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Oberursel: 16 000 Euro für Stadtbücherei

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Von: Jochen Dietz

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Die Stadtbücherei im Herzen der Altstadt hat mit ihren Angeboten und ihrem Konzept bundesweiten Modellcharakter.
Die Stadtbücherei im Herzen der Altstadt hat mit ihren Angeboten und ihrem Konzept bundesweiten Modellcharakter. © Reichwein, Jochen

Die Bibliothek bekommt Geld aus Bundesprogramm für den Ausbau ihrer Digitalangebote. Obendrein wird sie als bundesweite Vorzeigeeinrichtung mit Modellcharakter ausgezeichnet.

Oberursel -Die Stadtbücherei hatte sich im vergangenen Jahr mit dem Projekt "Digital Macht Bibliothek" für eine Förderung aus dem Programm "Wissenswandel" der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) beworben. Nun kam laut Mitteilung aus dem Rathaus die freudige Nachricht, dass sie 16 000 Euro bekommt.

Zudem sei das Projekt als eines "mit Modellcharakter" ausgezeichnet worden. Nur 16 von 500 Einrichtungen hätten diese Auszeichnung bekommen. Sie mache es möglich, das digitale Angebot der Bücherei deutlich auszubauen. Mit dem Geld habe die Bücherei 16 iPads, einen iPad-Koffer und unterschiedliche Lizenzen erstanden und möchte drei Projekte umsetzen:

Erstens: Mit medienpädagogischen Boxen für Kitas leiste sie einen Beitrag zur frühkindlichen Medienbildung. Auch Horte sollen von dem neuen Angebot, das voraussichtlich im Sommer starten wird, profitieren. Die kostenlos für vier Wochen zu entleihenden Boxen enthalten zwei bis vier iPads und ausgearbeitete Konzepte für unterschiedliche medienpädagogische Veranstaltungen. Die Konzepte können von den Fachkräften der Einrichtungen 1:1 umgesetzt oder aber an eigene Ideen und Vorstellungen angepasst werden. Mit den Boxen und iPads möchte die Stadtbücherei, die schon lange medienpädagogische Workshops für Kinder anbietet, ihr Wissen weitergeben und pädagogische Fachkräfte unterstützen. Derzeit erstellten Monika Mertens, Leiterin der Kinderbücherei, und FSJler Nils Ebert zwei Boxen zum Thema Legetrickfilm für Kinder ab vier und ab sechs Jahren. Beim Legetrickfilm wird die Freude der Kinder an digitalen Geräten wie dem Tablet genutzt, um in Kleingruppen einen kurzen Trickfilm zu erstellen.

Zugriff auf 7500 Zeitungen

Zweitens: Der "Pressreader" sei ein Online-Presseportal und verschaffe Zugriff auf mehr als 7500 tagesaktuelle, internationale Zeitungen, Zeitschriften und Magazine aus 150 Ländern in über 60 Sprachen. Damit könne häufig noch vor Erscheinen der Print-Ausgabe bereits die Online-Version gelesen werden. Das Archiv reiche bis zu 90 Tage zurück.

Geplant sei auch, in der Bibliothek zwei iPads zum Lesen bereit zu stellen. Vorgesehen seien zudem interaktive digital-didaktische Bücherei-Rallyes mit der App "Actionbound", die sich an die rund 1500 Oberurseler Schülerinnen und Schüler der Klassen sechs bis neun richte. Vermittelt werde etwa die Nutzung des Online-Katalogs sowie der Zugang zu den vielfältigen digitalen Angeboten der Stadtbücherei von den elektronischen Medien der Onleihe bis hin zu Online-Nachschlagewerken.

Im Rahmen eines Parcours mit quizartigen Fragen zum Informationsangebot der Bücherei erarbeiteten sich die jungen Menschen ihr Recherchewissen eigenständig und bauten spielerisch und kreativ ihre Medienkompetenz aus. Sie würden befähigt, das digitale und physische Angebot der Stadtbücherei zu entdecken und zu nutzen. Ziel sei, den Kindern einen bewussteren Umgang mit Medien, das Erlernen von Recherchetechniken sowie den Zugang zu vertrauenswürdigen Informationen zu vermitteln. Schulklassen, die in der Pilotphase in diesem Jahr an einer Actionbound-Büchereieinführung teilnehmen möchten, können sich für einen Termin mit der Bücherei in Verbindung setzen.

Drittens: Mit dem Programm "Wissenswandel" würden Bibliotheken und Archive dabei unterstützt, den Zugang zu ihren umfangreichen Angeboten und Beständen künftig auch unabhängig von einer Nutzung vor Ort in deutlich größerem Umfang als bisher zu sichern. "Sie sollen die Chance erhalten, neuartige digitale Formate der Wissens- und Informationsvermittlung zu entwickeln und ein nachhaltiges hybrides Angebotsportfolio mit einer Kombination aus digitalen und analogen Diensten dauerhaft und flächendeckend zu etablieren", heißt es.

Der Deutsche Bibliotheksverband DBV sei mit der Abwicklung des Programms, das Teil des Zukunftsprojekts "Neustart Kultur" der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) sei, betraut. Es solle die Folgen der Corona-Pandemie mildern und dazu beitragen, dass Bibliotheken und Archive ihre Angebote zur kulturellen Teilhabe unabhängig von ihren Öffnungszeiten zugänglich machen können. red

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