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Immobilienpreise explodieren: „Für Normalverdiener kaum erschwinglich“

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Von: Gabriele Calvo Henning

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Die Immobilien am Rande des Maasgrund-Weihers gehören zu den teuersten der Stadt.
Die Immobilien am Rande des Maasgrund-Weihers gehören zu den teuersten der Stadt. © jp

Im vergangenen Jahr wurde in Oberursel mit Immobilien ein Rekordumsatz gemacht. Das liegt an steigenden Preisen, denn die Anzahl der Transaktionen ist rückläufig.

Oberursel – Der neue Immobilienmarktbericht, den der Gutachterausschuss am Freitag (29. April) nach einer Corona-bedingten Pause wieder offiziell vorstellen konnte, wartet gleich mit einem Rekord auf: Im vergangenen Jahr, auf den sich das Zahlenwerk bezieht, wurde soviel Geld mit Immobilien umgesetzt, wie nie zuvor. Mit 302 Millionen Euro wurde der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um satte 64 Millionen übertroffen.

Diese Zahl aber, die sämtliche getätigten Immobiliengeschäfte für 2021 in einem Wert zusammenfasst, bedeutet nicht, dass im gleichen Verhältnis Immobilien die Besitzer gewechselt haben und ver- oder gekauft, verschenkt, getauscht oder versteigert wurden.

Immobilien in Oberursel (Hochtaunuskreis): Zahl der getätigten Transaktionen rückläufig

Tatsächlich ist die Zahl der getätigten Transaktionen rückläufig. Im vergangenen Jahr blieb man mit 479 insgesamt deutlich unter der 500er-Marke. Dass es insgesamt nur 400 Kaufverträge gegeben habe, sei so wenig wie schon seit langem nicht mehr, so Lothar Hecker, der Vorsitzende des Gutachterausschusses bei der Präsentation des Berichts. Dass trotzdem der oben genannte Rekordumsatz zusammengekommen ist, hat vor allem einen Grund: In Oberursel sind die Preise für Immobilien weiter gestiegen. Es bleibt bei einer weiterhin hohen Nachfrage, die durch das vorhandene Angebot längst nicht abgedeckt werden kann. Der Markt reagiert mit immer weiter steigenden Preisen. Gerade im Neubausegment weist der Bericht Höchstwerte bei den Verkaufspreisen aus und stellt dazu fest, dass „die für Normalverdiener kaum noch erschwinglich sind.“

Für Bürgermeisterin Antje Runge (SPD) müssen von kommunaler Seite deshalb „die Steuerungsinstrumente, die wir haben, geprüft werden.“ Dazu zählt sie Vorgaben mit eindeutigen Bedingungen für Bauträger und die Einhaltung der von 30 Prozent günstigem Wohnraum. Zugleich kündigte sie einen Stadtentwicklungsplan an, in dem bestimmte Standards aufgeführt werden sollen, denn der Markt alleine könne längst nicht alles regeln.

Immobilienpreise: 5,5 Millionen Euro für Haus im Maasgrund in Oberursel

Für eine Neubauwohnung mussten 2021 durchschnittlich 6700 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden. Für ein frei stehendes Einfamilienhaus musste man durchschnittlich 1,25 Millionen Euro auf den Tisch legen. Das teuerste Objekt in dieser Kategorie kostete im ohnehin sehr teuren Maasgrund 5,5 Millionen. Die durchschnittliche Doppelhaushälfte kostete mehr als 800.000 Euro, ein Reihenhaus gab es im Mittel für 650.000 Euro, aber auch über eine Million wurde für ein solches bezahlt. Neben dem Maasgrund zählen auch Bereiche von Oberstedten und Camp King zu den teuren Pflastern.

Laut Bericht hat sich, was Wohnbaugrundstücke betrifft, „die Preisschere zwischen dem niedrigsten und höchsten Kaufpreis wieder stark geöffnet“. Zahlte man 2016 durchschnittlich noch 998 Euro pro Quadratmeter, waren es im vergangenen Jahr durchschnittlich bereits 1398 Euro pro Quadratmeter, wobei die Spanne von 750 und 2485 Euro reicht

Kein Wunder, dass die ebenfalls neu ermittelten Bodenrichtwerte, die als Marker für die Wertermittlung von Immobilien herangezogen werden, um 15 Prozent gestiegen sind. Diese werden für die Brunnenstadt für 82 Zonen erhoben, in denen die Grundstücke vergleichbar sind. Gerade die aktuell ermittelten Werte werden bei der laufenden Grundsteuerreform eine wichtige Rolle spielen und deren Festlegung als Datenbasis beeinflussen, auch in Oberursel mit seinen rund 20.000 Wohneinheiten, so Hecker. Das könne noch spannend werden, wenn die Grundsteuerreform 2025 wirksam wird und sich Berechnungsgrundlagen ändern. (Gabriele Calvo Henning)

Im ganzen Hochtaunuskreis ziehen die Preise weiter an, zum Teil sehr deutlich. Das zeigt der Immobilienmarktbericht des Gutachterausschusses für die Region Limburg, zu der auch elf der 13 Hochtaunuskommunen gehören.

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