Der Maasgrundweiher ist bei Erholungssuchenden sehr beliebt. Nun soll das Gewässer ökologisch ertüchtigt werden.
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Der Maasgrundweiher ist bei Erholungssuchenden sehr beliebt. Nun soll das Gewässer ökologisch ertüchtigt werden.

Gewässerpflege

Oberursel: Ein Mönch für den Maasgrundweiher

Die Arbeiten für eine bessere Wasserqualität und die Erneuerung der Uferbefestigung beginnen.

Oberursel -Viel wurde im Vorfeld bereits geplant. Nun ist es soweit: Die Bauarbeiten zur ökologischen Optimierung des Maasgrundweihers beginnen am kommenden Montag. Die Fertigstellung ist für spätestens Ende Oktober geplant. Erster Stadtrat Christof Fink (Grüne): "Ab Herbst steht den Oberurselerinnen und Oberurselern dann das beliebte Naherholungsgebiet wieder in vollem Umfang zur Verfügung, ökologisch und optisch aufgewertet und in neuer Qualität."

Zunächst wird am Montag die Baustelle eingerichtet und damit begonnen, den Wasserspiegel abzusenken. Durch das Abpumpen des Wassers wird nach und nach der Uferbereich freigelegt, so dass die vorhandenen Befestigungen entfernt werden können. Für die Dauer der Arbeiten wird der Rundweg am Weiher gesperrt. Der entlang der Gärten verlaufende Parallelweg kann weiterhin genutzt werden, ebenso der Spielplatz.

Die Andienung der Baustelle erfolgt über den Maasgrundweg. Es ist möglich, dass die Nutzung des Maasgrundweges dadurch kurzzeitig erschwert ist. Ebenso sind Lärm- und Staubentwicklung während der Bauphase nicht immer zu vermeiden. Die Stadt bittet um Verständnis.

Bereits vor sieben Jahren fanden umfangreiche Maßnahmen an den beiden Weihern im Stadtpark (Rushmoorweiher und Maasgrundweiher) statt. Durch gezielten Sauerstoffeintrag über eine Belüftungsanlage konnte die Schlammmenge in den Gewässern deutlich reduziert und die Wasserqualität verbessert werden. Es war aber klar, dass damit die ökologische Ertüchtigung des Weihers noch nicht abgeschlossen sein sollte. Nun soll also der nächste Schritt erfolgen. Eines der Ziele ist es, dass dadurch die Gewässergüte des Urselbachs - und damit des gesamten "Wasserkörpers Nidda" - verbessert wird. Denn nachweislich gelangen Nährstoff- und Sedimentfrachten aus dem Maasgrundbach über den Urselbach in den Fluss. Um die ökologischen Ziele für den Wasserkörper Nidda bis spätestens 2027 zu erreichen, müssen deshalb an geeigneten Stellen der in die Nidda entwässernden Bäche Maßnahmen ergriffen werden, die die biologische und strukturelle Gewässerqualität verbessern und die Selbstreinigungsfunktionen des Gewässers stärken.

Eine dieser "geeigneten Stellen" ist der Maasgrundweiher, der im Hauptstrom des Maasgrundbachs liegt. In Zusammenarbeit mit einem Planungsbüro aus Gießen wurden hierzu folgende Schwerpunkte ausgearbeitet:

Die Uferränder des Weihers und der Insel sollen mittels stark offenporigen Materials (Steinschüttungen und Xylitwalzen) gestaltet und gesichert werden, um so möglichst viele Nährstoffe zu binden, zurückzuhalten und umzusetzen.

Im Uferbereich sollen ökologisch aktive Zonen geschaffen werden, in denen spezielle Feucht- und Nassstauden nach dem Prinzip der Pflanzenkläranlagen arbeiten. Mittels schwimmender Pflanzinseln wird der wasserreinigende Effekt zusätzlich verstärkt.

Da der Teich auch ein wichtiges Amphibiengewässer ist, wird der gesamte Bauprozess durch ein Fachbüro im Rahmen einer ökologischen Baubegleitung betreut.

Ganz billig ist das Bauvorhaben freilich nicht, doch wird ein Teil der Arbeiten vom hessischen Umweltministerium zu 75 Prozent gefördert, insgesamt erhält die Stadt rund 180 000 Euro. Allerdings bezieht sich diese Förderung nur auf Arbeiten zur ökologischen Aufwertung des Gewässers, die notwendigen Arbeiten an der Uferbefestigung muss Oberursel tragen.

Dazu gehören neben den Kosten für die Baustelleneinrichtung und die Herrichtung einer Baustraße auch der Einbau eines Tiefenabflusses (Mönch), um für einen gezielten Abfluss von tieferen Wasserschichten aus dem Weiher in den Maasgrundbach zu sorgen. Ebenso fallen Kosten für die Erneuerung der Uferböschung an - immerhin zählt hierbei die Gestaltung mit Xylitwalzen zu einer ökologischen Aufwertung und wird somit förderfähig. Hinzu kommen Kosten für die Erneuerung des Weiherüberlaufs, der aktuell nicht nutzbar ist, so dass die Menge des Ablaufs nicht kontrolliert werden kann.

Wie teuer es am Ende für die Stadt wird, steht noch nicht fest. Das wird davon abhängen, wie viel Restschlamm im Weiher vorhanden ist und ob dieser entfernt werden muss. Ohne eine Entschlammung sind 300 000 Euro für die Sanierung angesetzt. red

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