Das Kinderbecken auf dem Freibadgelände des Taunabads muss dringend grundsaniert werden.
+
Das Kinderbecken auf dem Freibadgelände des Taunabads muss dringend grundsaniert werden.

Taunabad

Oberursel: Kinderbecken in kritischem Zustand

  • VonGabriele Calvo Henning
    schließen

Die Sanierung könnte bis zu 1,8 Millionen kosten. Trotz Kritik an der Vorlage stimmt der Haupt- und Finanzausschuss zu.

Oberursel -Auf der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Digitalisierungsausschusses (HFDA) am vergangenen Donnerstag ließ Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) keinen Zweifel daran, dass das Kinderbecken auf dem Freibadgelände des Taunabads mehr als in die Jahre gekommen ist. "Das Kinderecken hat große Zerfallserscheinungen und muss dringend saniert werden." Das sei schon deshalb angezeigt, weil das Freibad gerade Familien und Kindergruppe anspreche. Den dringenden Sanierungsbedarf bestätigte auch der bei der Sitzung anwesende Betriebleiter des Taunabads Frank Achtzehn, der davon sprach, das sich bereits 90 Prozent der Fliesen vom Estrich gelöst hätten und das obere Becken kurz vor der Sperrung stehe. Auch im unteren Bereich hätten sich schon Fliesen gelöst. Ein einfacher Austausch würde nichts mehr bringen. Die Botschaft des Betriebsleiters war klar: Man muss ran an die Substanz, eine Grundsanierung ist dringend angezeigt.

Und die kostet eine Stange Geld. Als Betreiber des Taunabads haben die Stadtwerke in der Zwischenzeit bei verschiedenen Planungsbüros angefragt, wie umfangreich eine Sanierung, die auch die technischen Anlagen des Beckens beinhalten soll, sein würde. Nun liegt eine erste Auswertung vor. In der Sitzung sprach der ebenfalls anwesende Geschäftsführer der Stadtwerke Jürgen Funke von einem aufzuwenden Betrag - je nach Angebot - zwischen 1,5 und 1,8 Millionen Euro. Und er hatte noch eine nicht so gute Nachricht im Gepäck. Eine Förderung des Landes für das Sanierungsprojekt wird es nicht geben, da es sich um ein Kinderbecken handelt.

Dies alles hatten die Ausschussmitglieder in Form einer Beschlussvorlage des Magistrats noch einmal schriftlich vor Augen, einer Vorlage, die durch ihr bloßes Vorhandensein, für Diskussionen sorgte, ging es hier doch um den ungewöhnlichen Beschluss einer Kenntnisnahme. Das führte bei der Grünen Christina Herr zu der Frage, was denn hier eigentlich beschlossen werden soll. Auch ihr Parteikollege Wolfgang Schmitt bezweifelte die Sinnhaftigkeit einer solchen Vorlage, weil der Magistrat den Posten Kinderbecken-Sanierung voraussichtlich doch ohnehin in seinen Haushaltsentwurf für 2022 aufnehmen und in den Haushaltsberatungen zur Diskussion und schließlich zur Abstimmung stellen würde. Er machte deutlich, dass diese Zustimmung zur Kenntnisnahme für weitere politische Abstimmungen wohl nicht bindend sei.

Kritik: Zu wenig Konkretes

Ähnlich die Einlassung von Andreas Bernhardt (OBG-Freie Wähler), der angesichts, der "etwas weichgespülten Vorlage", die gerade, was Angaben zur konkrete Umsetzung angehe, dann doch dürftig sei. So sei auch nichts davon zu lesen, wie der Magistrat die Sanierung das bezahlen will. Bernhardt vermutete, "dass der Bürgermeister hier noch einen Herzenswunsch auf den Weg bringen will." Brum konterte, dass es um ein frühzeitige Adressieren an die Politik gehe, weil die Vorplanungen bereits angelaufen seien. Es sei wichtig, ins Bewusstsein zu rufen, dass ernsthafte Problem existierten und dass es so mit dem Kinderbecken nicht weitergehen könne. Ihm sprang Stadtwerkechef Funke bei, der erklärte, dass angesichts des Volumens so etwas nicht spontan für den Haushalt angemeldet werden könne, deshalb diese Beschlussvorlage. Man kann es auch Pflöcke einhauen nennen oder die Suche nach politischer Rückendeckung.

Und Rückendeckung scheint es zu geben, jedenfalls im HFDA, der die Kenntnisnahme schließlich mit allen Stimmen bei Enthaltung der AfD beschloss. Für Elenor Pospiech (SPD) geht es mit der Sanierung darum, die Attraktivität des Freibades zu halten oder noch zu steigern, auch wenn das nicht billig werden wird. Für "Die Linke" sprach Ingmar Schlegel von Verantwortung, die man für die städtische Infrastruktur übernehmen müsse und damit auch für das jahrzehntealte Kinderbecken. Dessen Sanierung soll zwischen Oktober 2022 und April 2023 laufen, wobei Brum einräumte, dass man sich durchaus auch alternative Standorte als den jetzigen vorstellen könne. Sicher ist, nach der Sanierung ist vor der Sanierung, denn nach dem Kinderbecken steht die umfangreiche Sanierung des Freibadbeckens samt Technik an. alv

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare