Zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen Christiane Klär (links) und Sarah Quehl (rechts) setzt Geschäftsführerin Andrea Maurer-Schlangen (Mitte) im "Thiiird Place"auf hybride Formate als zukunftsweisende Kommunikationsformen.
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Zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen Christiane Klär (links) und Sarah Quehl (rechts) setzt Geschäftsführerin Andrea Maurer-Schlangen (Mitte) im "Thiiird Place"auf hybride Formate als zukunftsweisende Kommunikationsformen.

Wandel

Oberursel: Kein Zurück in die alte Arbeitswelt

  • vonGabriele Calvo Henning
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Die Expertinnen von "Thiiird Place" sehen die Zukunft in hybriden Kommunikationsformen

Keine Frage, die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt verändert. Vor einem guten Jahr sahen sich Firmen und Unternehmen von jetzt auf gleich mit der Frage konfrontiert, wie Arbeitsabläufe trotz Lockdown und "Social Distancing" weitergehen können. Direkt davon betroffen war auch das Team von "Thiiird Place", einem Anbieter für Räumlichkeiten für Seminare, Workshops und Meetings in ansprechender Atmosphäre an der Adenauerallee. Waren kurz vor dem ersten Lockdown die Bücher voll, brach die Auftragslage ein. Trainings, Meetings und Strategieworkshops wurden gecancelt. "Wir mussten uns jeden Montag neu erfinden", sagt Andrea Maurer-Schlagen, die "Thiiird Place" vor drei Jahren gegründet hat.

Neue Formate mit der passenden technischen Ausstattung mussten her, eines davon: hybride Konferenzen, also Zusammentreffen, die zugleich mit wenigen Teilnehmenden in Präsenz vor Ort und virtuell zugeschalteten Teilnehmenden stattfinden. Gemeinsam mit der Stadt Oberursel wurden so Pressekonferenzen organisiert, auch bei der Bürgerbeteiligung zu Pimoo, der Plattform zu integrierten Mobilität in der Stadt, war man beteiligt, genauso wie beim Gründerdialog der städtischen Wirtschaftförderung. Vereine haben die hybriden Möglichkeiten in den Räumen in Bahnhofsnähe für ihre Jahreshauptversammlungen genutzt. Zuletzt war der "Thiiird Place" Austragungsort und Liveschaltzentrale für den Werte- und Wirtschaftskongress (WuW), den das Selbständigenforum Fokus O. Mitte Mai zum ersten Mal im hybriden Format mit 300 Teilnehmenden aus nah und fern durchgeführt hat.

Was die pandemiebedingten Veränderungen in der Arbeitswelt mit Homeoffice, Onlinemeetings- und -konferenzen betrifft, so ist sich Maurer-Schlangen sicher, dass es kein Zurück in die Zeiten vor Corona geben wird, auch nicht, wenn das Virus weiter in den Griff bekommen wird.

Homeoffice ist keine Karrierebremse mehr

"Homeoffice muss kein Karrierenachteil mehr sein", zieht sie einen Strich unter die Heimarbeit, die bis vor kurzem noch den Ruf hatte, weniger qualifizierte Arbeit zu sein, in der - meist Frauen - in Teilzeit beschäftigt waren, ohne Aussicht beruflich aufzusteigen. Jetzt gehören Online-Meetings mit der Teilnahme von zu Hause aus zum beruflichen Alltag querbeet durch die Firmenetagen. Das werde nicht zurückgedreht werden können, weil viele Arbeitnehmende diese Formate weiter wünschen würden. Für die Führungskräfte bedeute dies, "dass sie sich die Frage stellen müssen: Wie sieht bei uns das nächste Normal aus", so die Thiiird Place Chefin.

Dieses neue Normal müsse neuen bestimmten Anforderungen entsprechen, wenn vermieden werden soll, dass es zu einem Entkoppeln der Teams kommt, sich die Arbeitnehmenden daheim vor ihren Bildschirmen nicht wahrgenommen fühlen oder die Identifikation mit den Firmenzielen auf der Strecke bleibt. Auch die Gefahr der Entgrenzung, also das zu starke Überlappen von Arbeits- und Privatzeit hin zu einem "allzeit bereit" der Arbeitnehmenden, müsse in dieser neuen Kommunikationskultur ins Kalkül gezogen werden. Das alles falle einigen Entscheidern zurzeit noch schwer, habe man in der eigenen Beratungstätigkeit in Unternehmen beobachtet, so das "Thiiird Place"-Team.

Dabei könnten die hybriden Formate ein wichtiger Teil der Lösung sein, sind sich Andreas Maurer-Schlangen und ihre Mitarbeiterinnen Christiane Klär und Sarah Quehl sicher. Örtlich flexibel seien sie eine neue Chance für mehr berufliche Teilhabe von hochqualifizierten Frauen in Familiensituationen. Geschäftsreisen mit dem Auto oder Flugzeug könnten reduziert werden, was Klima- und Umweltschutz nütze, Barrierefreiheit könne hergestellt werden. Zugleich könne der unternehmerische Aktionsradius über den lokalen Standort hinaus erweitern werden. Schließlich könnten Büroflächen eingespart werden, ohne den direkten Austausch restlos zu kappen - die Mischung zwischen Virtuellem und Präsenz macht's möglich. Dazu Maurer-Schlangen: "Die Unternehmen haben jetzt die Möglichkeit ihre Teams in hybride Teams zu verwandeln", die neben der Arbeit im vernünftig ausgestatteten Homeoffice je nach Bedarf in Präsenz und virtuell zusammenkommen.

Genau hier setzt man bei "Thiiird Place" mit dem (hybriden) Angebot an, in den hellen, farblich durchdachten und von der Aufteilung extrem flexiblen Räumlichkeiten an der Adenauerallee eine Begegnungsqualität zu schaffen, die mit der entsprechenden technischen Ausstattung kreatives Arbeiten für alle Teilnehmenden möglich macht. Wichtige sei, so Andrea Maurer-Schlangen, dass dabei die zugeschalteten Teilnehmenden genauso wie die präsenten Kollegen als ein gleichberechtigter Teil des Ganzen wertgeschätzt werden.

Gabriele Calvo Henning

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