papier ist beispielsweise von einer nicht normgerechten Funktionsweise der Wasseraufbereitungsanlage sowie fehlenden separaten Entleerungsmöglichkeiten die Rede; auch Energiesparpotenziale gebe es nicht. "Darüber hinaus bestehen funktionale Mängel insbesondere des Beckenkorpus und der Beckenauskleidung, die zum Ausfall des Betriebs oder zu Verletzungen der Kinder führen können." Ganz abgesehen davon seien sowohl eine "Attraktivitätssteigerung" als auch eine Verbesserung der Übersichtlichkeit der Anlage nötig, damit Familien ihren Nachwuchs jederzeit im Blick haben. Die Stadt möchte deshalb den kompletten Bereich sanieren und modernisieren lassen: Die Entwurfsplanung beschreibt für die Neugestaltung des Planschbeckens zwei durch eine Rutschenrampe verbundene Edelstahlbecken, in denen mehrere Attraktionen wie Wasserpilze und Spritzdüsen stehen sollen.

Bach mäandert ins untere Becken

"Das untere Becken hat eine Wassertiefe von fünf bis 30 Zentimeter, der sogenannte Strand ermöglicht es kleinen Kindern, sich langsam an ein Wasserbecken zu gewöhnen", schreiben die Büros ist-Energieplan (Müllheim) und bauraum (Konstanz). Das obere Becken soll 20 bis 40 Zentimeter tief sein. Insgesamt gib es 200 Quadratmeter Wasserfläche.

An die Becken grenzt der ebenfalls vorgesehene "Spraypark" mit einer Fläche von 180 Quadratmetern. Zentrales Element: das Kleinkinderbecken "Meeresauge", über dessen Rand das Wasser in einen sich mäandernden Bach bis ins untere Becken des Planschbeckens fließe. Begleitet werde der Wasserlauf von zehn weiteren Attraktionen. Die Bagger sollen im Winter anrollen: "Zum Saisonbeginn 2023 soll das Kinderbecken wieder zur Nutzung zur Verfügung stehen", heißt es in der Vorlage.

Im Nachtragshaushaltsplan steht aber nicht nur das Kleinkinderbecken: Auch die Stadthalle wurde teurer. Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen schlagen mit knapp 200 000 Euro zu Buche, die den Stadtwerken als erhöhter Verlustausgleich überwiesen werden. Das ordentliche Ergebnis 2022 verändert sich: Im Nachtragshaushalt steht unterm Strich ein Defizit in Höhe von 13,05 Millionen Euro. Zuvor waren es 12,86 Millionen Euro minus. Da ist es gut, dass sich der Ausschuss wenigstens über den Jahresabschluss 2021 freuen konnte: Statt eines Defizits hat die Stadt einen deutlichen Überschuss zu vermelden, was sehr positiv sei, sagte Kämmerer Jens Uhlig (CDU). Das Plus ist beachtlich: Bei einem geplanten Defizit in Höhe von rund acht Millionen Euro beläuft sich das Ergebnis nicht auf minus, sondern auf plus 8,4 Millionen Euro.

Wie schon 2020 sei das vergangene Jahr - entgegen aller Schätzungen - durch ungewöhnlich hohe Steuererträge geprägt gewesen. Im laufenden Jahr liege man bei den Steuereinnahmen bislang "auf Kurs", so Uhlig. Nicht absehbar sei, ob und wie sich der Krieg auf Oberursels Finanzen auswirkt; mögliche Gas- oder Öl-Lieferstopps könnten einen Einbruch bringen. Uhlig: "Wenn Unternehmen nicht mehr fertigen können, zahlen sie keine Gewerbesteuer."

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