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Derzeit wird daran gearbeitet, dass hoffentlich in zwei Wochen das Vortaunusmuseum wieder besucht werden kann. Foto: Archiv/Jung

Ende der Corona-Zwangspause in Sicht

Oberursel: Vortaunusmuseum will im Mai wieder aufmachen

Oberurseler Museum hat die Schließung für handwerkliche Arbeiten und den Ausbau des Online-Angebots genutzt.

Normalerweise ist das Vortaunusmuseum ja ein Publikumsmagnet. Mehr als 8000 Personen besuchten die Einrichtung im vergangenen Jahr. In diesem Jahr wird das Museum solch stattliche Zahlen wohl nicht erreichen. Schließlich ist es - ebenso wie alle anderen Museen in Hessen - ob der Ausbreitung des Coronavirus seit Mitte März geschlossen.

Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels. "Wir hoffen, dass wir nach Absprache mit dem Verwaltungsstab der Stadt Oberursel am Samstag, 16. Mai, wieder öffnen können", sagt die Leiterin des Vortaunusmuseums, Renate Messer. Schon seit einigen Tagen laufen die Vorbereitungen für die Wiedereröffnung. Plexiglasscheiben seien schon organisiert. Pläne werden gemacht, wie ein räumlich getrennter Ein- und Ausgang ermöglicht werden soll. Problematisch sei es, dass das Vortaunusmuseum in einem verwinkelten Altbau untergebracht ist. Da falle es schwer, die Abstandsregeln zu gewährleisten, sagt Messer, auch wenn man schon vor der Schließung diesbezüglich Aushänge angebracht habe. Klar scheint: "Wenn wir wieder öffnen, dann erst einmal ohne Führungen und Events und mit einer Begrenzung der Besucherzahl", sagt Messer. Zudem werde man darauf verzichten, Ansichtsexemplare von Büchern im Eingangsbereich auszulegen. Das Museumscafé wird ebenfalls geschlossen bleiben.

Überprüfung der Elektronik

Verwaist war das Gebäude am Marktplatz auch in den vergangenen Wochen keineswegs. Gemeinsam mit einer Kollegin und dem Hausmeister hat Museumsleiterin Messer die Stellung gehalten. "Wir sind auch ohne Besucher gut beschäftigt. Viele Hauptaufgaben eines Museums wie die Ausgestaltung der Ausstellungen, das Schreiben von Texten oder die Inventarisierung und Digitalisierung von Ausstellungsstücken liegen nicht plötzlich brach", sagt Messer und sieht auch Positives in der ungewohnten Situation: "Jetzt, wo keiner da ist, konnten wir kleinere handwerkliche Arbeiten, etwa die Überprüfung der Elektronik, machen lassen. Generell können wir Sachen angehen, zu denen wir sonst nicht kommen."

Auch hörten die Anfragen ans Museum und die Touristik-Information, die ans Museum angekoppelt ist, nicht auf. "Viele schreiben uns per E-Mail oder rufen an und fragen nach Informationen, Dokumenten oder Ausstellungsstücken zu verschiedenen lokalhistorischen Themen", sagt Messer. Das erkläre auch den Umstand, dass das kleine Museumsteam noch vor Ort arbeite. "Im Büro können wir Anfragen am besten bearbeiten." Zudem sei das Haus groß genug, um sich aus dem Weg zu gehen.

Dennoch: "Wir vermissen unsere Besucher", sagt Messer. Schließlich sind zurzeit nicht nur die Ausstellungsräume geschlossen, auch das Veranstaltungsangebot des Museums fällt komplett ins Wasser. Alleine 20 Stadt- und Museumsführungen sowie die gemeinsam mit Stadtführerin Marion Unger durchgeführte Veranstaltung "Was Sie schon immer über Oberursel wissen wollten" seien abgesagt worden.

Kräuter-Quiz statt Kräutertag

Besonders bitter: Auch der Anfang Mai terminierte Kräutertag fällt flach. "Da ist immer ordentlich was los im Museumshof. Angeboten werden Kräuter und Seifen, es gibt Essen und Trinken, und das Haus Altkönig verkauft selbstgemachte Pflanzenschilder und finanziert sich so einen Ausflug.", so Messer. Als Ausgleich hat das Museum ein Kräuter-Quiz auf die Homepage gestellt. Kräuterexperten können dort nicht nur ihr Wissen unter Beweis stellen, sondern auch kleine Preise gewinnen. Die Resonanz auf das Angebot ist groß. Alleine an diesem Wochenende habe man eine ganze Reihe von E-Mails zu dem Quiz bekommen. "Offensichtlich ist es gar nicht so leicht", sagt die Museumsleiter, denn nur sehr wenige Teilnehmer würden bei dem Quiz die Höchstpunktzahl erreichen.

Aufgrund der Pandemie wurde das Online-Angebot auch an anderer Stelle erweitert. Neben Informationen zu den diversen Dauerausstellungen findet sich auf der Vortaunusmuseum-Homepage nun auch die derzeitige Sonderausstellung "Die fünfte Jahreszeit - Fasnacht, Fasching, Karneval" dargestellt. "Auf diese Art und Weise bleiben wir mit unseren Besuchern in Kontakt", erklärt Messer. Dennoch ist der virtuelle Besuch des Museums nicht mir einem "richtigen" Besuch zu vergleichen. "Wenn wir wieder öffnen können, werden wir auf alle Fälle gut vorbereitet sein", verspricht Messer.

von Florian Neuroth

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