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Das Oberurseler Hallenbad ist wegen eines Schadens noch eingerüstet. Ungeachtet dessen ist der Bau teurer geworden als kalkuliert.

17 Millionen Euro Kosten

Oberursel: Taunabad nun doch teurer als geplant

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Die Kosten für Oberursels Ende 2014 eröffnetes Hallenbad waren vonseiten der Stadt offiziell stets mit 14,7 Millionen Euro angegeben worden. Nun liegt ein Papier vor, das 17 Millionen Euro als voraussichtliche Gesamtsumme nennt. Für die Steigerung gibt es mehrere Gründe.

Kurz vor Weihnachten 2014 ist Oberursels neues Hallenbad eröffnet worden, kurz vor Weihnachten 2017 liegt erstmals eine Zahl für die voraussichtlichen Gesamtkosten vor: In einem Papier, über das die Kommunalpolitik am heutigen Donnerstag berät, ist von maximal 17 Millionen Euro die Rede. Bislang hatte die Stadt die Kosten mit 14,7 Millionen Euro angegeben – jeweils inklusive Abbruch des alten Bades, Schallschutz und Parkplatz.

Eine offizielle Schlussrechnung stand und steht bislang aus, gab und gibt es doch noch Verhandlungen über die Schlussrechnungen einiger Gewerke, bei denen die Stadt respektive ihr Eigenbetrieb Bau und Service Oberursel (BSO) – kurz gefasst – nicht mit den erbrachten Leistungen der Unternehmen zufrieden war.

Was hat zu den höheren Kosten geführt? „Das sind im Wesentlichen Leistungsänderungen“, erklärt BSO-Chef Michael Maag auf Anfrage dieser Zeitung. Heißt: Nachträglich seien zum Beispiel der Ausbau einer separaten Umkleide für den Kioskpächter des Taunabads, das Leitsystem im Gebäude und eine Beschichtung der Schwallwasserbehälter gewünscht worden. Insgesamt 1,24 Millionen der Mehrkosten kommen laut Vorlage für die Politik durch Leistungsänderungen und Ausschreibungsergebnisse zustande. Letzteres bedeutet abweichende Preise, zum Beispiel durch Erschwerniszulagen.

Mit 670 000 Euro wirken sich Nebenkosten auf die gestiegene Gesamtsumme aus. Darin enthalten sind laut Maag zum Beispiel höhere Kosten für Baustrom und Bauwasser sowie der größere Zeitaufwand für den BSO.

Ferner führen Rechts- und Beratungskosten sowie Maßnahmen auf dem Freibadgelände zur höheren Gesamtsumme. Letztere wurden schon im Vorgriff auf eine noch ausstehende Freibadsanierung vorgenommen und, vereinfacht ausgedrückt, kostentechnisch dem Hallenbad-Projekt zugeschrieben. Gemeint sind nach Angaben von Michael Maag zum Beispiel die Spielplatzerneuerung, sogenannte Energiesäulen für Veranstaltungen, ein zusätzliches Kassenhäuschen sowie neue Tore.

Während sich der Außenstehende fragt, ob manches nicht von vornherein bekannt oder einzukalkulieren gewesen wäre, sieht Maag die Kostensteigerungen offenbar nicht so dramatisch. „Eine Abweichung von 14,9 Prozent ist absolut im üblichen Rahmen“, sagt der BSO-Chef.

Nach seiner Rechnung sind die genannten 17 Millionen die maximale Summe, die Oberursel am Ende zu zahlen haben könnte. Über eine knappe halbe Million, konkret 464 000 Euro, wird nämlich noch verhandelt. Bleibt diese Summe tatsächlich in voller Höhe an der Stadt hängen, werden die 17 Millionen erreicht.

Die Kommunalpolitiker, die sich heute mit dem Thema Hallenbad befassen, müssen jedoch nicht über die Gesamtkosten abstimmen. Sie sollen einer überplanmäßigen Ausgabe in Höhe von 422 000 Euro zustimmen.

Zur Erklärung: Die 464 000 Euro, die noch fällig werden könnten, und die nun freizugebenden 422 000 Euro ergeben zusammengezählt freilich nicht die 2,3 Millionen Euro Differenz zur Ursprungsplanung. Das liegt daran, dass einige Zahlungen ja bereits geleistet sind.

Gesprächsstoff dürfte es so oder so geben, war über den Neubau des Hallenbads und seine Kosten doch in der Politik heftig diskutiert worden, ehe der Beschluss getroffen wurde. Die Auseinandersetzung war damals so heftig, dass daran 2012 die damalige Koalition aus SPD, Grünen und Oberurseler Bürgergemeinschaft (OBG) zerbrochen war. Die OBG wollte sich nicht darauf einlassen, zur Finanzierung den Altkönigsportplatz zu veräußern.

Gremien tagen heute

Die Hallenbadkosten sind heute Thema im Haupt- und Finanzausschuss (18 Uhr) und im Stadtparlament (19.30 Uhr). Beide Gremien tagen öffentlich im Rathaus.

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