Für die Gestaltung der künftigen Innenstadt sind auch die Vorschläge und Ideen der Bürger gefragt.
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Für die Gestaltung der künftigen Innenstadt sind auch die Vorschläge und Ideen der Bürger gefragt.

Klimagerechte Nachhaltigkeit

Oberursel: Geldsegen für Innenstadt der Zukunft

  • Jochen Dietz
    VonJochen Dietz
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Die Brunnenstadt erhält 250 000 Euro aus dem Förderprogramm des Landes Hessen.

Oberursel -Angenehme, wohltemperierte, begrünte Freiflächen und Plätze von hoher Verweilqualität, zeitlos schön designte und mitunter auch bewegliche Sitzelemente, fantasievolle und kreative Spielmöglichkeiten und -geräte für alle Altersgruppen, Bänke, Brunnen, Blühwiesen, begrünte Fassaden und Dächer, plätschernde Gewässer in reizvollem und anziehendem urbanen Umfeld: Die Stadt Oberursel kann auf ihrem Weg zu einer Innenstadt der Zukunft einen Schritt weiter gehen - insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels mit immer heißeren Sommern und mehr Starkregenereignissen: Sie erhält 250 000 Euro aus dem Landesförderprogramm "Zukunft Innenstadt", teilte das Rathaus am Donnerstag mit. Dabei geht es um die Steigerung sowohl von Aufenthalts-, Erlebnis- und Einkaufsqualität als auch um Klimaanpassung und sogenannte Wassersensibilität.

Bürgermeister Hans-Georg Brum: "Ich freue mich sehr über die Bewilligung, insbesondere für all unsere so aktiven Innenstadtakteure! Gefördert werden ja nur Konzepte, die überzeugend gemeinschaftlich getragen werden. Für Oberursel zahlt sich hier das gute Zusammenspiel vieler Player aus Geschäftswelt, Stadtgesellschaft und Verwaltung nun richtig aus."

Auch die städtische Wirtschaftsförderin Ulrike Böhme ist überzeugt: "Ja - Heimvorteil Oberursel: Wir schaffen echte Qualitäten und Mehrwerte durch Vernetzung!", freut sie sich. Nun könne ein Gestaltungskonzept entwickelt und in ersten Schritten umgesetzt werden. Dieses solle neben ästhetischen und funktionalen Aspekten den langfristigen Anspruch an Klimaanpassung und Wassersensibilität berücksichtigen. Gefördert wird fachliche Expertise sowie die breite Einbindung der Bevölkerung, der Geschäftsleute und der privaten Eigentümerschaft zur Ausgestaltung von Elementen wie Stadtmobiliar oder die Begrünung von Dächern und Fassaden. "Da gibt es sehr schöne Beispiele. Vieles ist leicht und schnell umzusetzen und auch gar nicht so teuer", weiß die Wirtschaftsförderin.

Unter Beteiligung eines Fachbüros solle das Gestaltungs- und Freiraumkonzept noch in diesem Jahr in Angriff genommen und ab dem kommenden Jahr ausgeschrieben und Schritt für Schritt umgesetzt werden.

Vor allem hätten die Plätze in der Stadt zentrale Funktionen für den Handel, Begegnung, Erholung und Kommunikation. Um die Erlebnisqualität zu steigern, werde etwa beim Wochenmarkt angesetzt. Er soll um weitere Plätze wachsen und auch das Angebot soll noch attraktiver und vielfältiger werden.

Höhere Einkaufs- und Servicequalität

Zudem könnten dank der erklecklichen Finanzspritze schöne Ideen für eine bessere Servicequalität analog wie digital unter dem Dach der Marke "Heimvorteil Oberursel" umgesetzt werden, stellt die Wirtschaftsförderin erfreut fest.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte der Bewerbung um die Förderung am 14. Juni zugestimmt, die Wirtschaftsförderung hatte die Bewerbung dann koordiniert. Eine Voraussetzung für den Zuschlag sei die Bürgerbeteiligung gewesen. Alle Interessierten, Anwohner und Akteure der Innenstadt, Politik und Verwaltung sollen ihre Ideen und Vorschläge in das Konzept einbringen. Dann müssen Fragen geklärt werden, wie eine Fläche, ein Platz etwa gepflastert, gestaltet, begrünt wird. So arbeite man bereits eng mit dem Gewerbeverein Fokus O. und der Lokalen Oberurseler Klimainitiative (LOK) zusammen. Auch das Konzept der "Wassersensibilität" habe beim Zuschlag für Oberursel eine Rolle gespielt, erklärt Ulrike Böhme. "Das Schwammstadt-Konzept wird bei dem Plätze- und Freiraumkonzept bereits mitgedacht." Wassersensibiliät beziehungsweise das sogenannte Schwammstadtkonzept sieht vor, dass die Stadt der Zukunft Niederschläge wie ein Schwamm aufsaugt und sie bei sich behält, statt sie von Dächern und versiegelten Flächen ab- und wegzuleiten. Voraussetzung dazu ist aber die Renaturierung und Entkanalisierung des Urselbachs, die Nutzung von Zisternen, Rückhaltebecken, die Entsiegelung von Flächen sowie die Begrünung von Dächern und Fassaden. Für Letzteres sollen auch private Immobilienbesitzer gewonnen werden. Auch die Brunnen sollen wieder stärker ins Bewusstsein und damit in den öffentlichen Raum rücken.

"Das ist jetzt nur der erste Schritt", sagt Ulrike Böhme. Der Prozess werde Jahre in Anspruch nehmen. Und Nachhaltigkeit bedeute schließlich auch, dass die Gestaltung des innerstädtischen Umfelds so zeitlos attraktiv sein muss, dass sich auch die künftigen Generationen dort noch wohlfühlen. Jochen dietz

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