Das Oberurseler Rathaus wird abschnittsweise saniert..
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Das Oberurseler Rathaus wird abschnittsweise saniert..

Stadtpolitik

Oberursel: Rathaus-Sanierung Schritt für Schritt

  • vonGabriele Calvo Henning
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Die Verwaltung hat die Pläne für die erste Bauphase vorgestellt. Es könnte schon bald losgehen.

Oberursel - Nach langen Diskussionen hat die Politik unlängst wichtige Entscheidungen für die Zukunft des Rathauses gefällt: Es bleibt an Ort und Stelle und soll schrittweise saniert werden. Dafür hat die Verwaltung nun die Pläne für die erste Bauphase vorgestellt. Insgesamt soll es derer vier geben (siehe Infobox). Dieses Konstrukt mit vier in sich abgeschlossenen Aufgabenpaketen sei insofern ein Vorteil, erläuterte Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD), als dass man diese flexibel und je nach Kassenlage in Angriff nehmen könne. "Niemand weiß, wie viel Geld die Stadt im nächsten Jahr hat", gibt der Rathauschef angesichts wahrscheinlicher Mindereinnahmen wegen Corona bei Gewerbe- und Einkommenssteuer zu bedenken.

Im ersten Schritt werden sich die Arbeiten auf die notwendigen Flächen für die Stadtverwaltung konzentrieren. Heißt, dass der Gebäudeteil mit dem großen Sitzungssaal und der angebaute Gebäudeteil B zunächst weitestgehend unberührt von den Arbeiten bleiben. Dasselbe gilt für das Areal der sogenannten Umgriffsflächen vor, neben und hinter dem Rathaus. Was deren Zukunft betreffe, so laufe die politische Diskussion noch mit ganz verschiedenen Ideen, die von der Ansiedlung neuer Firmen in dem Bereich über die Nutzung für kulturelle Aktivitäten und das Thema Wohnen reichen, so Brum bei der Präsentation. "Jetzt gilt es erstmal, das erstmal das Rathaus ordentlich machen."

Dabei gehe es nicht um irgendwelche Schönheitsreparaturen, sondern um eine langfristige Sanierung, die über Jahre im laufenden Betrieb durchgeführt wird. Tatsache ist: Das Gebäude aus den 1970ern ist in die Jahre gekommen. Haustechnik, energetische Ausstattung und Raumklima sind die Hauptthemen. Nicht zuletzt gehe es darum, die Arbeitsplätze in der Verwaltung an die durch die Digitalisierung und neue Arbeitsabläufe mit Video- und Telefonkonferenzen veränderten Prozesse anzupassen.

Vieles liegt im Argen im Rathausgebäude. Temperaturen von bis zu 38 Grad im Sommer in den Büros an der Südseite sind kein Spaß für die Bediensteten. Die Fenster in den Büros sind schwergängig und lassen sich nicht mehr kippen. Sie gehen nur noch auf oder zu, was das Lüften nicht einfacher mache. "Die raumklimatischen Bedingungen sind katastrophal", so Brum,

Abenteuer Aufzugfahrt

Im Keller hat einer der beiden Gasbrenner den Geist aufgegeben. Die Aufzugfahrten werden zum Abenteuer. "Gefühlt kommen fast täglich Techniker ins Haus", so der Chef der Stadtplanung Arnold Richter. Der Lift habe an die 2,5 Millionen Fahrten auf dem Buckel - nach spätestens 2 Millionen sollte über eine Erneuerung nachgedacht werden. Problematisch sei, so Richter weiter, dass es für viele der technischen Geräte und Einrichtungen keine Ersatzteile mehr gebe.

Bei der ersten Bauphase, die im September mit den Vorbereitungen für Ausschreibung beginnen könnte, wenn die politischen Gremien zustimmen, geht es um eine neue Heizung, und den Ersatz der Elektroanlage. Außerdem werden neue Aufzüge angeschafft und neue Fenster mit außenliegendem Sonnenschutz eingebaut. Kostenpunkt für diesen ersten Sanierungsschritt: 2,5 Millionen Euro. Hinzu kommen noch Kosten für Planung und Steuerung. Dabei sei zu berücksichtigen, so Brum und Richter, dass diese zunächst hohen Investitionen im späteren Betrieb zu deutlichen Einsparung im Verbrauch führen würden. Für die energetische Sanierung werden Fördermittel beim Land beantragt. Baubeginn könnte nach der Genehmigung des Haushaltes 2021 Mitte kommenden Jahres sein. alv

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