+
Fast mannshoch ist die Baumschutz-Abfalleimer-Kombination, mit der der angehende Metallgestalter Tim Fischer den zweiten Platz in einem Wettbewerb des Hessischen Metallverbandes errungen hat.

Ausgezeichnete Idee

Oberursel: Schutz für die Bäume in der Stadt

Tim Fischer hat eine pfiffige Idee in die Tat umgesetzt und beim Azubi-Wettbewerb der hessischen Metallbauer den zweiten Platz belegt. Sein Baumschutz erfüllt gleich mehrere Funktionen. Auch im Rathaus ist man angetan.

Oberursel - Er hat eine dreieckige Grundfläche, ist giftgrün, nimmt lästigen Abfall auf und ist gut für die Bäume in der Stadt. Der Baumschutz, den Tim Fischer entworfen und gebaut hat, ist bis ins kleinste Detail durchdacht. Damit hat der 19-Jährige, der zurzeit eine Ausbildung zum Metallgestalter macht und im zweiten Lehrjahr ist, den zweiten Platz bei einem vom Hessischen Metallverband landesweit ausgeschriebenen Wettbewerb für Azubis gemacht. Gebaut hat er den Baumschutz in seinem Lehrbetrieb, der "Metallmanufaktur", die sein Vater Dirk Velte in Oberursel betreibt.

Nur zehn Tage bis zum Prototyp

Etwa zehn Tage habe es von der ersten Idee bis zum fertigen Prototypen gedauert, rechnet Tim nach. Bei der Entwicklung eines, so die Wettbewerbsaufgabe, Baumschutzes für den öffentlichen Raum, habe er sich von verschiedenen Gesichtspunkten leiten lassen, allen voran ging es um die Sicherheit. Das Objekt durfte keine scharfen Ecken haben oder zur Stolperfalle für Passanten werden. "Erst hatte ich mir überlegt, eine schützende Hand aus Metall um den Baum zu legen. Dann habe ich mir gedacht, dass es gut wäre, dass der Baumschutz noch eine andere Funktion haben soll." So kombinierte Tim Fischer den Schutz mit Abfalleimern.

Ausgehend von der dreieckigen Grundfläche sind drei Abfallbehälter angebracht - für Restmüll, Papier und Verpackung. Daraus ergibt sich ganz automatisch auch der Name, den Tim seinem Entwurf gegeben hat, nämlich "Green and Clean City", zu Deutsch etwa "Grüne und saubere Stadt". Die hinweisenden Piktogramme wurden nach Dateivorlagen, die Tim ebenfalls selbst geschrieben hat, von einer Spezialfirma in Weilrod mit Computerunterstützung direkt in die Bleche gelasert.

"Weil ein Dreieck als Grundfläche sich als zu ausladend herausgestellt hat, habe ich die Ecken zu kleineren Flächen umgestaltet", erklärt der junge Auszubildende weiter. Das hat außerdem den Vorteil, dass genau an diesen Stellen die Größe des Baumschutzes an die Dicke des jeweiligen Baumstamms angepasst werden kann, in dem größere oder kleinere Bleche angebracht werden können. Zerlegbar, weil komplett verschraubt, ist sein Baumschutz zudem und kann damit einfach und platzsparend auf einer Palette transportiert werden,

Was das Material und die Materialdicke betreffe, sei sein Entwurf absolut flexibel, sagt Tim. Sein Prototyp besteht aus pulverbeschichtetem Stahl, es ist aber auch möglich den Baumschutz aus Edelstahl oder - als leichtere Variante - aus Aluminium zu bauen. Das kommt, genauso wie die Farbgebung, ganz auf die Wünsche der potentiellen Kundschaft an.

Mit der Stadt bereits im Gespräch

Mit der Stadt Oberursel ist der junge Metallgestalter bereits im Gespräch. Von dort aus habe man schon Interesse signalisiert, vier Stück in der Innenstadt aufzustellen, berichtet Tim. Leider sei dann die Corona-Krise dazwischen gekommen und die vordringlichen Themen für die Stadtverwaltung seien jetzt erstmal andere, weiß der Azubi. Für eine mögliche Installation waren Bäume zwischen Vorstadt und Epinay Platz im Gespräch.. alv

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare