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Oberursel: Alternative Energien dringlicher denn je

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Von: Matthias Pieren

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Rund 60 Interessierte informieren sich bei der zweiten Oberurseler Solar-Party in der Adlerstraße über die Möglichkeiten und Kosten eigener Photovoltaikanlagen auf dem Dach.
Rund 60 Interessierte informieren sich bei der zweiten Oberurseler Solar-Party in der Adlerstraße über die Möglichkeiten und Kosten eigener Photovoltaikanlagen auf dem Dach. © map

Rund 60 Interessierte folgen der Einladung von Stadt und Lokaler Oberurseler Klimainitiative zur "Solar-Party" und informieren sich in der Oberstedtener Frühlingssonne über Photovoltaik.

Oberursel -Ja, die Vermutung liegt tatsächlich nahe: Bei der Einladung zur Solar-Party - immerhin bereits die zweite ihrer Art in der Brunnenstadt - haben sich nicht wenige Bürger gefragt, was denn das wohl schon wieder sein mag und umgehend an die legendären Tupper-Partys gedacht.

"Die Organisatoren dieser Veranstaltung haben keinerlei wirtschaftliche Interessen", stellte Bürgermeisterin Antje Runge (SPD) sogleich bei ihrer Begrüßung all derjenigen klar, die der Einladung zur Solar-Party in die Adlerstraße nach Oberstedten gefolgt waren. Veranstaltet vom Verein Lokale Oberurseler Klimainitiative (LOK) in Kooperation mit der Stadt wollten die Organisatoren mit der Informations-Veranstaltung vielmehr möglichst viele Bürgerinnen und Bürger erreichen.

Tatsächlich war die Resonanz erfreulich hoch. Gut 60 Solarinteressierte kamen in den Hof einer Oberurseler Familie, die das nach Süden geneigte Dach ihres Einfamilienhauses mit Photovoltaik-Modulen eingedeckt hat und Solarstrom selber erzeugt.

Gerade jetzt, wo die Energiepreise infolge des Krieges in der Ukraine nochmals sprunghaft gestiegen sind und die bestehende Energieversorgung in Deutschland infrage gestellt ist, wird die Frage nach Alternativen dringlicher denn je. Zum Glück hat sich im Rahmen des sogenannten "Wattbewerbs", an dem sich auch die Stadt Oberursel beteiligt, eine Projektgruppe "Nachhaltige Energie" gebildet.

"Schon bald nach unserer Gründung im Dezember 2019 haben im Rahmen der von uns gestarteten Initiative drei Bürger-Solarberater ihre Arbeit aufgenommen", berichtete Heinz Jungermann als Sprecher der LOK-Gruppe Energie. "Heute sind es nach intensiver Schulung bereits 15 Berater."

Städtische Förderung

privater Anlagen

Die Bürgermeisterin konnte den gespannt lauschenden Interessierten frohe Kunde geben: "Mitte April wird die Stadtverordnetenversammlung wohl den klaren Beschlüssen der Ausschüsse folgen und eine städtische Förderung für private Solaranlagen auf den Weg bringen", so Runge. "Diese wird dann bis zu 2000 Euro pro Antragsteller betragen."

Robert Rethfeld als Sprecher der Projektgruppe "Wattbewerb" dokumentierte anhand von Zahlen, dass man in Oberursel gewiss auf dem richtigen Weg sei, zunehmend Ökostrom auf den Dächern von Privathäusern als auch auf Gewerbeimmobilien zu produzieren.

Doch im Vergleich zu anderen deutschen Städten und Kommunen, die sich im Rahmen des Projektes dem Wettbewerb gestellt haben, einen möglichst hohen Prozentsatz der Dächer ihrer Stadt mit PV-Anlagen zu bebauen, steht Oberursel noch nicht gut da. "Der Wattbewerb hat vor gut einem Jahr begonnen", so Rethfeld. "Von den 8800 Dächern unserer Stadt sind heute erst 457 mit PV-Modulen belegt. Das sind gerade einmal fünf Prozent aller möglichen Dächer, die belegt werden könnten. Damit belegt Oberursel derzeit den 130. Platz von 220 teilnehmenden Kommunen." Ziel des Wattbewerbs ist der beschleunigte Ausbau von Photovoltaik. Gewonnen hat am Ende diejenige Stadt oder Kommune, die den größten zusätzlichen Ausbau bei der Solarenergie pro Einwohner schafft. Um den Menschen in der Brunnenstadt dabei auf die Sprünge zu helfen, können sie bei Interesse an einem Ausbau über die LOK Beratung durch genannte Bürger-Solarberater erhalten. Michael Kahlstätter ist einer jener 15 Berater aus der Bürgerschaft, die den Gästen der Solar-Party neben der Funktionsweise der PV-Paneele auch eine Einschätzung zur aktuellen Marktlage und den nötigen Investitionen sowie zur Wirtschaftlichkeit der Anlagen gab. Mehr Infos auf https://l-o-k.org/.

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