Am Montagvormittag was der Besucherandrang im Taunabad noch übersichtlich. Da mussten die Angestellten nicht eingreifen, um auf die Sicherheitsregelungen hinzuweisen
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Am Montagvormittag was der Besucherandrang im Taunabad noch übersichtlich. Da mussten die Angestellten nicht eingreifen, um auf die Sicherheitsregelungen hinzuweisen

Freibad wieder offen

Oberursel: Hauptsache wieder Schwimmen

  • vonBehr
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Das Taunabad in Oberursel ist seit Montagmorgen wieder geöffnet. Ein Besuch ist aber nur nach vorheriger Anmeldung möglich.

Seit Montagmorgen dürfen sich Wasserratten wieder im Taunabad in die Fluten stürzen - wenn auch unter veränderten Rahmenbedingungen. So sind um kurz vor 10 Uhr noch zahlreiche Parkplätze vor dem Gebäude zu haben, und es gibt auch keine Schlange vor dem Eingang. Doch beim Betreten des Foyers kann auf den Mundschutz nicht verzichtet werden. Wer nicht daran gedacht hat, wie zwei junge Mütter, die sich aber zu helfen wissen, der zaubert schnell einen Schal aus der Tasche und bindet ihn sich um. Noch ein ordentlicher Spritzer Desinfektionsmittel auf die Hände, dann kann es losgehen mit dem lange ersehnten Badespaß im Freien.

Dass die große Halle im Innenbereich geschlossen bleibt, ist für viele Besucher nicht tragisch. Schließlich hat man sich auf das Außenbecken gefreut, gesäumt von großzügigen Grün- und Liegeflächen. In einem normalen Jahr hätte das Bad bereits seit Mitte Mai geöffnet. Jetzt klopfen bereits die Sommerferien an die Tür, und es ist höchste Zeit für einen Sprung ins kühlende Nass. Doch dafür muss man erst mal an einem Bauzaun vorbei, der das Becken umrahmt. "Das mutet schon befremdlich an", sagt Badegast Martina Weißbeck, die diesen Umstand aber gerne in Kauf nimmt, weil ihr das regelmäßige Schwimmen so sehr gefehlt hat. "Es ist die einzige Sportart, die ich ausüben kann", sagt sie.

"Hauptsache wieder im Bad" - das ist auch das Motto von Jürgen Ruddat, der sich gerade am Beckenrand mit dem Handtuch die Haare trocken rubbelt. Überrascht über die Maßnahmen zeigt sich der Schwimm-Enthusiast nicht. "Ich habe nichts anderes erwartet", sagt er.

Auch die Schwimmbad-Leitung sieht diesem zweiwöchigen Probelauf vor den Sommerferien gelassen entgegen. Vor der offiziellen Eröffnung sei man bereits mit den Vereinen, die hier ihr Training absolvieren, in den Testlaufbetrieb eingestiegen. Auf diesem Wege habe man einige Erfahrungen sammeln können, von denen man jetzt profitiere.

Drei verschiedene Zeitfenster

Seit gestern kann hier nun jedermann Bahnen schwimmen. Natürlich mit dem vorgeschriebenen Abstand, der nicht immer so leicht einzuhalten ist, wenn man gerade die Nase unter Wasser hat. Damit es zu keinen Begegnungen im Becken kommt, habe man, so Elke Liedtke, stellvertretende Leiterin des Taunabades, die Öffnungszeiten in drei verschiedene Zeitfenster eingeteilt. Jeweils montags, mittwochs und freitags beginnt das Frühschwimmen um 6.30 Uhr und geht bis 8 Uhr. Daran schließt sich die nächste "Schicht" von 9 bis 12 Uhr an sowie von 13 bis 18 Uhr. Die weiteren Zeiten: dienstags und donnerstags von 8 bis 11 Uhr, 12 bis 15 Uhr und 16 bis 20 Uhr. Für Samstag und Sonntag gilt 8 bis 12 Uhr und 13 bis 18 Uhr.

Die Badegäste werden zu Beginn eines jeweiligen Zeitfensters eingelassen und müssten dieses mit Ablauf ihrer Buchung verlassen. Wem Eintritt zur Freizeiteinrichtung gewährt werden soll, der muss sich vorher auf https://www.stadtwerke-oberursel.de/TaunaBadOberursel für das jeweilige Zeitfenster angemeldet und ein elektronisches Ticket generiert haben. So kann gewährleistet werden, dass die Auflagen problemlos eingehalten würden, wonach sich maximal 200 Personen im Bad aufhalten.

Der Startschuss für den diesjährigen Freibadbetrieb war bereits in den frühen Morgenstunden gefallen. Eine Option, von der 41 Personen Gebrauch gemacht hätten, wie Liedtke berichtet. "Wir sind zufrieden", sagt sie im Hinblick auf die aktuell vorliegenden Anmeldungen.

"Die nächsten Gäste kommen um 13 Uhr", berichtet Liedtke. Doch bis die Nächsten ins Wasser eintauchen, gibt es für die Angestellten viel zu tun. Alle Flächen, die von den Besuchern angefasst werden, unterziehen die Mitarbeiter einer gründlichen Desinfektion Eine Stunde ist dafür veranschlagt.

Wesentlicher Eckpfeiler des Konzeptes: Man will verhindern, dass sich die Gäste während ihres Aufenthaltes begegnen. Ein kurzes "Hallo, wie geht's?" aus der Ferne muss aber trotzdem drin sein. Der Bauzaun dient als Orientierung, damit die vorgeschriebenen Wege eingehalten werden. Die Ein- und Ausgänge sind genau gekennzeichnet, damit sich keiner verläuft.

Nur eine Dusche

Die Umkleiden bleiben geschlossen. Auch das muss man neben dem Einpacken eines Mundschutzes bedenken, wenn man sich auf den Weg hierher macht. Die einzige, derzeit nutzbare Dusche befindet sich am Beckenrand. Im Außenbereich kann eine Toilette genutzt werden.

Auch die Nachmittagsgäste sowie alle anderen auch müssten laut Liedtke am Eingang den bei der Anmeldung im Internet generierten QR-Code vorzeigen. Entweder auf ihrem Handy oder in ausgedruckter Form. Wer keine Möglichkeit dazu hat, dem helfen die Mitarbeiter gerne weiter. Bis zu den Ferien wolle man erstmal schauen, wie sich das aktuelle Konzept bewährt. In der Regel zähle das Bad die meisten Besucher vor den Sommerferien. Während der Urlaubszeit werde es ruhiger, so Liedtke, wobei es in diesem Jahr kene gewöhnlich Badesaison ist.

Es gelten übrigens Festpreise von 4 Euro für Erwachsene und 2 Euro für Kinder.

VON Elena Schemuth

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