Die bilinguale Swiss International School in Oberursel hat bald eine eigene Turnhalle. Zum Richtfest waren viele Gäste erschienen.
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Die bilinguale Swiss International School in Oberursel hat bald eine eigene Turnhalle. Zum Richtfest waren viele Gäste erschienen.

Richtfest gefeiert

Neuer Baustein in der Oberurseler Schullandschaft

  • VonMatthias Pieren
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Die Swiss International School hat Richtfest für ihre neue Turnhalle gefeiert und dabei auch ihr schulisches Angebot vorgestellt. Wer die Einrichtung besucht, wird zweisprachig unterrichtet.

Oberursel -Es war das letzte Richtfest eines Schulneubaus, an dem Hans-Georg Brum (SPD) als Bürgermeister die Grußworte der Stadt Oberursel überbrachte. "Die Swiss International School passt in unsere weltoffene Stadt, sie entspricht unserem Leitbild", sagte der scheidende Rathauschef, als die zweisprachige private Ganztagesschule am Freitagnachmittag beim Richtfest ihrer neuen Turnhalle erstmals ins Licht der Öffentlichkeit rückte.

Ein halbes Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie hatte die zur Klett-Gruppe gehörende Einrichtung - kurz SIS - im Herbst 2020 mit 20 Kindern ihren Schulbetrieb gestartet. "Im zweiten Jahr hat sich die Schülerzahl bald verdoppelt", teilt Standortleiter Daniel Lauris mit und fügt hinzu:. "Unsere Grundschule mit Eingangsstufe wächst stetig. Ebenso wächst das Schulgelände, im kommenden Jahr wird unsere neue Turnhalle fertig sein."

Eine wechselvolle Geschichte

Hans-Georg Brum war es, der die Bedeutung der SIS als weiteren Baustein in der Oberurseler Schullandschaft hervorhob, aber auch die anwesenden Schülerinnen und Schüler persönlich begrüßte. Zugleich warf Brum ein kurzes Streiflicht auf die wechselvolle Geschichte der Immobilie. "Unsere ohnehin schon breite Schullandschaft wird mit der SIS nochmals ergänzt. Vielen Eltern sind die Klassen in den staatlichen Schulen zu groß, hier wird in kleineren Einheiten unterrichtet", sagte er. Das zuvor in der Immobilie beheimatete Private Urselbach-Gymnasium musste Ende 2017 schließen, da die Gesellschafter keine finanzielle Unterstützung mehr vom türkischen Staat erhielten. "Anfang der 1980er Jahre hatte ein indischer Investor das Gebäude gebaut, der sich zur Einweihung mit dem Hubschrauber hier einfliegen ließ", erinnerte Brum an die Anfänge. Dieser habe Oberursel als europäisches Zentrum für sein Imperium auserkoren. Doch die großen Träume platzten, der Investor sei genauso schnell wieder verschwunden, wie er gekommen war. Es folgte die Nutzung der Immobilie als Bürogebäude, bevor das Haus erstmals eine Schule beherbergte.

"Als unser Gymnasium einen Neubau erhielt, diente dieses Gebäude als Ausweichquartier für den Unterricht zahlreicher Klassen", berichtete Brum. Anschließend sei hier die erwähnte türkische Privatschule gegründet worden. "Die Stadt Oberursel ist froh, dass Sie gekommen sind und den weltoffenen Gedanken weiterführen wollen. Ich wünsche der Schule eine erfolgreiche Zukunft", rief Brum den neuen Betreibern zu.

Beim Richtfest bot sich interessierten Bürgern die Möglichkeit, sich über die Schule und den Fortschritt des Neubaus zu informieren und mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Neben Standortleiter Lauris standen auch SIS-Geschäftsführerin Verena Simpson sowie die Eigentümer der Immobilie den Gästen Rede und Antwort.

"Die SIS Frankfurt ist eine private Ganztagesschule mit durchgängig zweisprachigem Unterricht und Schulalltag in Deutsch und Englisch, die sich an einheimische sowie an international mobile Familien richtet", erläutern die Verantwortlichen der SIS und begründen damit den eigentlich nicht zutreffenden Namen als SIS Frankfurt. Die Schule sei ganztägig geöffnet und biete "ein anspruchsvolles und verlässliches Betreuungsprogramm."

Mit der Stuttgarter Klett-Gruppe und der Kaleidos Bildungsgruppe aus der Schweiz stehen hinter der SIS zwei privatwirtschaftliche Bildungsunternehmen, die in deutschsprachigen Ländern und in Brasilien 17 Schulen mit insgesamt 3800 Schülern betreiben. In Deutschland sind es 1600 Kinder und Jugendliche, die an sieben Standorten vom Kindergarten über die Grundschule bis zum Abitur unterrichtet und betreut werden. von matthias pieren

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