Politik in Oberursel

Oberurseler Stadtverordnete sollen Frankfurter Pläne für neuen Stadtteil ablehnen

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Die Grünen haben für die morgige Stadtverordnetensitzung einen Antrag gestellt, um einem neuen Frankfurter Stadtteil nahe Weißkirchen eine Absage zu erteilen. Es geht um Freiflächen – und um den politischen Dauerbrenner Südumgehung.

Der neue Stadtteil, den Frankfurt möglicherweise westlich der A 5 schaffen möchte, beschäftigt die Politik im Taunus. Kein Wunder, läge dieser doch nahe dem Oberurseler Stadtteil Weißkirchen und der Stadt Steinbach.

Am morgigen Donnerstag sollen sich die Oberurseler Stadtverordneten mit dem Thema befassen, das von Frankfurter Seite bislang offiziell nur unkonkret formuliert worden ist. Die Grünen haben einen Antrag gestellt, der zum Ziel hat, dass sich die Stadt Oberursel gegen das Gebiet ausspricht – und alle Optionen nutzt, um es zu verhindern. „Die Freiflächen zwischen den Städten machen die Lebensqualität in unserer Region aus“, sagt der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Stephan Schwarz.

Seine Fraktion sieht jedoch bei der CDU-SPD-Koalition eine andere Tendenz. Die Grünen nehmen Bezug auf eine Aussage von Weißkirchens Ortsvorsteher Nikolaus Jung (CDU), der im TZ-Gespräch den Bau der Südumfahrung und eine soziale Durchmischung des neuen Baugebietes als Bedingung gefordert hatte. Auch Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) könne sich eine Entwicklung vorstellen, falls die Verkehrsprobleme durch eine Südumfahrung Oberursels gelöst seien, meinen die Grünen. Brum hatte unlängst in der Sitzung des Bauausschusses in Bezug auf das Baugebiet vor einem voreiligen abschließenden Urteil gewarnt und gesagt: „Ohne Südumgehung geht bei uns im Süden nichts mehr.“

Hintergrund: Die Verkehrserschließung des neuen Stadtteils müsste über die Taunus-Kommunen erfolgen. „Wir Grünen fragen uns, welchen Preis die CDU-SPD-Koalition bereit ist zu zahlen, um die Südumfahrung zu realisieren“, sagt Schwarz. Das Thema Südumgehung beschäftigt die Politik seit Jahrzehnten, zuletzt waren ihr kaum noch Chancen eingeräumt worden.

Ebenfalls den Stadtteil Weißkirchen betrifft ein weiterer Antrag, der morgen auf der Tagesordnung steht: Die CDU-SPD-Koalition fordert ein Tempolimit auf der A 5, konkret im Bereich der Urselbachtalbrücke: von 22 bis 6 Uhr sollen Autos nur noch mit 80 Kilometern pro Stunde fahren dürfen, Laster nur noch mit Tempo 60.

Die Sitzung der Stadtverordneten beginnt am morgigen Donnerstag um 19.30 Uhr im Rathaus und ist öffentlich. Die vollständige Tagesordnung ist zu finden auf im Internet.

(she)

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