Regisseur Volker Zill (links) und KSfO-Geschäftsführer Udo Keidel-George wollen das Theater wieder im Park haben.
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Regisseur Volker Zill (links) und KSfO-Geschäftsführer Udo Keidel-George wollen das Theater wieder im Park haben.

Theater im Park

Oberursel: Alle wollen (wieder) auf die große Bühne

  • VonGabriele Calvo Henning
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Das Ensemble steht und die Proben starten im Februar. Auch der Kartenvorverkauf ist angelaufen.

Oberursel -Nach zwei Präsenz-Probelesungen, einer Corona-bedingten digitalen Runde und einem Mini-Casting ist es jetzt sozusagen amtlich: Regisseur Volker Zill hat sein Ensemble für die aktuelle Produktion für das "Theater im Park 2022" (TiP) beisammen. Rund 25 Interessierte waren bei den Lesungen dabei, sieben haben es ins Ensemble geschafft. Die Besetzung einer weiteren Rolle soll eine Überraschung werden, macht es der Regisseur spannend und verrät erstmal nichts.

Er freue sich sehr auf die Zusammenarbeit mit der neuen Truppe. "Ich denke, dass wir eine gute Mischung von Leuten haben, die schon im Park gespielt haben. Für andere ist es das erste Mal. Eine Mitspielerin war im vergangenen Jahr bei den Pop-Up-Aufführungen des König Ödipus vor dem Rathaus dabei", so Zill. War damals wegen Corona abermals keine Aufführung auf der großen Freilichtbühne im Park der Klinik Hohe Mark möglich, hoffen nun alle, dass es mit dem neuen Stück etwas mit dem Spielen im Grünen wird.

Das würde thematisch auch ganz gut passen, denn das Volksstück des zeitgenössischen Autors Fitzgerald Kusz heißt "Unkraut". Die Realsatire spielt in Reihenhausgärten und auf den dazugehörigen Terrassen. In diese scheinbare Idylle gut organisierter Grillfeste und ordentlich gestutzten Rasens bringt eine neue Familie, die mehr auf Wildwuchs steht, Schwung. Das schmeckt den Altbewohnern nicht so richtig. Die Konfrontation mit den Neuen lässt schwelende Konflikte aufbrechen und hält allen, auch dem Publikum, witzig-ironisch den Spiegel vor.

Bis zur Premiere am 6. Juli ist noch einiges zu tun. Die Proben starten im Februar. Ob die unter 2 G gleich in Präsenz laufen oder doch erstmal per Zoom-Meeting, ist noch nicht entschieden. Wegen der noch bis Ende Februar geltenden Corona-Vorgaben könne die Stadt selbst keine Räume zur Verfügung stellen, erklärt Udo Keidel-George, der Geschäftsführer des städtischen Kultur- und Sportfördervereins (KSfO), der das TiP ausrichtet. Aber vielleicht werde man noch woanders fündig oder man ziehe sich warm an und probe draußen. "Im Moment bleibt nichts anderes, als von Woche zu Woche zu denken und zu sehen, was geht", so ein gelassener Keidel-George.

Auf der Bühne

passiert ständig etwas

Ähnlich entspannt sieht es auch der Regisseur. Irgendetwas sei immer möglich, wobei es das Stück schon verlange, dass man zeitig in die Präsenzproben gehe. In den Szenen würde ständig etwas passieren. "Es wird Kaffee getrunken, gegessen oder Rasen gemäht, da muss schon alles passen", gibt Zill vor. Zwei Mal pro Woche sind Proben angesetzt, in der heißen Phase vor der Premiere wird auch am Wochenende geprobt. "Es soll alles ordentlich werden, und die Schauspielerinnen und Schauspieler sollen sich sicher fühlen", meint Zill.

Er geht fest davon aus, dass sich das neue Ensemble mit viel Spielfreude und Engagement einbringen werde. Im Moment schaue er zuversichtlich auf den Sommer, der wieder ein Sommer mit Theater im Park werden soll. "Die Menschen brauchen Kultur", ist er überzeugt.

Kein Theater ohne passendes Bühnenbild, das auch diesmal in einem schulischen Wettbewerb von Schülern der Hochtaunusschule entworfen wird. Genauso wie das Plakat, das für die Aufführungen im Juli und August werben soll. Erste Gespräche seien mit den zuständigen Lehrerinnen bereits geführt worden, so Keidel-George. Den Kulissenbau selbst wird voraussichtlich wieder Wojtek Wellenger übernehmen, der schon seit 2002 beim TiP dabei ist.

Zwar gebe es wegen der Pandemie noch einige Unwägbarkeiten, so der KSfO-Geschäftsführer, das sollte aber niemanden davon abhalten, sich jetzt schon mal Karten zu sichern. Keiner müsse Angst haben, im Falle eines Falles auf den Tickets sitzen zu bleiben, versichert Keidel-George. Der Vorverkauf jedenfalls läuft, 400 Karten sind bereits weg. Dazu kommen diejenigen, die die Karten vom vergangenen Jahr als Gutscheine behalten haben und sie nun für die neue Produktion einlösen können.

Das TiP war und ist eine Gemeinschaftsleistung, zu der als Unterstützer und Sponsoren neben der Klinik Hohe Mark, den Stadtwerken Oberursel und der Taunus Sparkasse auch eine Gruppe von drei Oberurseler Autohäusern und einer Autowaschanlage gehören, die sich zusammengetan haben, um das Projekt zu unterstützen. "Damit haben wir eine gute Basis für unsere Produktion", freut sich Keidel-George, der zudem mit der anpackenden Unterstützung des Oberurseler Theatervereins rechnen kann. alv

Termine und Karten

Die Premiere der Realsatire "Unkraut" von Fitzgerald Kusz findet am Mittwoch, den 6. Juli statt. Gespielt wird anschließend vom 8. Juli bis zum 13. August immer freitags und samstags von 20 Uhr an auf der Freilichtbühne im Park der Klinik Hohe Mark.

Die Karten sind zum Preis von 22 Euro zuzüglich einer Gebühr in allen bekannten Vorverkaufsstellen und über Frankfurt Ticket Rhein Main erhältlich. Die Hotline lautet (069) 13 40 400, online geht es über www.frankfurtticket.de. Die Karten an der Abendkasse kosten 25 Euro. alv

Mit seinem "Don Quijote" hat Regisseur Volker Zill 2018 das Publikum begeistert. Jetzt will er mit seiner Inszenierung von "Unkraut" zusammen mit dem neuen Ensemble an diesen Erfolg anknüpfen.

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