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Corona-bedingt spielt sich der Wochenmarkt zurzeit nur auf dem Epinay-Platz ab. Über das Für und Wider einer Rückkehr in die Altstadt als zweitem Standort wurde im HFA diskutiert.

Ringen um gute Lösung

Oberursel: Wochenmarkt wohl künftig an zwei Orten

  • vonGabriele Calvo Henning
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Es geht um eine Grundsatzentscheidung: Soll der Wochenmarkt in Oberursel nach der Corona-Phase wieder an zwei unterschiedlichen Standorten stattfinden? In der Diskussion spielt auch um die Zukunft des alten Marktplatzes eine wichtige Rolle.

Oberursel -Die Diskussion um den Wochenmarkt geht weiter. Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses hatten es in ihrer Sitzung am Donnerstag gleich mit zwei Anträgen zu diesem Thema zu tun. Dabei gingen die Grünen mit der Forderung ins Rennen, den Wochenmarkt dauerhaft auf den Epinay-Platz zu verlegen, also die momentane Corona-bedingte Situation in der Wochenmarkt-Satzung festzuschreiben. Für den historischen Marktplatz schwebt den Grünen vor, das Areal zu einem gastronomisch-kulinarischen Zentrum der Stadt zu entwickeln, inklusive regelmäßig stattfindender thematischer Märkte und einer weiteren Nutzung des Marktplatzes beispielsweise durch Vereine. Bis zum Jahresende solle von der Verwaltung ein solches Konzept mit Einbeziehung der Anwohner und des Einzelhandels entwickelt werden. Für den Epinay-Platz als alleinigen Standort für den Wochenmarkt spreche das dortige Platzangebot, die bessere Parkplatzsituation, vor allem aber die Barrierefreiheit. "So sieht ein attraktiver Markt aus", heißt es wörtlich im Antrag der Grünen.

Anders die Sichtweise im Koalitionsantrag mit einem "Interims-Konzept" für den historischen Markplatz für die Zeit der Pandemie. Es gehe dabei um ein "kleines Angebot, dass auch unter Corona-Bedingungen hier etabliert werden kann, damit der Marktplatz nicht unbenutzt bleibt", begründete Jens Uhlig (CDU) diesen Ansatz.

Für die Zeit nach der Pandemie spricht sich die Koalition für ein "Zwei-Standortkonzept" aus, mit Marktplatz und Epinay-Platz, wobei der Wochenmarkt in der Altstadt durch "kulinarische Inseln" erweitert werden und Marktbeschicker, Gewerbe, Anwohner und Vereine in die weitere Entwicklung einbezogen werden sollen. Auf die schwierige Verkehrssituation zu Marktzeiten bringt die Koalition zudem eine zeitlich begrenzte Sperrung der Eppsteiner Straße für den Individualverkehr (außer Anwohner) ins Spiel, die erprobt werden solle.

Nur Epinay-Platz: Mehr Kontra als Pro

In der Diskussion sprach sich die OBG deutlich für beide Marktstandorte aus: "Der Wochenmarkt gehört auf den Epinay-Platz und auf den Marktplatz", so Robert Rethfeld. Der historische Markplatz werde gut von den Bürgern angenommen. Auch Michael Planer (FDP) sprach sich grundsätzlich für eine Rückkehr des Wochenmarktes in die Altstadt aus. Mit Blick auf den Koalitionsvorschlag freue er sich auf dessen Erprobung. Bei Ingmar Schlegel (Linke) konnte der vor allem mit der vorgeschlagenen Sperrung der Eppsteiner Straße (nur Bus, keine Pkw) punkten.

Für den Vertreter der AfD Paul-Erich Beuter war es eine "schwierige Entscheidung". Zwar glaube er nicht, dass es zu einer größeren Attraktivität des historischen Markplatzes und einer spürbaren Belebung der Altstadt durch die "kulinarischen Inseln" kommen werde. Nach allem Abwägen werde sich die AfD aber für den Marktplatz als Standort aussprechen, auch wenn dies Einbußen für die Marktbeschicker bedeuten würde.

Tatsächlich haben sich in der jüngsten Vergangenheit viele Marktbeschicker zufrieden mit der jetzigen Corona-bedingten Situation gezeigt, den Wochenmarkt an beiden Tagen auf dem Epinay-Platz durchzuführen. Das hat auch die Koalition registriert, dennoch könne es nicht nur um deren Interessen gehen, verteidigte Uhlig den Antrag der Koalition. Ein Marktgeschehen in der Altstadt sei wichtig für die dortigen inhabergeführten Geschäfte. Er kenne Inhaber, "die die Hälfte ihrer wöchentlichen Umsätze an den Marktsamstagen machen". Jetzt müsse es darum gehen, in einer Probephase Daten für eine endgültige Entscheidung zu bekommen.

"Keinen Sand in die Augen streuen"

Zugleich verwahrte er sich gegen Kritik, sich um eine klare Sprache zu drücken. Genau das aber hatte der Grüne Wolfgang Schmitt der Koalition vorgeworfen. Er vermisse hier eindeutige Aussagen. Tatsächlich sei die Koalition auf der Suche nach einem neuen Format für den Marktplatz, deshalb müsse man hier eindeutig sein und den Menschen "keinen Sand in die Augen streuen".

Bei der Verteidigung des grünen Antrags betonte Schmitt nochmals die gute Funktionalität auf dem Epinay-Platz. Die bringe nur Vorteile sowohl für die Besucher wie die Beschicker, alleine schon wegen der Barrierefreiheit auf dem zentralen Platz. Am Ende konnten die Grünen nicht mit ihrem Antrag punkten. Er wurde mit den Stimmen der CDU, FDP, OBG, AfD und Linke abgelehnt, wobei sich ein SPD-Vertreter der Stimme enthielt. Der Antrag der Koalition wurde gegen die Stimmen der Grünen und bei Enthaltung der AfD mit Stimmenmehrheit angenommen. Jetzt muss die Stadtverordnetenversammlung über den Wochenmarkt entscheiden. von Gabriele Calvo Henning

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