Isabel Bergen (links) vom ehrenamtlichen Vorstand und die Büroangestellte Evi Bosselmann wissen, wie wichtig es ist, im Familientreff genug Platz für das Angebot für Familien mit Babys und Kleinkindern und für werdende Mütter und Väter zu haben.
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Isabel Bergen (links) vom ehrenamtlichen Vorstand und die Büroangestellte Evi Bosselmann wissen, wie wichtig es ist, im Familientreff genug Platz für das Angebot für Familien mit Babys und Kleinkindern und für werdende Mütter und Väter zu haben.

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Oberursel: Familientreff wünscht sich mehr Platz

  • VonGabriele Calvo Henning
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Der Verein sucht weitere Räumlichkeiten und will trotz Corona mehr Kurse anbieten.

Oberursel -Die Situation klingt paradox. Beim Familientreff e.V. in der Schulstraße 27A verzeichnet man einerseits einen Corona bedingten Rückgang bei der Zahl der Teilnehmenden, andererseits werden weitere Räumlichkeiten gebraucht.

Isabel Bergen, im ehrenamtlichen Vereinsvorstand zuständig für das Ressort Finanzen, kennt den Grund: "Zwar können wir wegen Corona im Moment nicht alle Kurse, Seminare und Treffs anbieten. Für die, die stattfinden können, brauchen wir aber wegen der Abstandsregelung mehr Platz." Schon in vorpandemischen Zeiten hatte man sich, wenn auch aus sehr viel erfreulicheren Gründen, so manches Mal weitere Raumkapazitäten zu den beiden vorhandenen Kursräumen gewünscht. "Wir waren räumlich oft total ausgelastet", so Evi Bosselmann, die, früher selbst im ehrenamtlichen Vorstand, heute angestellt im Büro des Familientreffs arbeitet und auch die Vermietung des Treffs für private Familienfeiern koordiniert.

Nun hat die Raumfrage eine neue Dringlichkeit. Mehr denn je ist der Verein auf Einnahmen durch Kurse angewiesen. "Denn wegen der Pandemie sind diese im Vergleich zurzeit vor Corona um 83% zurück gegangen" hat Bergen nachgerechnet. Ein Drittel weniger Kurse, von denen noch mal ein Drittel habe abgesagt werden müssen, sind die schwierige Realität.

Dennoch, ob Babymassage, Geburtsvorbereitung, Rückbildung, Schwangeren-Yoga oder die beliebten angeleiteten Fabel-Kurse für Eltern mit Babys im ersten Lebensjahr, vieles konnte im Zuge der Corona-Lockerungen realisiert werden. In enger Absprache mit dem Gesundheitsamt des Kreises hat man ein Hygiene- und Abstandskonzept entwickelt. Zusätzlich ist man dazu übergegangen, manche Kurse in hybrider Form anzubieten, also gleichzeitig in Präsenz und online stattfinden zu lassen. So sollen möglichst viele Teilnehmende auch mit Abstand aktiv und in Kontakt bleiben können.

Mütter und Väter aus der Isolation holen

Denn genau dafür stehe der Familientreff seit seiner Gründung: "Wir wollen Mütter wie Väter aus der Isolation herausholen und möchten ihnen gerne die Möglichkeit geben, sich mit anderen auszutauschen", sagt Bergen, die selbst vor sechs Wochen zum zweiten Mal Mutter geworden ist. Fachliche Informationen rund ums Kind und die Elternschaft, Vorsorge- und Fitnessangebote gehören dazu, das alles in einer Atmosphäre, die auf die Bedürfnisse der Mütter, Väter und der Babys und Kleinkinder abgestimmt ist. "Gerade neu zugezogene Familien finden bei uns Anschluss", sagen Bergen und Bosselmann. Im Moment sei der Familientreff eine wichtige Anlaufstelle für die, die ihre Kinder in diesen schwierigen Pandemiezeiten bekommen haben oder noch bekommen. Der Familientreff e.V. wurde im Februar 1988 von Edith Töpper zusammen mit rund 20 Mitstreiterinnen als Mütterzentrum gegründet.

Der Fokus wurde mit der Zeit auf die Väter erweitert, deshalb auch die Namensänderung in Familientreff, der seit 1992 in der Schulstraße zu finden ist. Heute zählt der Verein 65 Mitglieder, hat aktuell zwei festangestellte Kräfte, arbeitet mit freien Kursleitenden zusammen und entwickelt neue Formate wie das "Blinddate", das auf besondere Art und Weise Eltern mit kleinen Kindern zusammenbringt (siehe Infokasten). Auch als eher kleiner Verein sieht man sich als Teil der Stadtgesellschaft, ist unter anderem mit dem Kulturverein Kunstgriff vernetzt und Teil des Orscheler Sommers. Als Teil der Familienarbeit in der Stadt steht man in engem Kontakt mit den "Frühen Hilfen Oberursel". Zur Stadt selbst habe man ein sehr gutes Verhältnis, stellt Bergen fest. Man fühle sich gut unterstützt. So nutzt der Verein als Untermieter der Stadt die Räumlichkeiten in der Schulstraße zu günstigen Konditionen. Einzig beim Beheben von Reparaturen, für die der Hochtaunuskreis als Besitzer der Immobilie zuständig ist, könnte es geschmeidiger laufen, meinen Bergen und Bosselmann. Nachdem die Haustür länger Zeit kaputt war, mache jetzt die Elektrik in dem Altbau Probleme. Das aber müsse behoben werden, damit die Kurse, die noch laufen können, nicht von Stromausfällen beeinträchtigt würden, so die beiden Frauen vom Familientreff. Gabriele Calvo Henning

Blind Dating für Familien mit Babys

Über ein Kontaktformular auf seiner Homepage unterstützt der Familientreff Oberursel Familien beim gegenseitigen Kennenlernen. Wegen der Corona-Beschränkungen ins Leben gerufen, hat sich das "Blinddating für Familien" so weiterentwickelt, dass jetzt auch Schwangere und Alleinerziehende das entsprechende Match finden können - nicht nur zum gemeinsamen Spazierengehen oder ähnlichem, auch virtuelle Treffs können so angebahnt werden. Über einen Online-Fragebogen werden Kontaktdaten angegeben, der Familientreff führt das Matching durch und leitet Namen und Telefonnummern an die jeweiligen Partner weiter. Mehr Infos zum Blinddating, zum Programm und zum Familientreff gibt es auf www.familientreff-oberursel.de. alv

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