Ein Kettenkarussell soll vom 20. bis 23 Juli auf der Bleiche stehen, wenn der Vereinsring seinen 60. Geburtstag feiert.
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Ein Kettenkarussell soll vom 20. bis 23 Juli auf der Bleiche stehen, wenn der Vereinsring seinen 60. Geburtstag feiert.

Feier-Perspektiven

Oberursel: Ein Kettenkarussell für die Bleiche

Die Vorbereitungen fürs Vereinsring-Fest laufen. Die TSGO lädt im Sommer wieder zum "Platzwechsel" ein.

Wie geht's weiter? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Orscheler Studios, zu dem der Kunstgriff und die Windrose eingeladen hatten. Dirk Müller-Kästner, Vorsitzender des Kunstgriffs, und Michael Behrent, Stellvertretender Vorsitzender der Windrose, sprachen mit dem Vorsitzenden des Oberurseler Vereinsrings, Ludwig Reuscher, und der Geschäftsführerin der TSG Oberursel (TSGO), Jutta Stahl. Denn eigentlich hätte am Wochenende nach Pfingsten das Oberurseler Brunnenfest steigen sollen, für das der Vereinsring verantwortlich zeichnet. Fester Bestandteil ist dabei auch immer der Brunnenfestlauf mit rund 700 Aktiven, den die TSGO Oberursel ausrichtet. Doch beides musste nach 2020 auch für dieses Jahr abgesagt werden.

Doch während der Brunnenfestlauf ganz gestrichen ist, will der Vereinsring als Alternative - wie berichtet - sein 60-jähriges Bestehen feiern. Über den Stand der Vorbereitungen sprach Reuscher im Oberurseler Studio. Gefeiert werden soll vom 20. bis 23. Juli auf der Bleiche - natürlich unter Corona-Bedingungen. Derzeit sei man in Absprachen mit Vereinen, die regelmäßig am Brunnenfest beteiligt sind, ob und wie sie sich dabei mit Ständen einbringen wollen, berichtete Reuscher. Rund 15 Stände könne man dort unter Corona-Bedingungen aufschlagen. Hinzu sind geplant ein Crêpes-, Popcorn- und Eisstand - und als Highlight für Kinder auch ein Kettenkarussell. Je nach Vorgaben könnten 400 bis 600 Besucher gleichzeitig auf der Bleiche sein. Das bedeute aber auch, dass das Areal eingezäunt und der Zugang kontrolliert werden müsse, betonte Reuscher. Wie das im Detail aussehen wird, werde man sehen.

Eine Öffnung und Feier in den Höfen könne der Vereinsring dagegen nicht organisieren. Da sei Eigeninitiative gefragt, um so etwas zu organisieren, schlug der Vereinsringvorsitzende vor.

Ohnehin ist an diesem Wochenende in Oberursel - der Pandemie zum Trotz - einiges los. Fest steht schon jetzt, dass der Kunstgriff im Rahmen seines Orscheler Sommers ein Rockkonzert plant, die Windrose will den Garten in ihrem jetzigen Domizil noch einmal öffnen, um Abschied zu feiern. Denn im nächsten Jahr will man schon ins ehemalige Alberti-Gebäude umgezogen sein. Michael Behrent brachte den März nächsten Jahres als Umzugstermin ins Spiel. Und nicht zuletzt wird die TSGO wieder den "Platzwechsel" anbieten, wie Jutta Stahl berichtete. Dabei handelt es sich um verschiedene kostenlose und niederschwellige Sportangebote der TSGO im Freien und in Kooperationen mit anderen Vereinen. Bereits zweimal gab es die Veranstaltung bereits mit großem Erfolg. Vereine, die dabei mitmachen wollen, können sich diesbezüglich mit der TSGO in Verbindung setzen. Geplant ist der dreiwöchige Platzwechsel für die zweite Sommerferienhälfte.

"Im Prinzip bräuchten wir dann so etwas wie einen Stadtplan, was wann wo los ist", sagte Reuscher und leitete damit in das zweite Gesprächsthema des Abends ein, was denn die Folgen der Corona-Pandemie für die Vereine bedeuten. Denn für einen solchen Stadtplan sei eine bessere Vernetzung der Vereine untereinander notwendig. Diese gebe es bislang zumeist nur auf der Ebene persönlicher Bekanntschaften. Dabei habe gerade die Corona-Pandemie gezeigt, wie wichtig es ist, enger zusammenzurücken. "Häufig gibt es Unklarheiten, wie die gerade gültigen Corona-Verordnungen zu verstehen sind", führte er als Beispiel an. Warum also nicht eine Plattform schaffen, auf die alle zugreifen können und wo genau diese Fragen angesprochen werden können, fragte er.

Jutta Stahl pflichtete ihm bei. Die Menschen sehnten sich nach Veranstaltungen, nach Kontakten, aber die Ungewissheit führe oftmals dazu, dass Planungen von Vereinen im Keim erstickt oder erst gar nicht begonnen werden. "Doch wir müssen planen", mahnte sie, auch auf die Gefahr hin, dass sich immer etwas ändere. Denn wenn man nichts plane, könne auch nichts stattfinden.

Als Beispiel für eine Vernetzung nannte sie das gemeinsame Betreiben eines Standes von zwei Vereinen auf einem Fest. "Das war ja ein Grund dafür, dass sich viele Vereine vom Brunnenfest zurückgezogen haben, weil sie nicht genügend Personal für ein viertägiges Fest hatten." Damit habe er kein Problem, signalisierte der Vereinsringvorsitzende seine Zustimmung.

Für die TSGO-Geschäftsführerin steht fest, dass eine solche Vernetzung vor allem auch eine Entlastung für die vielen Ehrenamtlichen ist. Corona habe den Vereinen Grenzen gezeigt, viele Vereine hätten mit Mitgliederschwund zu kämpfen, doch sich Bange machen lassen wollen beide nicht. "Die Menschen werden wieder kommen", sind sie überzeugt. aw

Der "Platzwechsel"-Bewegungsparcours, der hier von den Handballern der TSGO getestet wird, wird wohl auch bei der diesjährigen Veranstaltung eine Rolle spielen.

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