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Oberursel: Baggern und Pritschen am neuen "Bom-Beach"

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Von: Alexander Schneider

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Alexander Simon (links), Vorsitzender des benachbarten SV Bommersheim, überreicht TV-Vorsitzendem Dirk Müller-Kästner zur Einweihung der neuen Beach-Volleyball-Anlage einen Korb mit reichlich Sonnencreme.
Alexander Simon (links), Vorsitzender des benachbarten SV Bommersheim, überreicht TV-Vorsitzendem Dirk Müller-Kästner zur Einweihung der neuen Beach-Volleyball-Anlage einen Korb mit reichlich Sonnencreme. © jp

Der TV Bommersheim nimmt endlich seine langersehnte, eigene neue Beachvolleyball-Anlage in Beschlag. Im kommenden Jahr sollen hier die ersten Turniere ausgetragen werden.

Bommersheim -Die Odyssee hat ein Ende. Unter strahlendem Oktoberhimmel konnten die Volleyballer des TV Bommersheim (TVB) am Sonntag ihren neuen Beachvolleyballplatz an der Friedenslinde in Besitz nehmen und nach den Festreden schon einmal munter drauflos pritschen.

Jahrelang hatte man auf diesen Moment hingefiebert, aber nie gedacht, dass das, fast Ende Oktober, bei bestem "Schmetterwetter" stattfinden würde. Die Sonnencreme, Schutzfaktor 30, die Alexander Simon, Vorsitzender des gegenüberliegenden SV Bommersheim, mitbrachte, wird aber wohl erst nächstes Jahr ge-braucht. Dennoch war der Himmel am Sonntag so blau, dass es TVB-Chef Dirk Müller-Kästner förmlich Schuhe und Strümpfe auszog. Erstmals in Oberursel wurde ein neuer Sportplatz "unten ohne" eingeweiht. Beachvolleyball wird aber nun mal barfuß gespielt, und Müller-Kästner zog es nach dem Händeschütteln auch an den Strand.

Viele Ortswechsel

haben ein Ende

Was den Bodenbelag der Dreifeldanlage anbelangt, muss sich niemand mehr hinter Waikiki-Beach, der Copacabana und anderen Beachvolleyball-Hotspots verstecken. Der neue Sandkasten des TVB hat seinen Spitznamen bereits weg: "Bom-Beach". Das kommt, wie einer mutmaßte, von bombastisch, denn das ist der neue Sportplatz allemal.

Müller-Kästner referierte die Folge von Umzügen, die die Beachvolleyballer, mit 120 Mitgliedern die größte Abteilung des TVB, in den vergangenen Jahren hinter sich gebracht haben. Immer wieder seit Mitte der 1990er Jahre waren Spielfelder angelegt worden, die aber schon nach kurzer Zeit wegen anderweitiger Verwendung wieder aufgegeben werden mussten. So war man kurz in Stierstadt daheim, bis die Fläche für die neue Grundschule gebraucht wurde. Dann gab es eine Option am Rushmoor-Park, die aber auch nur von kurzer Dauer war, beim Asyl, das man den Volleyballern im Freibad gewährte, hatte man ebenfalls auf Sand gebaut, und das letzte Domizil musste geräumt werden, weil die Fläche Zufahrt zur Feldbergschule wurde. So war Müller-Kästners Wunsch, dass man sich wenigstens jetzt vor weiteren Schulbauten sicher fühlen könne, wohl gerechtfertigt. Erster Kreisbeigeordneter Thorsten Schorr (CDU) konnte beruhigen; er versprach, dass an der Friedenslinde wohl keine neue Schule geplant sei.

Für die neue Bürgermeisterin Antje Runge (SPD) war die Platzeinweihung einer der ersten Termine. Sie nannte den zum Schluss doch zügig verlaufenen Sportplatzbau Ausdruck des lebendigen Oberurseler Vereinslebens. Nur in der Gemeinschaft lasse sich so etwas stemmen, sagte sie und verband dies mit der Hoffnung, dass bald auch wieder jenseits des Zauns gebolzt werden kann. Den TVB lud sie ein, bei ihr anzuklopfen, sollte sich die noch offene Finanzierungslücke nicht mit Vereins- und Spendenmitteln schließen lassen. Sie sei sicher, dass die Stadt dazu einen Beitrag werde leisten können.

700 Tonnen

Spezialsand

Der nach dem ersten Spatenstich innerhalb von sieben Wochen errichtete Sportplatz kostet 150 000 Euro. 50 000 Euro kamen vom Landkreis, 28 000 Euro hat das vom Verein angestoßene Crowdfunding erbracht, und auch vom Land Hessen gab es Geld. 700 Tonnen Spezialsand wurden aufgebracht, 120 Meter Doppelstabzaun grenzen das Gelände ab. Die dem TVB als Ausgleichmaßnahme aufgegebene Pflanzung einer Hecke soll im kommenden Jahr folgen. Dann sollen, wenn alles klappt, auch schon Turniere auf der Anlage ausgetragen werden.

Schließlich haben die Volleyballer einen Ruf zu verteidigen: Die 1. Herrenmannschaft pritscht, baggert und schmettert in der Oberliga. Im Winter wird in Erwartung der ersten Freiluftsaison auf eigenem Platz darauf hintrainiert, allerdings in der Halle, draußen wäre es etwas fußkalt. Eine Entlastung von der wegen der Sporthallendach-Havarie an der Stierstädter IGS momentan eingeschränkten Hallenbelegung in Bommersheim bringt das neue Spielfeld also nicht, sagte Dirk Müller-Kästner. Er hofft, dass bald die geplante Traglufthalle für den Schulsport aufgebaut werden kann, damit die Halle der Erich-Kästner-Schule wieder dem Verein zur Verfügung steht.

Alexander Schneider

Nach der Einweihung der Beachvolleyball-Anlage des TVB geht es bei strahlendem Sonnenschein gleich sportlich los.
Nach der Einweihung der Beachvolleyball-Anlage des TVB geht es bei strahlendem Sonnenschein gleich sportlich los. © jp

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