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Oberursel: Großes Interesse an Straßen der Zukunft

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Von: Matthias Pieren

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Mehr als 100 Interessierte sind beim Infoabend „Gemeinsam auf dem Weg zur Quartiersstraße der Zukunft“.
Mehr als 100 Interessierte sind beim Infoabend „Gemeinsam auf dem Weg zur Quartiersstraße der Zukunft“. © map

Die Verwaltung informiert zum Stand der Verkehrsplanung und dem Verkehrsversuch im Liebfrauenquartier.

Oberursel -Vielleicht stand gleich die erste Wortmeldung bei der Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung beim Prozess „Quartierstraße der Zukunft im Liebfrauen-Quartier“ symbolhaft für ein grundlegendes Missverständnis. Doch dazu später. Akribisch und detailliert hatten sich die Verantwortlichen der Stadt auf die mit großen Erwartungen herbeigesehnte Informationsveranstaltung vorbereitet. Hintergrund ist die zunehmende Verstopfung des Stadtviertels durch den Autoverkehr, bei zugleich steigendem Konfliktpotenzial mit Radfahrern, zumeist im Pulk radelnden Schülern.

„Der Verkehrsversuch, der im kommenden Frühjahr in der Zeppelinstraße stattfinden wird, ist kein isolierter“, benannte Bürgermeisterin Antje Runge (SPD) das Vorgehen und die Planung des städtebaulichen Entwicklungsprozesses. „Wir müssen alle multifunktional denken und auch die Straßen sollen multifunktional genutzt werden können.“

In der Brunnenstadt sollen ihren Worten nach alle Bürger am Verkehr teilnehmen können. Der Verkehr solle für alle attraktiv sein und zugleich die Anwohner in den Wohnstraßen nicht über Gebühr belasten. Der motorisierte Individualverkehr dürfe nicht noch weiter ausgebaut werden, Radfahrer in der Stadt bräuchten verbesserte Möglichkeiten: Radwege, besonders in der Nähe der Schulen.

Nach den Grußworten der Bürgermeisterin an die gut 120 in der Hochtaunusschule anwesenden sowie die 50 online in Zoom-Konferenz zugeschalteten Bürger, meldete sich jene eingangs bereits erwähnte Person mit einer grundlegenden Rathausschelte zu Wort. „Es gab für diese Veranstaltung keine inhaltliche Vorbereitungszeit“, so die Kritik „In der an die Haushalte verteilten Einladung stand kein Link zur Homepage der Stadt, wo man sich hätte näher informieren können.“

Nachdem die Moderatorin Stefanie Heng-Ruschek darum bat, sich mit einzelnen Anliegen und Kritik noch etwas zu gedulden, bis alle Inhalte des Gesamtprojektes sowie Informationsmöglichkeiten und Kommunikationsplattformen vorgestellt worden seien, stand die Person kopfschüttelnd auf und stapfte verärgert davon.

Immer wieder Kritik an fehlenden Infos

Symbolhaft war dieser kuriose Moment gleich zu Beginn vor allem deshalb, weil seitens der Bürgerschaft immer wieder die Kritik geäußert wird, man sei nicht informiert worden und werde nicht gefragt. Gefordert wird dann, die Stadt möge die Bürger doch bitte vollumfänglich und rechtzeitig informieren.

Die Verantwortlichen der Verwaltung haben an dem Abend die ganze Fülle an Informationsquellen und Beteiligungsmöglichkeiten für den anstehenden städtebaulichen Entwicklungsprozess aufgezeigt.

Umso mehr stellt sich die Frage, ob man von mündigen Bürgern nicht erwarten kann, dass sie sich auf den dargebotenen Kanälen und Medien auch darüber informieren, was sie und ihre Stadt betrifft. Der Vorwurf, nicht informiert zu werden und worden zu sein läuft bei diesem Projekt komplett ins Leere. Die Bürgerversammlung in der Hochtaunusschule bot geballte Information. Die zusammen 170 Teilnehmer diskutierten im Anschluss an die Präsentation gut eine Stunde lang mit den Verantwortlichen - online und in Präsenz, dank guter Moderation. „Die Ideen, die im kommenden Jahr im Liebfrauen-Quartier umgesetzt werden, basieren auf dem im Jahre 2016 erstellten Radverkehrskonzept und dem in diesem Jahr verabschiedeten verkehrlichen Leitbild und den darin enthaltenen sieben Leitzielen für die Verkehrsentwicklung“, erklärte Chefverkehrsplaner Dr. Uli Molter die bislang erarbeiteten Grundlagen. Die Stadtverordneten hätten den Beitritt zur bundesweiten Initiative „Lebenswerte Städte und Gemeinden“ beschlossen, der mittlerweile 350 Kommunen angehörten. „Ebenfalls berücksichtigen wir das im Parlament beschlossene Klimaschutzkonzept mit Blick auf die Mobilität“, so Molter. „Nicht zuletzt berücksichtigen wir den Schulwegeplan unserer Stadt.“

Die Projektkonzepte, detaillierte Informationen zum ersten anstehenden Projekt, wie auch ein Video der gesamten Veranstaltung finden sich auf www.oberursel.de.

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