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Oberursel: Mehr Pflanzen auf die Plätze

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Von: Christiane Paiement-Gensrich

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Mehr Grün, mehr Schatten und mehr Sitzgelegenheiten sollen den Aufenthalt auf dem Epinayplatz angenehmer machen.
Mehr Grün, mehr Schatten und mehr Sitzgelegenheiten sollen den Aufenthalt auf dem Epinayplatz angenehmer machen. © Jens Priedemuth

Der Magistrat soll für mindestens ein Areal genügend Verschönerungs-Geld vom Land einplanen. Am Donnerstag stehen die Vorschläge des Arbeitskreises „Gestaltungskonzept City“ auf der Tagesordnung des Stadtparlaments.

Oberursel -Mehr „Grün“ und mehr „Blau“ wünschen sich die Bürger für die Innenstadt. Wobei „Grün“ für Pflanzen und „Blau“ für Wasser steht. Die Vorschläge des Arbeitskreises „Gestaltungskonzept City“ stehen am kommenden Donnerstag, 24. November, auf der Tagesordnung des Stadtparlaments. Die Vorschläge sind das Ergebnis der Bürgerbeteiligung zur Belebung der Innenstadt.

Die meisten Bürger haben sich Gedanken zu Epinayplatz und und Berlebachplatz (dem Platz hinter der Stadthalle) gemacht. Je 68 Vorschläge sind zu beiden Plätzen eingereicht worden. Auf dem Epinay-Platz sehen sie mehr Beschattung und Begrünung in Kombination mit mehr Sitzmöglichkeiten. Zudem soll geprüft werden, wie dort Wasser integriert und erlebbar gemacht werden kann. Vorgeschlagen wird auch eine Begrünung der Pyramide oder die dortige Anbringung von Solarpanels.

Auch der Berlebachplatz soll künftig grüner werden und zum Verweilen einladen. Derzeit wird das relativ trostlose städtische Grundstück meist als öffentlicher Parkplatz genutzt. Der Verein „Oase am Urselbach“ setzt sich dafür ein, dass dort ein gartenartiger Platz angelegt wird und hatte das Gelände auch schon zeitweise mit geliehenen Topfpflanzen und Liegestühlen umgestaltet. Zum Brunnenfest stand dort auch eine der Bühnen für Live-Musik, und die Besucher kamen zahlreich. Für diesen Platz soll nun auch untersucht werden, ob dort entsiegelt werden kann und ob ein Zugang zum Wasser ermöglicht werden kann. Immerhin fließt der Bach - in Beton gefasst - direkt vorbei.

Um Wasser geht es auch beim Platz am St. Barbarabrunnen. Dort soll geprüft werden, ob der alte Mühlgraben wieder erlebbar gemacht werden kann, und ob die Anbringung einer Zisterne möglich ist.

Auch weitere Plätze und Freiflächen (genannt werden Chopin-Platz, Bleiche und Vorstadt) sollen mittel- und langfristig umgestaltet werden. Aus finanziellen Gründen aber nur Schritt für Schritt. Beim Chopin-Platz ist eine Umgestaltung aber erst nach 2024 möglich. Zuvor müssen die Bauarbeiten in der Nachbarschaft abgeschlossen werden.

Für Plätze und Flächen in der Innenstadt insgesamt soll es um ein neues und nachhaltiges Lichtkonzept gehen, ein so genannter Maßnahmekatalog „Licht“ für die Innenstadt auf Basis des „Masterplans Licht“. Außerdem werden überall mehr Sitzmöglichkeiten gewünscht und mehr Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Gefragt sind zudem Barrierefreiheit, das Sichtbarmachen schwächerer Verkehrsteilnehmer und weniger Pkw-Verkehr. Bei der Bepflanzung könnte ein Patenschaftsprogramms zur Pflege der Pflanzen interessant sein.

