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Oberursel: Suche nach neuer Schulleitung kann dauern

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Von: Christiane Paiement-Gensrich

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Bis das Gymnasium Oberursel eine neue Leitung hat, kann noch ein Jahr ins Land gehen.
Bis das Gymnasium Oberursel eine neue Leitung hat, kann noch ein Jahr ins Land gehen. © jp

Nachdem die Schulleiterin und ihr Stellvertreter kurz nacheinander das Gymnasium Oberursel verlassen haben, sind Führungskräfte aus Usingen und Königstein an die Schule abgeordnet worden. Jeweils auf halber Stelle.

Oberursel -Turbulent ging es am Gymnasium Oberursel (GO) vor Schuljahresbeginn zu. Nicht nur, dass der stellvertretende Schulleiter Patrick Weise vor den Ferien in Richtung Kultusministerium verabschiedet wurde. Kurz nach ihm verließ auch Schulleiterin Marietta Grandemange - für viele überraschend - das Gymnasium. Sie arbeitet nun wieder an ihrer vorherigen Wirkungsstätte, der privaten katholischen Bischof-Neumann-Schule in Königstein. Für eine Stellungnahme war sie gestern nicht zu erreichen. Sowohl Grandemange als auch Weise waren erst vor einem Jahr ans Gymnasium Oberursel gekommen.

Das Staatliche Schulamt hat nun als Übergangslösung zwei Leitungskräfte abgeordnet. Hans-Konrad Sohn, seit 2018 Schulleiter der Christian-Wirth-Schule (CWS) in Usingen, hat für die Arbeit dort nun nur noch eine halben Stelle und leitet mit einer weiteren halben Stelle das Gymnasium Oberursel. Ähnlich sieht es für die stellvertretende Schulleiterin des Königsteiner Taunusgymnasiums Eva Koch aus. Auch sie ist nun mit einer halben Stelle als stellvertretende Schulleiterin in Oberursel beschäftigt.

Die beiden vakanten Posten sind ausgeschrieben. Aber bis ein neuer Schulleiter und ein neuer Stellvertreter gefunden sind, werden noch einige Monate ins Land gehen. „Für die Stelle des stellvertretenden Schulleiters läuft die Bewerbungsfrist noch bis Anfang Oktober“, so Schulamtsleiterin Dr. Rosemarie zur Heiden auf Anfrage dieser Zeitung. Die Besetzung der Stelle könne ein halbes Jahr und länger dauern. Die Bewerbungsfrist für die Schulleiterstelle laufe noch rund drei Wochen länger. Da rechne sie mit einem Jahr, bis der neue Schulleiter am Gymnasium Oberursel antreten könne. Warum das so lange dauere? „Bei solchen Stellen können nicht berücksichtigte Kandidaten gegen die jeweilige Entscheidung klagen“, erklärt zur Heiden. Unter anderem müssten die damit verbundenen Fristen gewahrt werden.

Was die Kollegien von CWS und Taunusgymnasium vermutlich beruhigen wird: „Herr Sohn und Frau Koch bewerben sich nicht um die beiden Oberurseler Stellen“, so zur Heiden. „Beide helfen jetzt nur aus und werden dabei von den Kolleginnen und Kollegen an den jeweiligen Schulen unterstützt.“ Hilfreich sei unter anderem, dass Koch (Mathematik und Chemie) bereits am GO unterrichtet hatte.

Geordnete Verhältnisse

Sohn unterdessen ist mit seinen vier Jahren Amtszeit an der CWS der dienstälteste Schulleiter im Hochtaunuskreis. Er lobt das Oberurseler Kollegium: „Wir haben geordnete Verhältnisse, eine funktionierende Schule und ein gut organisiertes Schulleitungsteam vorgefunden. So sei die Stundenplanung, also welcher Lehrer wann in welcher Klasse welches Fach unterrichtet, eine klassische Aufgabe des stellvertretenden Schulleiters, bereits gut vorbereitet gewesen.

Ähnlich beschreibt Christina Jung, Pressesprecherin am Gymnasium Oberursel, die Situation: „In den Ferien ging alles ein bisschen hopplahopp. Aber der Schulbetrieb läuft gut, und wir hatten auch eine schöne Einschulungsfeier.“

Das Kollegium hoffe jetzt auch darauf, dass die ebenfalls vakante Stelle des Fachbereich-3-Leiters (Mathe und Naturwissenschaften) bald besetzt werde. In der Tat sieht es da laut Schulamt recht gut aus. „In diesem Besetzungsverfahren sind wir schon ziemlich weit. Das könnte sehr schnell gehen“, so zur Heiden. Aber auch wenn der Schulbetrieb in Oberursel trotz der Übergangslösung gut läuft, was ja das Wichtigste ist: Klar ist auch, dass Schulleiter und Stellvertreterin an ihren ursprünglichen Gymnasium auch so genug zu tun hätten. „Normalerweise hätte ich in diesem Schuljahr an der CWS einen Physik-Leistungskurs übernommen. Aber jetzt gebe ich nur zwei Wochenstunden Physik in der Mittelstufe“, berichtet Sohn, dessen zweites Fach Geschichte ist. „Ich unterrichte gern, man muss auch als Schulleiter im Schulalltag bleiben“, sagt er.

Ungewöhnliche Situation

Dass Schulleiter und Stellvertreterin von anderen Schulen mit jeweils halben Stellen abgeordnet werden, sei der ungewöhnlichen Situation geschuldet, dass in Oberursel an einer großen Schule mit rund 1800 Schülern zwei Führungspersonen fast gleichzeitig ausgeschieden seien, erklärt Sohn. „Normalerweise übernimmt der reguläre Stellvertreter übergangsweise die Aufgaben eines ausgeschiedenen Schulleiters.“ Es gebe zwar auch noch einen vom Kollegium gewählten Abwesenheitsvertreter. Aber dieser sei nur für kurze Vertretungen vorgesehen. Etwa wenn der Schulleiter für drei Tage auf ein Seminar müsse und der stellvertretende Schulleiter krank werde.

Die Aufgaben des Schulleiters seien vielfältig, so Sohn weiter. Er müsse sich um Personalangelegenheiten kümmern. Da gehe es um Verträge, Verbeamtungen und Berichte für Beförderungen. Und er müsse viel kommunizieren sowie Lösungen für größere und kleinere Probleme finden. „Aber die meisten relevanten Entscheidung besprechen wir im Team.“

Am Gymnasium Oberursel bestehe das Schulleitungsteam, außer dem Schulleiter und seiner Stellvertreterin, aus dem Abwesenheitsvertreter Frank Hilgert, dem Studienleiter Timo Vogt und den Fachbereichsleitern Sprache, Kunst, Musik (Friederike Pitsch) und Gesellschaftswissenschaften (Jens Frowerk).

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