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Oberursel: Weitere Kreisel bringen nichts

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Von: Christiane Paiement-Gensrich

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Die Kreuzung Frankfurter Landstraße/Zimmersmühlenweg ist oft überlastet. Ein Verkehrskonzept soll Abhilfe schaffen.
Die Kreuzung Frankfurter Landstraße/Zimmersmühlenweg ist oft überlastet. Ein Verkehrskonzept soll Abhilfe schaffen. © Reichwein, Jochen

Im Konzept für die Frankfurter Landstraße erzeilt die Stadt Kreisverkehren eine Absage. Sie beauftragt ein Ingenieurbüro nur mit dem Nötigsten. Es fehlt auch am Geld.

Oberursel -Mit einem neuen Verkehrskonzept soll die Zeit der Verkehrsstaus in der Frankfurter Landstraße beendet werden. Kritisch ist vor allem die Kreuzung Frankfurter Landstraße/Zimmersmühlenweg/Bommersheimer Straße. Wegen den Bauvorhaben in diesem Bereich wie etwa dem „Townus“-Komplex (siehe diese Seite unten) ist noch mehr Verkehr zu erwarten. Deshalb gibt es ein neues Verkehrskonzept für die kritische Kreuzung. Die wesentlichen Punkte sind Einbahnstraßen-Regelungen im Zimmersmühlenweg und im Tabaksmühlenweg zwischen der Frankfurter Landstraße und der Gablonzer Straße, ein Radfahrstreifen entlang des Alten Friedhofs und mehr Ampeln.

Die Stadt beauftragt jetzt das Ingenieurbüro R+T Verkehrsplanung erstmal nur mit den essenziellen Angebotsbausteinen. Für mehr sei derzeit kein Geld da, heißt es sinngemäß in der Beschlussvorlage, die dem Bauausschuss zur Kenntnis gegeben wurde. Das Ingenieurbüro habe das günstigste Angebot gemacht. Rund 80 715 Euro brutto würden da ohne optionale Leistungen fällig. Mit allen geforderten Leistungsinhalten wären es 110 453 Euro.

U-Bahngleise im Weg

Die politischen Gremien hatten zudem gewünscht, dass die Verwaltung prüfe, ob in der Frankfurter Landstraße oder der Gablonzer Straße neue Kreisverkehre gebaut werden sollten. Das ernüchternde Ergebnis liegt jetzt auch vor. Die Quintessenz: Es hätte nicht viel Sinn. Auch wenn Verkehrskreisel grundsätzlich als verkehrssicher, verkehrsstark, geschwindigkeitsmindernd und kostengünstig im Unterhalt gelten.

Verkehrskreisel seien in Bezug auf Verkehrsstärke, Fahrzeugaufkommen und Lage an diverse Mindestanforderungen gebunden, damit die Verkehrssicherheit gewährleistet bleibe, schreibt die Fachabteilung im Rathaus.

Innerörtliche Kreisverkehre mit viel Schwerlastverkehr, wie in Gewerbegebieten, müssten daher mindestens 26 Meter Außendurchmesser haben - plus Fahrrad- und Fußgänger-Wege. Sie werden dann „Kleine Kreisverkehre“ genannt (im Gegensatz zu den zierlicheren Minikreisverkehren).

Kreisel seien gemäß einem Merkblatt für die Anlage von Kreisverkehren der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) nur an mehrarmigen Knoten mit vier oder mehr Armen sinnvoll. Die Straßen müssten eine ähnliche Verkehrsbelastung haben. Und die Arme sollten aus Sicherheitsgründen zur Ablenkung geradeaus fahrender Fahrzeuge auf den Kreismittelpunkt führen. Die bestehenden Kreisverkehre im Gewerbegebiet an den Knoten Gablonzer Straße/Ludwig-Erhard-Straße und Oberurseler Straße/Ludwig-Erhard-Straße haben laut Fachamt einen Außendurchmesser von 30 Metern und erfüllen die Anforderungen.

Am Knoten Frankfurter Landstraße/Tabaksmühlenweg dagegen würde ein Kreisel mit 26 Meter Außendurchmesser mindestens acht Meter tief in die U-Bahn-Gleise hineinragen. Außerdem müssten für das Bauwerk mindestens 32 Quadratmeter Privatfläche angekauft werden.

Möglich wäre ein Kreisel an der Kreuzung Frankfurter Landstraße/Ludwig-Erhard-Straße. Immerhin sind dort weder Bahngleise noch Gebäude im Weg.

Der Bau ist aber nach Einschätzung der Fachabteilung teuer und unnötig. Die Kreuzung sei leistungsfähig. Sie sei zusammen mit der Ampel bei der Erschließung der nördlichen Riedwiese im Jahr 2021 endausgebaut worden. Für einen Kreisel müssten mindestens 185 Quadratmeter Privatfläche gekauft werden. Die Straßenarme müssten entsprechend an den Kreisel herangeführt und angepasst werden. Ob sich mit einem Kreisverkehr die Kapazität erhöhen würde, müsste noch geprüft werden.

Auch am Knoten Gablonzer Straße/Zimmersmühlwenweg lohne sich der Kreiselbau derzeit nicht. Für die Anlage müssten mindestens 25 Quadratmeter Privatfläche gekauft werden, separate Radwege nicht inbegriffen.

Außerdem schließen die benötigten Flächen direkt an die Bebauung an. Der Umbau sei damit teurer als die bisher gedachte Anpassung des Knotens im Rahmen des Verkehrskonzepts Frankfurter Landstraße (Einbahnstraße im Zimmersmühlenweg zwischen Gablonzer Straße und Frankfurter Landstraße).

Für einen Kreisverkehr am Knoten Gablonzer Straße/Tabaksmühlenweg müsste ebenfalls Privatfläche gekauft werden, die direkt an die Bebauung grenzt. Und zwar mindestens 37 Quadratmeter. Separate Radwege sind auch hier nicht inbegriffen. Der Umbau sei ebenfalls teurer als die bisher vorgesehene Anpassung des Knotens im Rahmen des Verkehrskonzepts Frankfurter Landstraße (Einbahnstraße im Tabaksmühlenweg mit Ampel). cg

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