Seitdem der Markt nur noch auf dem Epinay-Platz stattfindet, ist der historische Marktplatz oft verwaist.
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Seitdem der Markt nur noch auf dem Epinay-Platz stattfindet, ist der historische Marktplatz oft verwaist.

Altstadt

Oberursel: Poller für den Marktplatz?

  • vonGabriele Calvo Henning
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Stadt Oberursel stellt Ideen für die Eppsteiner Straße vor - und hält sich ansonsten bedeckt.

Oberursel - In der letzten Sitzung des Bauausschusses (BUA) vor der im März stattfindenden Kommunalwahl ging es unter anderem um die anstehende grundhafte Sanierung der Eppsteiner Straße. Hier stellte die Verwaltung in einem ersten Entwurf ihre Ideen vor, wie dieser Eingang zur Altstadt Richtung Marktplatz in Zukunft aussehen könnte. Allerdings ist dieser Entwurf noch längst nicht beschlussreif. Insofern kann die auch für die Ausschussmitglieder etwas überraschend angesetzte Präsentation durch die Leiter der städtischen Verkehrsplanung Uli Molter in Wort und Bild durchaus so verstanden werden, dass die Stadt damit die Marschrichtung für die Beratungen nach der Wahl anzeigen wollte. Denkanstöße für die zukünftigen politischen Entscheider sozusagen, irgendwo zwischen Versuchsballon und handfesten Fakten.

Eine erste Diskussion wurde angesichts der möglichen Veränderungen im BUA durch die Kommunalwahl geführt, auch wenn dessen Mitglieder die dazugehörigen Unterlagen gerne früher bekommen hätten. "Es geht hier immerhin um das Herz der Altstadt", so Michael Reuter (CDU).

"Die grundhafte Sanierung der Eppsteiner Straße ist überfällig", stellte Uli Molter zu Beginn der Präsentation fest. Im Zuge derer sei es durchaus vorstellbar, den Marktplatz Richtung Schulstraße und Richtung Homm-Kreisel mit versenkbaren Pollern zu versehen. Diese hätten den Vorteil, dass bei Veranstaltungen auf dem Marktplatz, der Verkehr beruhigt werden könne. Berechtigte, also Anwohner, Gewerbetreibende und Gastronomen hätten aber jederzeit die Möglichkeit, durchzukommen. Sie könnten technisch so ausgerüstet werden, dass sie je nach Bedarf die Poller heben oder versenken könnten.

Sollte der versenkbare Poller irgendwann kommen, ist freilich zu hoffen, dass er zuverlässiger arbeitet als sein "Kollege" in der Bad Homburger Fußgängerzone. Da wurde der Poller nach diversen Pannen nämlich stillgelegt.

In einer ersten Reaktion zeigten sich die Grünen im Bauausschuss positiv überrascht. "Damit findet eine wirkliche Verkehrsberuhigung statt", außerdem könnte dadurch der Marktplatz eine Stärkung als Ort für Veranstaltungen erfahren.

Die ersten Planungen sehen außerdem eine Verlegung der kirchseitig gelegenen Bushaltestelle in Höhe des Marktplatzes vor. Sie könnte nach den Vorstellung der Planer weiter in die Eppsteiner Straße rücken und gegenüber der auf der Seite der Stadtbücherei liegenden Haltestelle ihren neuen Platz finden. Das sei was die Fahrbahnbreite an dieser Stelle betreffe durchaus machbar, so Molter.

Eine Engstelle aber fiel den BUA-Mitgliedern auf, die es laut der Vorplanungen kurz vor den Arkaden des Büchereigebäudes geben wird. Hier soll eine technische Anlage ihren Platz finden, mit der auch nach der vor abgeschlossenen Bodensanierung, mit der in den vergangenen Jahren rund vier Tonnen Schadstoffe aus dem Untergrund entfernt wurden, die weitere Grundwassersanierung gewährleistet werden soll. "Dafür braucht es eine technische Anlage und die wiederum braucht Platz", erklärte dazu Erster Stadtrat Christof Fink (Grüne). Er sprach davon, dass die Anlage in etwa so groß wie ein größerer Stromkasten werden würde.

Genauere Angaben konnte die Verwaltung in diesem Planungsstadium noch nicht liefern. Trotz der Präsentation im BUA zeigte sich die Stadt zurückhaltend, näher Stellung zu den Planungsideen zu nehmen. Eine entsprechende Anfragen bei Stadt durch diese Zeitung wurde abgelehnt. Dafür sei es zu diesem Zeitpunkt zu früh, so eine Stadtsprecherin.

Was die grundhafte Sanierung der Eppsteiner Straße angeht, betonte Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) dass es bei der Vorstellung im BUA darum gehe, zu zeigen, "dass man am Thema dran ist und dass an dieser Stelle viel Arbeit auf uns zukommen wird, für die wir Geld in die Hand werden nehmen müssen." Von Gabriele Calvo-Henning

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