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Oberursel: Trinkwasser von der Gewinnung bis zur Verteilung

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Von: Jochen Dietz

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Interessiert folgen die Teilnehmenden im Hochbehälter Borkenberg den Ausführungen von Henry Oestreich, Leiter des Technischen Betriebshofs der Stadtwerke Oberursel.
Interessiert folgen die Teilnehmenden im Hochbehälter Borkenberg den Ausführungen von Henry Oestreich, Leiter des Technischen Betriebshofs der Stadtwerke Oberursel. © Jana Hartig

Rund 50 Interessierte folgen der Einladung der Stadtwerke zur "Wasserwanderung", die nicht alltägliche und lehrreiche Einblicke ermöglicht.

Nach zweijähriger corona-bedingter Auszeit haben die Stadtwerke im Rahmen des jährlichen "Tages der Daseinsvorsorge" wieder zu zwei öffentlichen, zweistündigen Wasserwanderungen eingeladen. Der Weg führte über verschiedene Stationen, an denen die insgesamt 50 Teilnehmenden Wissenswertes über die Wasserherkunft, die Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung im Stadtgebiet Oberursel erfuhren. Geführt wurden die beiden Wanderungen von Henry Oestreich, Leiter des Technischen Betriebshofs der Stadtwerke Oberursel.

Los ging es am größten Wasserhochbehälter des Versorgungsgebiets, dem Hochbehälter Borkenberg. Dieser fasst in beiden Wasserkammern die zweifache Menge des Tagesbedarfs der Oberurseler Bevölkerung: insgesamt 14 Millionen Liter Wasser, das in den bis zu sieben Meter tiefen Becken immer in Bewegung ist.

Insgesamt werden rund 24 000 Kubikmeter sauberes Trinkwasser in den sieben Wasserhochbehältern des Versorgungsgebietes vorgehalten. Das entspricht 200 000 Badewannenfüllungen. Die Gesamtlänge des Rohrnetzes liegt übrigens bei knapp 300 Kilometern.

Bevor die Wandergruppe jedoch die Wassermengen im Hochbehälter bestaunen durfte, ging es mit einem Bus zur Wasseraufbereitungsanlage Hohemark. Hier wird das Oberurseler Rohwasser, das aus eigenen Quellen und Schürfungen des Taunus kommt, mittels hochmoderner Ultrafiltration zu Trinkwasser aufbereitet.

Die Ultrafiltrationsanlage filtert mit ihrer sehr kleinen Maschenweite und der großen Fläche des Membranfilters alles aus dem Rohwasser heraus, was größer als 0,00001 Millimeter ist - somit auch Bakterien und Viren.

Orscheler Nass auch

für Nachbarstädte

Der Vorteil dieses Verfahrens: in der weiteren Aufbereitung kann dadurch nahezu komplett auf das Beimischen von Chlor verzichten. So kann das Rohwasser durch die Filtration effizienter zu Trinkwasser aufbereitet werden.

Nach der Besichtigung der Wasseraufbereitungsanlage ging es zu Fuß bei bestem Wetter zum Pumpwerk Schönberg.

Weil die im Wasserbeschaffungsverband Taunus zusammengeschlossenen Kommunen, wie etwa Kronberg und Königstein, sich nicht vollständig mit eigenem Wasser versorgen können, werden diese Gemeinden je nach Bedarf auch mit Oberurseler Trinkwasser versorgt. Weil das Wasser auf dem Weg dorthin einen Höhenunterschied überwinden muss, wird es von neuesten Pumpen mit computergsteuerter sogenannte Fernwirktechnik dorthin gepumpt.

Bei einem kühlen Schluck frischgezapftem Trinkwasser konnte Henry Oestreich auch die letzten Bedenken gegen den Genuss von Trinkwasser nehmen: "Das Oberurseler Trinkwasser kann bedenkenlos direkt aus der Leitung getrunken werden, deswegen heißt es ja auch Trinkwasser.", erklärt er auf die Fragen einiger Teilnehmenden nach der Qualität des Wassers.

Nach dem Besuch des Pumpwerks ging es zurück zum Hochbehälter Borkenberg. Dort besichtigten die Interessierten neben den beiden großen Wasserkammern auch das unterirdische Rohrsystem und folgten gespannt den Ausführungen von Henry Oestreich.

"Wenn man durch den Wald spaziert, sieht man zwar hier und da ein Gebäude und weiß, dass es irgendwas mit Wassergewinnung zu tun hat, aber was sich dahinter teilweise noch verbirgt, kann man sich nicht vorstellen. Toll, dass wir heute Gelegenheit hatten, hinter die Kulissen zu blicken", war eine der vielen positiven Stimmen. Der Tag der Daseinsvorsorge findet jedes Jahr am 23. Juni statt und wird vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU) koordiniert. Rund um diesen Tag machen deutschlandweit zahlreiche kommunale Unternehmen verschiedener Branchen mit unterschiedlichen Aktionen und Angeboten auf die Bedeutung ihrer Leistungen für die Sicherung guter Lebensqualität aufmerksam. International ist der Tag als "Public Service Day" bekannt. red

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