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Oberurseler Stadtrallye für Fair-Trade-Schokolade

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Von: Gabriele Calvo Henning

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Christiane Becker vom Eine-Welt-Verein (rechts) und FÖJlerin Merle Emde mit den Plakaten für die neue Stadtrallye, wie sie in den Fenstern der Stadtbücherei hängen.
Christiane Becker vom Eine-Welt-Verein (rechts) und FÖJlerin Merle Emde mit den Plakaten für die neue Stadtrallye, wie sie in den Fenstern der Stadtbücherei hängen. © jp

Im Rahmen ihres "Freiwilligen Ökologischen Jahrs" (FÖJ) hat Merle Emde einen neuen Actionbound für den Oberurseler Eine-Welt-Verein organisiert. An mehreren Stationen gibt die Stadtrallye Informationen zu Bedingungen in der Schokoladenproduktion.

Oberursel - Am kommenden Montag soll es losgehen, dann startet der Weltverein, der in der Unteren Hainstraße den Weltladen betreibt, einen neuen Actionbound. Mit dieser besonderen Stadtrallye will Merle Emde, die seit September ihr "Freiwilliges Ökologisches Jahr" (FÖJ) beim Eine-Welt-Verein macht, auf die oftmals prekären Produktionsbedingungen für Schokolade aufmerksam machen. Denn, wenn wir uns hier ein Stück dieser leckeren Süßigkeit in den Mund schieben, stecken, sollte die Schokolade nicht fair gehandelt sein, in vielen Fällen Kinderarbeit und gesundheitliche Belastungen dahinter.

Das aber müsse sich ändern, so Merle Emde, deshalb habe sie sich dieses Thema für den neuen Actionbound ausgesucht. Auf die Idee ist die 19-Jährige über einen Workshop des Dachverbandes der Weltläden gekommen, den sie zum Auftakt ihres FÖJ gemacht hat. Im vergangenen Jahr hatte ihre Vorgängerin Laura Gonzalez eine solche Stadtrallye zum Thema "Kaffee" entwickelt.

Die Rallye selbst funktioniert denkbar einfach. Für die Teilnahme wird lediglich ein Smartphone gebraucht. Über eine zu ladende App und den passenden QR-Code ist man direkt im Actionbound "Schokolade" drin. Nachzulesen ist das alles von außen auf einem der Plakate, die Christiane Becker vom Vorstandsteam des Eine-Welt-Vereins in die Fenster der Stadtbücherei geklebt hat. Dort startet die Rallye auch. Zugleich können hier auf weiteren von Merle Emde gestalteten Info-Postern wichtige Hintergründe zur den Bedingungen bei der Schokoladenproduktionen nachgelesen werden.

Diese Infos werden während der Rallye wichtig, die an weiteren Stationen (Salon du Cacao, Café Erste Sahne, Orscheler Genuss und Rathaus) vorbeiführt, um dann beim Weltladen zu enden. Bis dahin gilt es auf dem Handy Fragen zu beantworten, für die es Punkte gibt. Erfolgreiche Teilnehmende dürfen sich im Weltladen auf eine schokoladige und auf jeden Fall fair gehandelte Überraschung freuen.

Probleme zeigen und Lösungen anbieten

"Mir ist es wichtig mit dem neuen Actionbound auf Probleme bei der Schokoladenproduktion hinzuweisen und gleichzeitig eine Lösung anzubieten", so FÖJlerin Merle. Bei ihrer Beschäftigung mit dem Thema sei ihr klar geworden, wie sehr eine zu niedrige Bezahlung der Bauern am Ende auch deren Kinder in Mitleidenschaft zieht. "Wenn die Bauern selbst zu wenig Geld für ihre Ernte bekommen, müssen die Kinder mitarbeiten und können nicht zur Schule gehen. Das wäre aber wichtig, damit die Kinder irgendwann aus dieser Lage herauskommen können und es nicht immer weiter so geht", betont Merle, die in Stierstadt lebt und im vergangenen Jahr am Gymnasium Oberursel ihr Abi gemacht hat.

Merle nennt im weiteren gesundheitliche Probleme, mit denen die auf den Kakao-Plantage wegen der dort eingesetzten Pestizide zu kämpfen hätten, Alles das und vieles mehr ist auf den von ihr informativ aufbereiteten Einstiegsplakaten für die Rallye an der Stadtbücherei zu lesen. Die einzelnen Stationen der Rallye widmen sich immer einem besonderen Aspekt. Über die aufs Handy geladene App werden alle, die am Actionbound teilnehmen, mit Hinweispfeilen sicher von Station zu Station geführt.

Ein Lösung für die schwierige Situation der Kakao-Produzenten liegt für Merle auf der Hand: Werden faire Preise bezahlt, von denen die Bauern und ihre Familien leben können, dann müssen Kinder nicht mehr mit der gefährlichen Machete die Kakaofrüchte abschneiden, sondern können in die Schule gehen. "Damit wird ganz deutlich, dass der faire Handel immer auch einen wichtigen sozialen Aspekt hat", so Merle Emde. Der neue Actionbound wird bis zum 30. April laufen. Beim Eine-Welt-Verein hofft man auf vielen Teilnehmenden.

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