Theaterspaß vor voll besetzten Zuschauerrängen, wie hier beim "Jedermann" - dafür ist Theater im Park bekannt. Doch in Zeiten von Corona ist eine Durchführung nicht möglich.
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Theaterspaß vor voll besetzten Zuschauerrängen, wie hier beim "Jedermann" - dafür ist Theater im Park bekannt. Doch in Zeiten von Corona ist eine Durchführung nicht möglich.

Corona-Folgen

Oberursel: Theater im Park und Brunnenfest abgesagt

Es war zu befürchten: Theater im Park und Brunnenfest sind abgesagt. Die mit einer Durchführung verbundenen Risiken waren den Veranstaltern zu groß. Immerhin soll es für das Oberurseler Brunnenfest eine Ersatzveranstaltung geben.

Es ist bekannt, dass die Arbeit von Theatermachern meist mit Dramatik zu tun hat, aber nicht immer auch dramatisch sein muss. Doch es gibt auch Situationen, die man nicht vorhersehen, Umstände, die man nicht beeinflussen und Begebenheiten, die man woanders nicht erleben kann. Dazu zählt der Geschäftsführer des Kultur- und Sportförderverein Oberursel (KSfO), Udo Keidel-George, die erneute Absage von Theater im Park. Wie im vergangenen Jahr muss die Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Die derzeitigen Umstände hätten eine vernünftige Planung und Umsetzung nicht zugelassen. Die Verlängerung des Lockdowns auf den 18. April und die damit einhergehenden Vorgaben und Einschränkungen machen weder den Start der Ensembleproben noch einen termingerechten Beginn der Bautätigkeiten auf der Spielfläche möglich, heißt es dazu vonseiten des KSfO. Aufgrund all dieser Umstände, des damit verbundenen finanziellen Risikos sowie der bisherigen Vorlaufkosten haben die Verantwortlichen des KSfO und die Mitglieder des "Theater im Park"-Ausschusses entschieden, das diesjährige "Theater im Park" abzusagen.

"Grundsätzlich wollen und müssen wir für unsere Zuschauer und auch für unser Ensemble höchstmögliche Sicherheit bieten. Dies ist in der derzeitigen Situation so gut wie unmöglich", sagt Keidel-George. Man habe alles versucht, um das Stück und das Gelände - gespielt wird auf einer Freilichtbühne im Park der Klinik Hohe Mark - den aktuellen Abstands- und Hygieneregeln gerecht werden zu lassen. Man habe regelmäßig Gespräche mit dem Gesundheitsamt geführt und mit Geschäftspartnern und Lieferanten über viele Wochen eine sichere Flächengestaltung geplant und immer wieder den jeweils neuen Voraussetzungen angepasst. "Doch alles umsonst", so der KSfO-Geschäftsführer. Derzeit könnten noch nicht einmal Spieltermine verbindlich festgelegt werden. Entsprechend problematisch sei der Kartenverkauf. "Das Catering durch Oberurseler Vereine wäre ebenfalls nicht möglich gewesen", zählt Keidel-George auf.

Stadt trägt Entscheidung mit

Betroffen von der Absage zeigte sich auch Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD), der das "Theater im Park" als "Leuchtturm des kulturellen Angebotes" der Brunnenstadt bezeichnet. Gleichwohl könne er die Absage sehr gut nachvollziehen: "Die grundsätzlich kaum einschätzbare Entwicklung der Corona-Pandemie macht die Absage auch für die diesjährige Spielzeit verständlich und konsequent." Die Stadt trage daher die Entscheidung des KSfO mit.

Geplant war in diesem Jahr, das Stück "König Ödipus" aufzuführen. Allerdings sollte die Geschichte um Ödipus, der seinen Vater tötete und seine Mutter heiratete, nicht entsprechend der klassischen Vorlage des griechischen Dichters Sophokles aufgeführt werden, sondern auf Grundlage der Neudichtung des Musikkabarettisten Bodo Wartke inszeniert werden.

Eigentlich hätte das Stück schon im vergangenen Jahr gezeigt werden sollen und war auf 2021 verschoben worden. Nun also die erneute Absage. Ob das Stück auf den Spielplan des kommenden Jahres kommt, ist noch offen.

Wer bereits Karten für die diesjährige Spielzeit besitzt, kann diese gegen einen Gutschein für die kommende Spielzeit umtauschen. Interessenten wenden sich an Helen Schroth vom "Theater im Park"- Projektteam. Sie ist unter der Telefonnummer (0 61 71) 50 22 68 oder per E-Mail an helen.schroth@oberursel.de erreichbar.

Zum anderen können die Tickets zurückgegeben und die Eintrittsgelder rückerstattet werden. In diesem Fall werden die Karteninhaber gebeten, sich vom 12. April an telefonisch unter der (0 69) 1 34 04 00 zu melden oder sich per E-Mail an info@frankfurt-ticket.de zu wenden. Da das Ticketcenter Oberursel in der Kumeliusstraße wegen der aktuellen Corona-Situation bis auf Weiteres geschlossen hat, kann dort kein Umtausch und keine Rückgabe stattfinden.

Feier zum 60-jährigen Bestehen

Wie Theater im Park, so auch das Brunnenfest: Das große Heimatfest, das vom 28. bis zum 31. Mai geplant war und das Tausende von Besuchern anlockt, muss abgesagt werden. Überraschend kommt die Absage freilich nicht. Schon auf der Jahreshauptversammlung 2020 des Vereinsrings, der das große Stadtfest organisiert, war angekündigt worden, dass die Veranstaltung nicht in der gewohnten Art und Weise durchgeführt werden kann. Das aktuelle Pandemiegeschehen mit den damit verbundenen Kontaktbeschränkungen und Hygienevorschriften erlaube es nicht, das Brunnenfest in den gewohnten Dimensionen durchzuführen. Die Sicherheit der Gesundheit aller Bürger wäre nicht zu gewährleisten, heißt es vonseiten des Vereinsrings.

Allerdings hat sich der Vereinsring Gedanken um eine Alternative gemacht. Da der Zusammenschluss der Vereine in diesem Jahr auf sein 60-jähriges Bestehen zurückblicken kann, wurde entschieden, ein Jubiläumsfest zu organisieren. Dieses soll vom 2. bis 5. Juli auf der Bleiche stattfinden. Die zunächst ins Auge gefasste Idee, das Jubiläumsfest am Marktplatz anzusiedeln, wurde dagegen wieder ad acta gelegt. Die Hygienevorschriften zur Pandemiebekämpfung, aber auch die Einhaltung von vorgegebenen Rettungswegen und Besucherzahlen hätten dies unmöglich gemacht beziehungsweise die finanziellen Möglichkeiten des Vereinsrings gesprengt. Auf der Bleiche ließen sich diese Punkte aber leichter umsetzen, heißt es dazu.

Was die Besucher beim Jubiläumsfest erwarten dürfen, steht noch nicht fest. Eine seriöse Planung sei angesichts der sich ständig verändernden Rahmenbedingungen nicht möglich. Man bleibe aber am Ball und werde das Geschehen wöchentlich neu bewerten. Fest steht, dass die örtlichen Vereine eingebunden werden sollen. Mit ihnen will sich der Vereinsring in den kommenden Tagen in Verbindung setzen, um über Konzept und Flächengestaltung auf der Bleiche zu informieren. Außerdem steht der Vereinsring in engem Kontakt mit Gastronomen, Hofbetreibern und der Stadtverwaltung. aw

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