Beim sogenannten "Menschenkicker" geht es um Koordination und ein schlaues Miteinander in den Teams, damit es schließlich auch mit den Toren klappt.
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Beim sogenannten "Menschenkicker" geht es um Koordination und ein schlaues Miteinander in den Teams, damit es schließlich auch mit den Toren klappt.

Sporterlebnis

Oberurseler Schüler bewegen sich gemeinsam

  • VonGabriele Calvo Henning
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Ein Sportevent an der Erich-Kästner-Schule aktiviert Körper, Geist und Zusammenhalt.

Oberursel -Fette Beats wummern über den Sportplatz an der Erich-Kästner-Schule (EKS) an der Karl-Hermann-Flach-Straße. Bei bestem Spätsommerwetter tummeln sich Schülerinnen und Schüler der kooperativen Gesamtschule mit gymnasialen Eingangsklassen an diesem Montag in, auf und zwischen verschiedenen aufblasbaren, riesigen Bewegungsstationen, die etwas an moderne Hüpfburgen erinnern: Während die einen mit ihrer jeweiligen Klasse so schnell wie möglich durch den "Hindernissparcours" rutschen und klettern, versuchen sich andere an der luftgefüllten Basketballstation die Bälle zu legen. Zwischendurch geht es an die Laufstation, wo es Wettrennen gibt oder zum Tennisballweitwurf. Wieder andere sind Teil des "Menschenkickers". Der gefällt dem 14-jährigen Ibrahim aus der 7H1 besonders gut: "Der hat mir total viel Spaß gemacht, denn wir haben hier als ein Team zusammengearbeitet." Damit bringt der Jugendliche diesen Sport- und Bewegungsevent an der EKS auf den Punkt: Nach der langen Zeit mit Corona-Lockdowns, Homeschooling und Wechselunterricht war dieses besondere Sportfest genau das, was jetzt wichtig ist: gemeinsam Spaß haben an der freien Bewegung ohne Notenstress. "Das stärkt die Klassengemeinschaft und die gesamte Schulgemeinschaft", betont Lehrer Ramazan Cetin, der zusammen mit seinem Kollegen Timo Neininger diesen Sporttag organisiert hat. "Wir wollen den Schülerinnen und Schülern einfach einen schönen Schulstart anbieten", sagt Neininger, und das kommt bei den Mädchen und Jungen an. "Das ist gut, denn wir sehen uns alle als Klasse, und machen das zusammen." Und: "Endlich sehen wir alle unsere Klassenfreunde wieder", sagen Hanna (12) aus der 7R1 und Kaya (13) aus der 7H1.

Selbst aktiv

werden

Für Schulleiter Julian Stey bringt dieser Tag noch viel mehr. "Es hat viel mit Selbstwirksamkeit zu tun, denn im Grunde haben die Schülerinnen und Schüler selbst diesen Tag ermöglicht." Tatsächliche wurde das Geld mit einem großen Spendenlauf zusammengebracht. "Wir waren selbst überrascht, dass dabei gut 5000 Euro erlaufen wurden", so Stey. Das Schulparlament war komplett in die Organisation des Laufs involviert und hat auch darüber abgestimmt, was mit dem Geld wird. So konnte ein Team des Eventdienstleisters TRIXITT aus Bochum eingekauft werden, der auf Sport- und Bewegungsevents an Schulen spezialisiert ist und die aufblasbaren Riesenmodule gleich mitgebracht, aufgebaut und betreut hat. "Die Kinder sehen damit, man kann etwas bewegen", so der Schulleiter.

Auch beim Schulelternbeirat und beim Förderverein, der das Event mit Obst und Karotten für den kleinen Imbiss zwischendurch unterstützt, freut man sich über diesen Sporttag. "Super, dass das wieder möglich ist", sagt die Fördervereinsvorsitzende Marion Weiße. Sie hofft inständig, "dass es demnächst nicht wieder in den Lockdown und ins Homeschooling geht. Die Kinder haben einfach gelitten, es war deprimierend. Auch für die Lehrerinnen und Lehrer war das eine unglaubliche Belastung." Die Familien hätten in dieser Zeit unter extrem unter Druck gestanden, fügt Corinna Fröhlich, Vorsitzende des Schulelternbeirats hinzu. "Ich hoffe, dass man sich für den Herbst und Winter für die Schulen etwas anderes einfallen lässt, als nur wieder Lockdown und Homeschooling für unsere Kinder", so Fröhlich.

Engpass beim Unterricht

Beim großen Sporttag geht es jetzt aber ums Miteinander und Spaß, der Unterricht hat Pause. Das bunte Treiben kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass für den Sportunterricht die Lage angespannt bleibt. Der Grund: Nach dem Teileinsturz der Halle an der Integrierten Gesamtschule Stierstadt (IGS) ist die baugleiche Halle an der EKS gesperrt. Sport geht erstmal nur draußen, die fünften und sechsten Klassen haben in diesem Schuljahr dank weiterer zeitlicher Kapazitäten im Taunabad Schwimmunterricht. Für die Jahrgänge 9 und 10 sind Stunden in Fitnesscentern vereinbart, während die Klassen 7 und 8 übergangsweise in Schulräumen ein Sportangebot bekommen, bis dann hoffentlich die Traglufthalle mit zwei Feldern für vier Schulen zumindest etwas Entspannung für den Sportunterricht bringt. "Wichtig ist, dass die Lehrkonzepte dafür stimmen, der Leistungsfortschritt dokumentiert wird und das Ganze auch für die Notengebung funktioniert. Wir müssen weiterhin kreativ sein", betont Schulleiter Stey. alv

Augenmaß und ein ruhiges Händchen waren bei der Basketballstation gefragt.

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