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Am Hollerberg kann nun wieder musiziert werden.

Schnelle Wende

Oberursel: Musikschule darf wieder öffnen

Die Schließung war nur von kurzer Dauer: Gerade hatte die Musikschule in Oberursel wegen der Corona-Auflagen den Betrieb eingestellt, da kam es auch schon wieder zur Wende. Aber auch Sportler können sich auf Lockerungen freuen.

Oberursel -"Das sind hervorragende Neuigkeiten", freute sich der Leiter der Musikschule Oberursel, Holger Pusinelli. Am Freitag hat das Corona-Kabinett der Hessischen Landesregierung entschieden, dass Musik- und Kunstschulen wieder geöffnet werden können - die gerade erst auf Grund der Corona-Verordnung des Landes geschlossen worden waren.

Daraufhin hatte es massiven Protest aus den entsprechenden Einrichtungen gegeben, vor allem deshalb, weil sie im Gegensatz etwa zu den Volkshochschulen als "Freizeiteinrichtungen" eingestuft worden waren.

"Wir sind bestürzt und fassungslos", hatte Holger Pusinelli das in einem Elternbrief kommentiert. Man habe ja Verständnis dafür, dass im November keine Konzerte stattfinden können. Doch das Unterrichtsverbot in den Einrichtungen sei nicht verhältnismäßig. Schließlich hätten die Musikschulen alles dafür getan, um den Unterricht sicher durchzuführen. Alle hätten sich in den vergangenen Monaten akribisch an die Abstands- und sonstigen Regeln gehalten - ob Schülerinnen und Schüler, Lehrende oder Eltern, versicherte das Oberurseler Musikschul-Team in einem Newsletter.

Die Musikschule hatte zwar schon im Frühjahr einige Erfahrungen mit Online-Formaten gesammelt. Diese seien aber "kein adäquater Ersatz" für den Präsenzunterricht, hatte Holger Pusinelli im Gespräch mit dieser Zeitung betont. Einige Schülerinnen und Schüler waren deshalb bereits abgesprungen.

Skateanlagen bleiben offen

Unterstützung bekam die Musikschule Oberursel auch aus der Politik. "Bildungseinrichtungen dürfen erst die letzte Instanz sein, bei der wir über Schließungen reden", hatte der FDP-Landtagsabgeordnete Stefan Naas als Reaktion auf einen Bericht dieser Zeitung gefordert.

Wie es nun konkret weitergeht an der Musikschule Oberursel, an der 85 Lehrende rund 2300 Schülerinnen und Schüler aus der gesamten Region unterrichten, könne er noch nicht im Einzelnen sagen, erklärte Holger Pusinelli gestern. Das müsse man nun erst einmal im Detail prüfen. Beachtet werden müssen weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln.

Gleichzeitig mit den neuen Vorgaben für Kunst- und Musikschulen hat das Corona-Kabinett in Wiesbaden auch die Regeln für die Sportstätten geändert. Danach ist es für Amateur- und Freizeitsportler nun wieder möglich, "alleine, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands auf und in allen Sportanlagen Sport zu treiben".

Wie die Oberurseler Sportvereine mit der veränderten Situation umgehen, ist noch offen. Fest steht aber bereits: Die städtischen Bolzplätze und Skateanlagen werden nicht geschlossen. Eine entsprechende Entscheidung vom Donnerstag hat die Stadtverwaltung gestern zurückgezogen - sie war noch auf Grundlage der alten Landesverordnung getroffen worden. red

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