Wilde Müllablagerungen oder überquellende Abfallbehälter in Oberursel sind immer wieder Gegenstand von Meldungen ans Bürgertelefon.
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Wilde Müllablagerungen oder überquellende Abfallbehälter in Oberursel sind immer wieder Gegenstand von Meldungen ans Bürgertelefon.

Beteiligung

Oberursel: Mehr Meldungen ans Bürgertelefon

  • VonGabriele Calvo Henning
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Die meisten Anlässe für die Kontaktaufnahme mit der Verwaltunge waren im vergangenen Jahr Sauberkeit und Verkehr, Sicherheit und Ordnung.

Oberursel -Die Zahlen lassen aufmerken. Im vergangenen Jahr haben sich mehr Menschen an das Bürgertelefon gewandt, als durchschnittlich in den Jahren davor. Auf Anfrage hat die Stadtverwaltung nachgerechnet und stellt fest, dass es im vergangenen Jahr insgesamt 1376 Meldungen an das Bürgertelefon gegeben hat.

Im Vergleich dazu hat es in den vorangegangenen drei Jahren, also zwischen 2018 und 2020, durchschnittlich rund 1200 Meldungen pro Jahr gegeben. Möglicherweise könnte zum Teil Corona den Anstieg erklären, heißt es von der Stadt. Dass durch Schließungen und verstärktes Arbeiten im Homeoffice mehr Menschen vor Ort geblieben sind, könnte einen Einfluss gehabt haben. Wobei auch bemerkt werden muss, dass es im ersten Coronajahr 2020 keinen wesentlichen Anstieg gegeben hat.

Kontakt über

mehrere Kanäle

Das sogenannte Bürgertelefon ist heutzutage auf verschiedenen Wegen erreichbar, wobei der größte Teil der Hinweise oder Beschwerden die Stadtverwaltung über die BürgerApp oder die TaunaApp erreicht, die beide über die bekannten AppStores auf das Smartphone oder Ähnliches geladen werden können. Ebenso kämen auch per E-Mail oder über das Kontaktformular auf der städtischen Homepage Meldungen herein, so die Stadt.

In Zahlen bedeutet das, dass sich etwa 60 Prozent über die Apps melden. Das "tellme"-Kontaktformular auf der Internetseite der Stadt oder auch direkte E-Mails an info@oberursel.de oder buergertelefon@ oberursel.de nutzten die Bürgerinnen und Bürger zu je 15 Prozent. Der direkte telefonische Kontakt wird mit 7 Prozent deutlich weniger in Anspruch genommen. Die digitale Beteiligung ist deutlich auf dem Vormarsch.

Seit 2015 werden alle eingehenden Beschwerden und Hinweise zentral über eine eigene Software erfasst und den jeweils zuständigen Geschäftsbereichen, den Stadtwerken oder dem BSO zugeordnet. Soweit die persönlichen Kontaktdaten hinterlassen wurden, geht gleichzeitig eine Information, dass die Meldung aufgenommen und weitergeleitet wurde, an die Nutzer.

"Durch ein internes Kontrollsystem ist sichergestellt, dass das Anliegen zeitnah, innerhalb von sieben Tagen, bearbeitet wird und eine Rückmeldung an die Bürgerin bzw. den Bürger erfolgt. 99 Prozent der Mitteilungen seit 2015 konnten bearbeitet und beantwortet werden", bilanziert man bei der Stadt. Jede Meldung werde als Chance gesehen, die Qualität der städtischen Dienstleistungen und Angebote zu verbessern.

Die Hauptthemen 2021 waren Sauberkeit mit Blick auf wilde Ablagerungen, Straßenreinigung, Papierkörbe sowie Verkehr mit Regelungen, Beschilderungen, Straßenschäden, die Pflege des sogenannten Straßenbegleitgrüns und der Grünanlagen beziehungsweise der Spielplätze und schließlich Sicherheit und Ordnung. Dabei ging es etwa um Einwohnermeldeamtssachen, Falschparker oder Straßenbeleuchtung. Alles Dauerbrenner, wobei eine stärkere Gewichtung in Richtung Verkehr und Grünpflege festzustellen sei, während das Thema Sauberkeit etwas zurückgegangen ist. "Der Komplex Sicherheit und Ordnung blieb im Umfang identisch zu den Vorjahren", so die Stadtverwaltung.

Inhaltlich seien weit mehr als die Hälfte der Meldungen Hinweise gewesen, ein Fünftel Anfragen oder Anregungen mit der Bitte um Information. Etwa jede zehnte Meldung lasse sich als Kritik oder Beschwerde einordnen.

Das "Bürgertelefon" gibt es seit 1970. Seitdem wurde es weiterentwickelt und technisch angepasst. Nach wie vor wird es als niederschwelliges Angebot bewertet. Es gehört zum Aufgabengebiet der "Bürgerbeteiligung" und ist damit dem Büro von Bürgermeisterin Antje Runge (SPD) zugeordnet. Zurzeit werde der Bereich neu aufgestellt und soll im Zuge dessen eine Aufwertung erfahren, kündigt die Stadt an. alv

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