Das ist der neue Vorstand des Stadtverbandes der CDU, der auf die Unterstützung durch Landrat Ulrich Krebs, Ersten Kreisbeigeordneten Thorsten Schorr und Stadtverordnetenvorsteher Lothar Köhler zählen kann.
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Das ist der neue Vorstand des Stadtverbandes der CDU, der auf die Unterstützung durch Landrat Ulrich Krebs, Ersten Kreisbeigeordneten Thorsten Schorr und Stadtverordnetenvorsteher Lothar Köhler zählen kann.

Modern-konservativ

Oberursel: CDU auf der Suche nach Profil

  • VonGabriele Calvo Henning
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Die Mitgliederversammlung bestätigt den Vorsitzenden Thomas Poppitz im Amt. Der neue Vorstand will künftig die Jugend stärker einbinden.

Oberursel -"Es sollte klar sein, dass es allerhöchste Zeit ist, darüber nachzudenken, wohin die Reise gehen soll." Für den alten und neuen Vorsitzenden des Stadtverbandes der CDU Oberursel, Thomas Poppitz, steht fest, es muss sich etwas verändern bei der CDU. Ein wichtiges Element nach der verlorenen Bürgermeisterwahl und dem historisch schlechten Abschneiden der Christdemokraten bei der Bundestagswahl ist für ihn die Verjüngung des Personals. "Das habe ich schon bei meinem Antritt als Vorsitzender so gesagt und ich bleibe dabei", so Poppitz gegenüber der TZ.

In seiner Rede vor der Jahreshauptversammlung des Stadtverbandes der CDU im Foyer der Stadthalle hatte Poppitz zuvor betont: "Die Jugend muss mehr eingebunden werden und mehr Verantwortung übertragen bekommen." Entsprechend froh zeigte er sich, nachdem er als Vorsitzender mit 48 von 66 gültigen abgegebenen Stimmen bestätigt worden war, darüber, dass der 23-jährige Martin Bollinger neben den wiedergewählten Ronja Quooß und Kerstin Giger mit großer Mehrheit zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde.

Bollinger, der seit der Kommunalwahl in der Stadtverordnetenversammlung sitzt, bedankte sich für das Vertrauen. Der Vorsitzende der Jungen Union Oberursel/Steinbach machte gegenüber dieser Zeitung klar, dass es darum gehen müsse, "auch die Fraktion weiter zu verjüngen", ohne auf die Erfahrung älterer Parteimitglieder zu verzichten. Die Mischung der neu gewählten, nunmehr acht Beisitzenden kann dafür durchaus als ein Zeichen genommen werden, und trägt vielleicht zu einer Aufbruchstimmung bei, von der bei der Jahreshauptversammlung nur wenig zu spüren war - trotz der rasanten Sitzungsleitung durch Landrat Ulrich Krebs.

Zwischen Erhalten und Erneuern

Vorsichtig tastend und im Ton sachlich kamen die Reden vor den rund 70 Parteimitgliedern, die unter der 3 G-Regel ins Stadthallenfoyer gekommen waren, von Poppitz und dem Fraktionsvorsitzenden in der Stadtverordnetenversammlung, Jens Uhlig, daher. Auch wenn Markus Koob wieder in den Bundestag einziehen konnte, fühlte sich die Bundestagswahl für Poppitz "nicht richtig an, es hat etwas gefehlt, ich nenne es mal den Esprit oder kurz auch die Hingabe, die wir alle sicherlich bei den vorherigen Wahlen gespürt haben." Ausdrücklich dankte Poppitz zusammen mit Bollinger dem Bürgermeisterkandidaten Carsten Trumpp für seinen Einsatz. Zwar sei man nach einem sehr engagierten Kommunalwahlkampf stärkste Fraktion im Stadtparlament und stelle mit Lothar Köhler den Stadtverordnetenvorsteher, dennoch gelte es zu analysieren, was verbessert werden kann.

Hier nennt Poppitz vor allem eine bessere Kommunikation, die stärkere Nutzung sozialer Medien und das erwähnte Einbinden junger Menschen als wesentliche Baustellen.

Jens Uhlig, der von der CDU als Stadtrat nominiert worden ist, warb für eine moderne konservative Politik. Man habe wichtige Initiativen in den vergangenen fünf Jahren auf den Weg gebracht. Nun gelte es "positive Dinge zu erhalten, aber auch zu verändern und zu gestalten."

Die bisherige Zusammenarbeit mit den Grünen in einer bewusst offen gehaltenen Kooperation nennt Uhlig gut. Als Schwerpunkte für die künftige Arbeit nennt er vor allem den Klima- und Umweltschutz, weniger Flächenversiegelung ("Es wird keine neuen großen Bauvorhaben geben") und den Ausbau von Radwegen. Für den Anschluss an die Weingärtenumgehung soll zusammen mit den Grünen endlich Planungsrecht geschaffen werden.

Zentral für ihn ist ebenso eine bessere Ausstattung der Kinderbetreuung. Die Herausforderung sei, das alles trotz einer schwierigen Haushaltslage zu stemmen.

Hier hakte das langjährige CDU-Mitglied Erwin Adolph kritisch nach: "Es geht nur um Ausgaben für Kitas und Radwege, aber nicht darum, woher dafür das Pulver kommen soll", und meinte damit die Ansiedlung von Gewerbe, das spürbar Steuern einbringt.

Tatsächlich sei es zuletzt nicht gelungen, potente Gewerbesteuerzahler anzusiedeln, so Uhlig, was aber verstärkt angegangen werden müsse, ohne die bestehenden Firmen und Betriebe aus dem Blick zu verlieren. Dafür aber brauche es "einen strukturierten, langfristigen Prozess, in dem attraktive Unternehmen aktiv angesprochen werden", so Uhlig. alv

Das neue Führungsteam des Stadtverbands

Der Bundestagsabgeordnete Michael Koob hatte sich nicht mehr als stellvertretender Vorsitzender aufstellen lassen. An seine Stelle wählte die Mitgliederversammlung Martin Bollinger, der zuvor bereits Beisitzer im Vorstand war.

Die von der Jahreshauptversammlung Gewählten:

Thomas Poppitz (Erster Vorsitzender), Ronja Quooß (stellv. Vorsitzende), Martin Bollinger (stellv. Vorsitzender), Kerstin Giger (stellv. Vorsitzende), Mitgliederbeauftragte Nadja Hallert, Schriftführer Dominik Ebert, Schatzmeister Johannes von Stietencron; zu Beisitzern wählte die Mitgliederversammlung Julia Becker, Christine Förder, Peter Haas, Marcus Hergenhahn, Mario Posavec, Michael Reuter, Christian Steffek und Swaantje Stelling.

Martin Bollinger (li.) und Thomas Poppitz (re.) danken Bürgermeister-Kandidat Carsten Trumpp für einen engagierten Wahlkampf.

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