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Der Weg zur Reduktion des Treibhausgases CO2 fängt bei jedem selbst an. Stadtwerkechef Jürgen Funke, BUND-Vorsitzende Claudia von Eisenhart Rothe, worldwatchers-Gründer Christoph Kunz und LOK-Mitgründerin Claudia Passow hoffen auf viele Teilnehmer.

Bundesweites Pilotprojekt

Oberursel: Sechs Wochen für mehr Klimaschutz

  • vonGabriele Calvo Henning
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BUND, LOK und Stadtwerke starten den 1. Oberurseler Klimathon. Die Veranstalter hoffen auf über 1000 Teilnehmer.

Oberursel -Ideen, den persönlichen CO2-Fußabdruck zu verringern und damit zum Klimaschutz beizutragen, gibt es viele, allein an der Motivation, etwas beim eigenen Konsumverhalten zu ändern, hapert es oft. Mit dem am kommenden Montag, 19. Oktober, startenden sechswöchigen "1. Oberurseler Klimathon" soll nachgeholfen werden, so jedenfalls das erklärte Ziel der Vorsitzenden des Bund für Umwelt und Naturschutz Oberursel/Steinbach (BUND), Dr. Claudia von Eisenhart Rothe, die zugleich die Ideengeberin für die Aktion ist. Mit im Klimathon-Boot sitzen als Kooperationspartner die Lokale Oberurseler Klimainitiative (LOK) und als Hauptsponsor die Stadtwerke Oberursel.

Eine zentrale Rolle spielt die bereits existierende kostenlose Smartphone-App "worldwatchers klimakompass", mit der der eigene CO2-Fußabdruck bestimmt werden kann. Zudem gibt sie Hinweise, wie hoch die CO2-Bilanz für mehr als 1,2 Millionen Konsumprodukte ist und wie jeder einzelne seinen persönlichen CO2-Fußabdruck senken kann.

Erfunden und mit einem fünfköpfigen Team entwickelt hat die App worldwatchers-Gründer Christoph Kunz aus Heusenstamm . Diese App fungiert quasi als Basis-Instrument für den extra für Oberursel entwickelten Klimathon, der in dieser Form bundesweiten Pilotcharakter hat und an dem alle mit einem Smartphone ausgestatteten Oberurseler teilnehmen können - angelehnt an die klassische Marathonstrecke von gut 42 Kilometern ebenso viele Tage lang.

32 Herausforderungen warten auf die User

Wer sich die App gratis über Google Play oder im Apple Store runterlädt, geht dort auf den Menüpunkt "Challenges" (Herausforderungen) und gibt den Code "1OK2020" ein. Nachdem zunächst der eigene CO2 -Fußabdruck ermittelt wurde, kann man mit den eigentlichen Herausforderungen starten. In jeder der sechs Wochen geht es um einen anderen privaten Lebensbereich, als da wären Wohnen, Ernährung, Mobilität, Urlaub/Freizeit, Shopping und Digitales Leben. So kann es beim "Wohnen" darum gehen, die Duschzeit auf drei Minuten zu begrenzen, bei "Ernährung" eine Woche auf Fleisch zu verzichten oder sich bei "Mobilität" Fahrgemeinschaften zu suchen.

Insgesamt werden 32 solcher Herausforderungen angeboten. Am Ende wird das worldwatchers-Team virtuell errechnen, wie viel CO2 von den teilnehmenden Oberurselern eingespart wurde und wie viel sie künftig pro Jahr einsparen könnten, wenn sie die eingeübten Verhaltensweisen dauerhaft übernehmen. Freigeschaltet wird der Klimathon am 19. Oktober um Punkt 0 Uhr.

"Uns geht es darum, eine Möglichkeit anzubieten, mit Spaß über den eigenen Konsum nachzudenken und zugleich konkrete Handlungsalternativen an die Hand zu bekommen" erklärt von Eisenhart Rothe bei der Präsentation des Klimathon kurz vor seinem Start. Nur durch die direkte persönliche Betroffenheit könne tatsächlich etwas in Sachen Senkung des Treibhausgases CO2 passieren, ist sie überzeugt. Auch bei der Klimainitiative LOK, die von Eisenhart Rothes Idee für eine CO2-Rechner von Anfang an begleitet hat, ist man froh über diese Zusammenarbeit.

Was die Rolle der Stadtwerke betrifft, die das Pilotprojekt finanziell unterstützen, so decke sich dies mit der eigenen Philosophie in Sachen Klimaschutz, betont Geschäftsführer Jürgen Funke: "Das ist etwas, das zu Oberursel passt, um Verhaltensänderungen zu generieren." Zugleich nutzen die Stadtwerke diese Plattform aber auch, um Werbung in eigener Sache zu betreiben und auf eigene Angebote und Initiativen hinzuweisen.

Sollte der Klimathon in Oberursel erfolgreich laufen - die Verantwortlichen hoffen auf mehr als 1000 Teilnehmer - so sei es vorstellbar, dieses Instrument anderen Kommunen und Interessenten anzubieten, blickt worldwatchers-Gründer Kunz bereits in die Zukunft. Was seine persönliche Motivation für die App und den Klimathon betreffe, so antwortet der Mann, der im Hauptberuf für den Bundesverband Materialwirtschaft und Logistik arbeitet: "Ich möchte nicht zu denen gehören, die später gefragt werden, warum hast du nichts getan." von Gabriele Calvo Henning

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