Kompetent, präzise und souverän hat sich Julia Antoni bei ihrer Vorstellung im Rathaussaal präsentiert. Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) sieht in ihr eine unternehmerische Persönlichkeit mit fachlicher Expertise.
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Kompetent, präzise und souverän hat sich Julia Antoni bei ihrer Vorstellung im Rathaussaal präsentiert. Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) sieht in ihr eine unternehmerische Persönlichkeit mit fachlicher Expertise.

Stadtwerke

Oberursel: Julia Antoni wird die neue Stadtwerkechefin

  • VonGabriele Calvo Henning
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Die Stadtwerke Oberursel haben eine neue Chefin: Julia Antoni. Die Nachfolgerin von Jürgen Funke sieht hiesigen Versorger gut für die Zukunft gerüstet.

Oberursel -Nachdem in den vergangenen sechs Monaten immer wieder spekuliert wurde, wer wohl die Nachfolge von Jürgen Funke, der als langjähriger Geschäftsführer der Oberurseler Stadtwerke zum Jahresende in den Ruhestand geht, antreten würde, steht jetzt fest: Es wird Julia Antoni (37), die zum ersten Oktober von ihrem bisherigen Arbeitgeber, der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Darmstadt, in die Brunnenstadt wechselt. Damit ist der Magistrat in seiner Entscheidung zur Besetzung der Stelle der Empfehlung des Aufsichtsrats der Stadtwerke gefolgt.

Dass sie sich in Darmstadt, wo sie auch im Vorstand der Initiative "Wohnen 2050" aktiv ist, schwerpunktmäßig mit den Transformationsprozessen bei der Wärmeversorgung von Gebäuden beschäftigt, passt gut zu ihrer neuen Aufgabe. Denn, das stellte sie bei ihrer Vorstellung im Rathaus fest, der Einsatz von erneuerbaren Energien, aber auch die Wirtschaftlichkeit moderner Technologien würden wichtige Zukunftsthemen sein.

Dass sie dies ab Herbst gerade in Oberursel angehen kann, gefällt ihr aus einem ganz bestimmten Grund: "Das besondere an den Stadtwerken ist, dass hier viele wichtige Bereiche gebündelt unter einem Dach sind." So seien die Stadtwerke schon jetzt gut für die Zukunft gerüstet. "Damit die Energiewende gelingen kann, brauchen wir das Zusammenspiel aller Sektoren, Strom, Wärme und Verkehr", so die Wirtschaftsjuristin, die in Trier und an der Leuphana Universität Lüneburg mit dem Schwerpunkt Energierecht studiert hat und ihren beruflichen Einstieg erst bei der Bundesnetzagentur und dann beim Energieversorger Mainova als persönliche Referentin des technischen Vorstandes gefunden hat. Die Expertise stimmt also.

Stadtwerke Oberursel: Starke Tragkraft und gute Vernetzung

Für sie bringen die Oberurseler Stadtwerke schon jetzt eine gute Kombination aus der richtigen Größe für eine Mittelstadt wie Oberursel, einer starken wirtschaftlichen Tragkraft und einer guten internen Vernetzung mit. Diese breite Aufstellung sei, und das betont Antoni ausdrücklich, Jürgen Funke zu verdanken, der die Stadtwerke am Jahresende 31 Jahre geführt haben wird.

Antoni, die sich im Auswahlverfahren der Findungskommission, die von einer beauftragten Personalberatung unterstützt wurde, schließlich gegen 94 andere Bewerberinnen und Bewerber durchgesetzt hat, identifiziert mit der weiteren Digitalisierung und der Attraktivität der Stadtwerke als Arbeitgeber weitere Themen, auf die sie einen besonderen Fokus legen will.

Dabei wisse sie, dass "nichts ohne die Menschen geht", intern wie extern. Deshalb lege sie großen Wert auf Transparenz gegenüber den Mitarbeitenden, "um gemeinsam für die Daseinsvorsorge der Stadt da zu sein." Wegen der engen Verzahnung mit der Stadt und durch die Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern stünden die Stadtwerke eben für mehr "als einfach nur Strom aus der Steckdose". Genau das habe sie gereizt, sich, nachdem Headhunter sich bei ihr gemeldet hatten, auf den Posten zu bewerben - mit Erfolg.

Bürgermeister Brun über neue Stadtwerke-Chefin: Die geeignetste Person gefunden

Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) zeigte sich bei der Vorstellung von Julia Antoni überzeugt, mit ihr die Person gefunden zu haben, die am besten für den Posten geeignet ist. Die Entscheidung in den Gremien sei "ohne Parteibuch" und einstimmig gefallen, so Brum. Er betonte ihre fachliche Kompetenz, Persönlichkeit und die Fähigkeit, Altes mit Neuem zu verbinden. Genau dies brauche es, um die Herausforderungen der Energiewende und die damit verbundenen gesetzlichen Vorgaben meistern zu können. Funke bescheinigte er zugleich, die Stadtwerke über Jahrzehnte geprägt und stark gemacht zu haben. Daran gelte es anzuknüpfen.

Julia Antoni selbst stammt aus einem Dorf in Rheinland-Pfalz im Landkreis Kusel, ihr Vater sei Förster und habe sie stark geprägt, auch darin, sich beruflich für die Energiebranche zu entscheiden. Sie ist verheiratet und lebt seit zwölf Jahren in Frankfurt. Über ihre beiden Töchter im Kita- und Grundschulalter hat sie bereits länger privat Kontakt in die Brunnenstadt. Beide Kinder gehen auf dem Siedlungslehrhof zum Reiten. alv

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