Für künftige Generationen

Die Stadt hatte bei der ersten Ausschreibung „Denken und beleben Sie Ihre Innenstadt neu“ des Landesprogramms „Zukunft Innenstadt“ einen breit angelegten Beteiligungsprozess für ein Integriertes Gestaltungskonzept „Freiraum und Plätze“ sowie zur konkreten Gestaltung durchgeführt. Der Prozess wurde und wird vom Arbeitskreis „Gestaltungskonzept City“ begleitet, zu dem die Fraktionen des Stadtparlaments, der Gewerbeverein Fokus O, die Lokale Oberurseler Klimainitiative (LOK) und die Initiative ,Oase am Urselbach‘ sowie Fachleute der Stadtverwaltung gehören.

Im März hatte der Arbeitskreis auf Basis eines Ideenwettbewerbs die Vorschläge des Planungsbüros „Projektlandschaft Kassel“ ausgewählt, die als Grundlage und ersten Impuls für die weitere Sammlung der Ideen und Vorschläge dienten. Am 2. und 3. Juni fanden öffentliche Stadtspaziergänge mit anschließenden Werkstätten statt. Alle interessierten Bürger waren eingeladen, 60 Personen nahmen teil.

Zudem konnten vom 4. bis 18. Juni online Vorschläge gemacht werden. Und wer zum Infostand der Stadtverwaltung auf der Kindermeile am Brunnenfest kam, durfte auch dort seine Ideen kundtun. Außerdem wurden die städtischen Mitarbeiter gebeten, Ideen einzubringen. Insgesamt gab es rund 500 Rückmeldungen. Bei einer abschließenden Werkstatt am 25. Juni wurden die Vorschläge bewertet, diskutiert und priorisiert.

Der Arbeitskreis „Gestaltungskonzept City“ schließlich hat die Vorschläge am 8. Juli weiter diskutiert und konkretisiert und die Empfehlung abgegeben, der Magistrat solle eine Beschlussvorlage für die Stadtverordnetenversammlung ausarbeiten, die die Entwicklung von Leitlinien für das Gestaltungskonzept beinhaltet. Die Schwerpunkte: Aufenthaltsqualität, Klimaanpassung, Identifikation, Vernetzung und Nachhaltigkeit. Grundlage für weiteres Arbeiten sollen folgende Mottos sein: „Alle ziehen an einem Strang“, „offene und lebendige Kommunikation“ und „für unsere zukünftigen Generationen“.

Fundraising für die Gestaltung

Das Projekt wird aus dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ gefördert, einen Eigenanteil aber muss die Stadt selbst schultern. Angesichts der angespannten Haushaltslage soll der Magistrat nun beauftragt werden, sicherzustellen, dass für wenigstens einen Platz ausreichend Geld eingeplant wird. Dem Bau- und Umweltausschuss (BUKA) soll dazu die Planung des Gesamtbudgets vorgestellt werden. Alle halbe Jahre soll dort auch über den aktuellen Stand der Platz-Umgestaltung berichtet werden. Außerdem soll eine Schätzung der jeweils geplanten Unterhalts- und Folgekosten vorgelegt werden. Das Prüfungsergebnis dazu, welcher Platz als erster das Rennen um das Umgestaltungs-Geld macht, soll, mit einer Beschlussempfehlung des Magistrats im ersten Quartal 2023 im BUKA vorgestellt werden. Außerdem soll der Magistrat gebeten werden, ein Fundraising-Konzept für die Gestaltung der Plätze und Freiflächen zu entwickeln.

Die Stadtparlamentssitzung ist öffentlich und beginnt am kommenden Donnerstag um 19.30 Uhr in der Oberurseler Stadthalle.

Der Chopin-Platz muss noch warten, bis die Bauarbeiten in der Nachbarschaft abgeschlossen sind.
Der Chopin-Platz muss noch warten, bis die Bauarbeiten in der Nachbarschaft abgeschlossen sind. © Christiane Paiement-Gensrich

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