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Oberursel krönt Äppler-Königspaar

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Von: Alexander Schneider

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Mit sich und der Orscheler Schoppewelt im Reinen: Daniela Strickert und Frank Grimmer sind das neue „Äppelwoi-Königspaar“. Ihre „Liaison de Pommes“ wurde von den 241 Testern mit großem Abstand auf den Thron gewählt. In Gedanken an so viel Geschmack im Gerippten kann man nur wie Ihre Hoheit Königin Daniela verzückt mit den Augen rollen.
Mit sich und der Orscheler Schoppewelt im Reinen: Daniela Strickert und Frank Grimmer sind das neue „Äppelwoi-Königspaar“. Ihre „Liaison de Pommes“ wurde von den 241 Testern mit großem Abstand auf den Thron gewählt. In Gedanken an so viel Geschmack im Gerippten kann man nur wie Ihre Hoheit Königin Daniela verzückt mit den Augen rollen. © as

Daniela Strickert und Frank Grimmer holen mit ihrem Stöffche’ mit Abstand die meisten Punkte.

Oberursel -Daniela Strickert und Frank Grimmer sind das neue Orscheler Schoppe-Königspaar. Dass ein Pärchen den Thron des Hohenastheimers erklimmt, ist schon eine Besonderheit und kam bei den 23 bisherigen „Äppelwoi-Vertestigungen“ noch nicht so oft vor. Fast noch bemerkenswerter aber sind die Punkte: 925 davon haben die 241 Tester auf die „Liaison de Pommes“ gesetzt - auch noch keine Sensation, die lag erst im Abstand zum Zweitplatzierten Stöffche, gekeltert und ausgebaut von Georg Eiselt, der 772 Punkte erhielt. So weit lagen Königs- und Vizekönigsschoppen noch nie auseinander, und auch der Umstand, dass auch die Nummer 2 bei Experten für wahre Lobeshymnen sorgte, adelt den Siegertrunk zu einem wahrhaft göttlichen Elixier höchster Gaumenfreude.

Lieber Apfelwein- als Champagnerduft

Entsprechend groß war der ehrliche Applaus all derer, die bis Sonntagabend um 19 Uhr, es goss in Strömen, noch hofften, ihr Wein könnte auch zu royalem Glanz kommen. Der König von 2019, Jockel Döringer, kam diesmal nur auf Rang 11, war aber der erste, der zum Klatschen aufrief, als das Königspärchen von Florian Steden im Beisein von Brunnenkönigin Verena I. und Brunnenmeister Andreas als das Maß aller Dinge auf- und ausgerufen wurde.

Auch Bürgermeisterin Antje Runge (SPD) war des Lobes voll, ihr sei es lieber, dass es in der Brunnenstadt nach Apfelwein und nicht nach Champagner duftet. Der hölzerne Königspokal ist gewachsen. Vor der Vertestigung - das Wort muss vor 23 Jahren jemandem nach dem zehnten Schoppen eingefallen und dann aus Ehrfurcht beibehalten worden sein - wurde er von Nico Müller mit einem Ring aus Speierlingholz verlängert. Dort ist nun Platz für 16 weitere Königsplaketten. Bis 2038 ist der Wettbewerb also gesichert. „Flo“ Steden machte es trotz des schlechten Wetters spannend, sprach von qualitativ sehr hochwertigen Proben, nur sehr wenige wären besser nicht auf den Rand des Marktbrunnens gestellt worden. Doch selbst die seien noch besser gewesen als andere, bei deren zweifelhaftem Genuss man noch vor ein paar Jahren rückwärts umgefallen wäre. Nicht nur mit den von 19 Spendern in 30-Liter-Portionen dargebotenen Proben war Steden zufrieden, auch die Zahl der Tester sei, gemessen am miesen Wetter, mit 241 noch recht gut gewesen. In Schönwetterjahren seien es auch nur 100 mehr gewesen. Für 13 Euro konnten sich die Tester einmal ums Brunnenrund herumtrinken, wer eine zweite Runde brauchte, oder sein Urteil später noch einmal überprüfen wollte, musste nachlösen. „Wir wollen keine Flatrate-Trinker“, begründet Steden den Preis, für den es immerhin gut zwei Liter Stöffcher gab. Wenn man das Probierglas bis zum Rand füllte, was aber die wenigsten taten. Es waren halt Fachleute am Werk, denen es aufs Bewerten, nicht aufs Trinken ankam.

Nur wenige erkennen ihre eigenen Proben

Nur wenige der überwiegend Orscheler Apfelweinspender haben ihre eigene Probe erkannt. Die neuen Hoheiten Daniela Strickert und Frank Grimmer wussten zwar auch schon nach dem ersten Schluck aus dem Probierglas, dass die Probe Nummer 6 das Zeug zum Siegerschoppen hatte, jedoch nicht, dass es der ihrige war. Einen leichten Verdacht habe man aber schon gehabt. Dabei ist die „Liaison de Pommes“ durchaus ein Gesamtkunstwerk aus den Bausteinen Boskop, Goldparmäne, Brettacher, Trierer und, darauf legt Königin Daniela besonderen Wert, Zitronenapfel. Man habe 2021 spät, erst im November, gekeltert und dabei mehrere Mischungen gepresst, die dann durch Hin- und Herprobieren verschnitten wurden, solange, „bis er alles hatte was ein Schoppen haben muss“: angenehme Säure, milde Fruchtaromen, eine leichte, unaufdringliche Süße. Klar, dann kommt halt so etwas Leckeres heraus...

Nach Abzug aller Kosten und durch Aufrunden von Florian und Valentin Steden waren am Ende 2000 Euro übrig, die an Susanne Hahn vom Frankfurter Verein Hilfe für krebskranke Kinder und Stefanie Dittrich von Hospiz St. Barbara übergeben wurden.

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