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Oberursel: Endlich wieder ausgelassen feiern

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Seit diesem Augenblick am Freitagabend ist es offiziell: Fiona I. herrscht über Oberursel.
Seit diesem Augenblick am Freitagabend ist es offiziell: Fiona I. herrscht über Oberursel. © jari

Der Narrenrat inthronisiert Prinzessin Fiona I. in der Stadthalle mit viel Brimborium. Und das Publikum hat nach zwei Jahren Zwangspause viel Nachholbedarf.

Oberursel -Schon im Treppenhaus der Stadthalle sind gute Laune und Vorfreude auf den bevorstehenden Abend zu spüren. Als dann pünktlich um elf Minuten nach Acht der Startschuss für die Inthronisation der Tollität fällt und die feierliche Veranstaltung beginnt, gibt es bei Gästen und Vereinsmitgliedern kein Halten mehr.

„Es ist absolut nicht selbstverständlich in diesen Zeiten einfach mal ausgelassen miteinander zu feiern“, eröffnet Narrenratsvorsitzender Harry Hecker den Abend und erntet bereits dafür eine Menge Applaus. Die letzten zwei Jahre hätten die fünf Oberurseler Karnevalsvereine auf dieses Event verzichten müssen, nun seien alle hochmotiviert zurück. „Ihr könnt uns also auch für eure Privatpartys buchen“, scherzt Hecker, bevor er an die Moderatorin des Abends abgibt. Diese ehrenvolle Aufgabe übernimmt in diesem Jahr Steffi Feest vom Karnevalsclub The Ravens. „Wer hätte gedacht, dass wir zwei ganze Jahre ohne Fastnacht überleben können?“, fragt sie das Publikum und erhält dafür große Zustimmung aus den Reihen. Sie sei jedoch besonders stolz darauf, dass ihr Verein in diesem Jahr zum ersten Mal die Tollität stelle, die auch eine Frau ist und zwei Jahre auf ihre Ernennung warten musste.

Doch auch an diesem Abend muss sich die künftige Hoheit noch kurz gedulden. Denn zunächst verzaubert die Garde aus Stierstadt das Publikum mit Akrobatik und Tanz, bevor der Programmpunkt ansteht, auf den alle so lange gewartet haben - die Inthronisation von Fiona. Einst selbst Pagin eines Prinzen ist die Oberurselerin schon lange fest im Karneval verwurzelt. „Fassnacht ist mein ganzes Leben“, schreibt sie deshalb in ihrer Proklamation, die von ihrem Hofstaat verlesen wird. Sie wolle den Menschen in den nächsten Monaten Freude schenken und mit ihnen gemeinsam „feiern, bis es kracht“, nicht zuletzt auch das verschobene Jubiläum ihres eigenen Vereins, der Ravens.

Multinationaler Hofstaat

Anschließend ergreift Fiona Becker selbst das Wort und bedankt sich bei ihren Pagen und dem Hofmarschall, die in diesem Jahr aus Bommersheim, Stierstadt und von den Ravens selbst kommen. Das sei ein multinationaler Hofstaat, wie Fiona scherzhaft erklärt. Das zeigt sich allerdings auch in ihrem Wappen. „Die Weltkugel steht für meinen Beruf Logistikerin und erinnert außerdem an meinen Vater, der vor vielen Jahren selbst Prinz war“, sagt Fiona nicht ohne Stolz.

Als es dann endlich offiziell ist und bereits die ersten Orden auf der Bühne verliehen werden, lenkt Moderatorin Steffi Feest die Aufmerksamkeit des Publikums erst einmal wieder auf die Auftritte der Tanzgruppen. Besonders das Funkentrio der Ravens kann die Besucher verzaubern, denn hier dürfen schon die Kleinsten ihr Talent auf der Bühne unter Beweis stellen. Anschließend werden die Gäste mit in die Welt der Märchen genommen und bekommen die Geschichte von Rotkäppchen und dem bösen Wolf tänzerisch erzählt.

Zum Lachen lädt Thomas Poppitz mit seiner Büttenrede über die wundersamen Erlebnisse mit pubertierenden Teenagern ein. Er beginnt mit einem normalen Morgen, an dem das Bad stundenlang besetzt ist und es der Gartenschlauch für den Vater am Ende auch tut. „Mit Köcher und Schutzanzug betrete ich das Jugendzimmer“, scherzt Poppitz über die fehlende Motivation fürs Aufräumen bei manchen Pubertierenden. Das Schlimmste sei jedoch das gemeinsame Shoppengehen. Denn egal was passiert, „am Ende hört man immer den gleichen Satz: Papa, du bist so peinlich!“. Dafür erntet der Redner reichlich Applaus und zahlreiche Lacher, anscheinend können sich Viele im Raum mit dem gesagten identifizieren.

Begeistert vom neuen Amt

Auch an Überraschungen mangelt es an diesem Abend in der Stadthalle nicht. So wird Tollität Fiona mit einer großartigen und bunten tänzerischen Darbietung der eigens dafür aus Weilrod angereisten Hasselbacher Garde beglückt und ist darüber sichtlich sprachlos. Generell sieht man der frisch gebackenen Tollität ihre Begeisterung für ihr Amt deutlich an, wenn sie tanzend und singend auf der Bühne mitmacht.

Abgerundet wird der Abend von der Brassband des Karnevalsvereins Frohsinn, die auch den letzten Gast mit ihrer musikalischen Darbietung zum Aufstehen und Tanzen bewegt. So beginnt nun die Regierungszeit von Tollität Fiona, die sich in den nächsten Monaten das Sagen in der Brunnenstadt mit der an diesem Abend ebenfalls anwesenden Bürgermeisterin Antje Runge teilt. „Orschel ist also fest in Frauenhand“, wie auch die Redner auf der Bühne am Ende feststellen.

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