Weniger ist was Plastikverpackung angeht in jedem Fall mehr, nämlich mehr Ressourcenschonung. Mit einer entsprechenden Aktion zu weniger Verpackung beteiligt sich auch Christian Herrmann mit seinem Liwell Reformhaus an der "Fairen Woche".
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Weniger ist was Plastikverpackung angeht in jedem Fall mehr, nämlich mehr Ressourcenschonung. Mit einer entsprechenden Aktion zu weniger Verpackung beteiligt sich auch Christian Herrmann mit seinem Liwell Reformhaus an der "Fairen Woche".

Aktion soll Bewusstsein stärken

Oberursel startet in die "Faire Woche"

Zehn Händler und Dienstleister aus Oberursel beteiligen sich an der Aktion und setzen ganz individuelle Schwerpunkte.

"Wenn jeder für sich im Kleinen etwas macht, dann kann Großes bewirkt werden", ist Katharina Rhode vom Tabak-Carree-Rhode überzeugt. Sie gehört zu den zehn Händlern und Dienstleistern, die bei der gestern auch in Oberursel gestarteten, bundesweit laufenden "Fairen Woche" mitmachen. Rhodes Themenschwerpunkt sind dabei die lokalen Produzenten. Ein Regal präsentiert Spirituosen und heimische Dosenwurst. Selbstgebastelte Bienenwaben im Schaufenster zeigen, der heimische Honig liegt ihr am Herzen. "Wir haben hier gute Produktionsbedingungen und die Transportwege sind sehr kurz", so Rhode. Damit spricht sie wesentliche Inhalte der fairen Woche an, die von Nachhaltigkeit über gerechte Arbeitsbedingungen, lokale Produktion bis hin zum schonende Umgang mit Ressourcen reichen.

Wer in den nächsten Tagen aufmerksam durch die Innenstadt läuft, findet hier und da Plakate zur Aktionswoche. Corona-bedingt zwar nicht so auffällig wie im vergangenen Jahr parallel zum Herbsttreiben, dennoch wollen die zehn beim Selbständigenforum Fokus O. organisierten Geschäfte mit besonderen Schaufenstergestaltungen, Extraflächen, Filmen und Informationen einladen, mehr über Handelsstrukturen zu erfahren und das eigene Konsumverhalten zu überprüfen. Zum Beispiel im Liwell Reformhaus Herrmann, wo ein mit Plastikmüll bepackter Verkaufstisch zeigt, wie viel Verpackungsabfall jeder in der Woche produziert. Die Idee "unverpackt" zu kaufen liegt da nah.

Beim Thema Textilwaren und Kleidung ist, was fairen Handel und menschenwürdige Produktionsprozesse betrifft, bekanntlich Luft nach oben. Gleich mehrere Händler wollen hier aufklären. Mit dabei ist unter anderen "Steinecker Betten und Gardinen", wo es Infos zu einem bestimmten Nachhaltigkeitssiegel gibt. Ein kurzer Film, erläutert zudem, dass es nicht nur auf Bioqualität ankommt. Nachhaltig und gerecht wird die Sache erst, wenn der Wasser- und Energieverbrauch runter- und Arbeitsschutz und faire Bezahlung hochgefahren werden. Dass Kinderarbeit für alle Beteiligten ein "No go" ist, versteht sich von selbst.

"Aus alt mach neu" schont Rohstoffe

Auch Recycling ist Thema bei der "Fairen Woche". Wie das beim Gold funktionieren kann, kann man sich beim Juwelier Jürgen Windecker erklären lassen. Er schmilzt aufgekauftes altes Gold ein, gießt längere Goldstangen daraus, aus denen schließlich Golddraht gezogen wird. Die daraus geformten Ösen werden zu neuen Ketten. "Das ist wirkliches Handwerk und es macht aus alt neu", so der Juniorchef, Statt immer neues Gold mit hohem CO2-Ausstoß und unter fragwürdigen Arbeitsbedingungen zu fördern, könne das vorhandene genutzt werden. Ähnlich das Ansinnen von Claudia Kaczinski. Die stellvertretende Vorsitzende beim Fokus O. sammelt in ihrer Versicherungsagentur alte Handys, die sie an das Hilfswerk "missio" schicken wird. "Dort werden die Rohstoffe zurückgewonnen und mit Verkaufserlös bedürftige Familien unterstützt". Erklärt sie dazu.

Wer sich bei den zehn teilnehmenden Geschäften informieren möchte, kann auch bei einem Gewinnspiel mitmachen und eine Oberursel Card gewinnen. Die Teilnahme-Flyer gibt es beim Fokus O., in den teilnehmenden Geschäften und im Rathaus. alv

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