Wildwuchs am Heinrich-Geibel-Platz ist manchem Anwohner ein Dorn im Auge. Doch das soll jetzt besser werden.
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Wildwuchs am Heinrich-Geibel-Platz ist manchem Anwohner ein Dorn im Auge. Doch das soll jetzt besser werden.

Kampf dem Wildwuchs

Oberursel: Grünpflege soll planvoller werden

  • VonGabriele Calvo Henning
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Bau&Service Oberurse stellt neues Konzept vor: Zeitaufwand und Personaleinsatz werden dokumentiert, um gezielter und bedarfsgereichter zu mähen und zu stutzen.

Oberursel -Zu viele Disteln und anderer Wildwuchs am Heinrich-Geibel-Platz, rund ums alte Rathaus und an der Feuerwehr sind Jürgen Aumüller (CDU) schon länger ein Dorn im Auge, so sehr, dass der Stadtverordnete, der als beratendes Mitglied im Ortsbeirat Stierstadt sitzt, zwischendurch schon privat für Abhilfe gesorgt hat, wie er im Ortsbeirat Anfang der Woche berichtete.

Da traf es sich gut, dass auf der Sitzung auch der Betriebsleiter des Bau & Service Oberursel (BSO), Michael Maag, anwesend war, um ein neues Konzept für die Pflege von parkähnlichen Flächen und Anlagen vorzustellen, eine Art Leistungskatalog für die Grünpflege. Er hatte es bereits dem Haupt-, Finanz- und Digitalisierungsausschuss präsentiert.

Ziel sei es, so Maag, systematisch zu erfassen, was der BSO in der Stadt an welchen Stellen an Grünpflege leiste. Wie schon im Haupt-, Finanz- und Digitalisierungsausschuss (HFDA) dargelegt, erhofft sich der BSO-Chef dadurch mehr Transparenz und Überblick, indem Zeitaufwände und Personaleinsatz deutlich werden, genauso wie Einsparpotentiale.

"Es ist das erste Mal seit 20 Jahren, dass das festgehalten werden soll", so Maag. In dieser Zeit habe sich vieles geändert, neue Wohngebiete seien dazugekommen, personell immer eine Herausforderung für den BSO.

Ums Geld geht es auch. Alleine für die Pflege der parkähnlichen Anlagen und Flächen stelle der BSO der Stadt für rund 140 000 Quadratmeter circa 330 000 Euro pro Jahr in Rechnung, rechnete Maag vor. Dabei ist das sogenannte Straßenbegleitgrün noch gar nicht berücksichtigt, dessen Pflege laut Maag im Jahr mit etwa 650 000 Euro zu Buche schlägt. Die katalogartige Erfassung dieser Arbeiten soll später erfolgen. Jetzt gehe es zunächst um die oben erwähnten Flächen.

"Dieser Katalog ist ein Angebot unsererseits, wir sind dabei offen für weitere Vorschläge", so der Betriebsleiter des BSO. Zudem gehe es darum, auf der neuen Grundlage ein Änderungsmanagement zu etablieren, das dann zum Zuge kommen soll, wenn neue Wohngebiete entstehen.

Heinrich-Geibel-Platz

öfter mähen

In dem Katalog wird für Stierstadt unter anderem auch der Heinrich-Geibel-Platz aufgeführt, dessen Pflege vonseiten des BSO, so Maag, von vier- auf sechsmal im Jahr erhöht werden soll. Hier geht es in erster Line ums Rasenmähen und die Staudenpflege.

Sahen Beiratsmitglieder wie Heike Giebel (CDU) und Jan Schilling (Grüne) in dem neuen Leistungskatalog einen grundsätzlich guten Ansatz, wenn auch für die Zukunft Änderungsmöglichkeiten eingeräumt würden, so befürchtete Thorsten Trapp (CDU), dass auf Basis einer solchen Erfassung nicht flexibel genug auf aktuelle Pflegebedarfe reagiert werden könne. Statt "stur nach Plan zu pflegen", sollte es besser nach dem Pflanzenwuchs gehen. Dem hielt BSO-Chef Maag entgegen, Einsatzpläne beim BSO könnten nicht nur von der aktuellen Vegetation abhängig gemacht werden. Für Maag kam diese Diskussion ohnehin zu früh. Jetzt gehe es erstmal darum, auf einer sicheren Basis Pflegepläne zu machen, flexibel reagieren könne man immer noch.

Das sah Bürgermeister Hans Georg Brum (SPD) ähnlich. Der Sinn eines solchen Pflegeschemas sei es, Preise besser berechnen und Kapazitäten besser einsetzen zu können. Für Brum ist es deshalb "ein Wahnsinnsfortschritt". Dennoch gab es weitere Kritik aus dem Ortsbeirat.

"Es geht um mehr als nur ums Rasenmähen", so Jürgen Aumüller. Gerade am alten Rathaus müsse dringend etwas passieren, immerhin sei der BSO hier der Eigentümer. BSO-Chef Maag sagte zu, die Situation prüfen zu wollen.

Schließlich stimmte der Ortsbeirat mit allen Stimmen der Vorlage zu, die nach weiteren Gremienberatungen im November in die Stadtverordnetenversammlung geht. alv

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