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Das AFN-Gelände am Rand von Weißkirchen soll Standort für eine Biokompostierungsanlage werden.

Initiative in den Startlöchern

Bürger sehen Biokompostierungsanlage in Oberursel kritisch

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Auf dem ehemaligen AFN-Gelände am Rand von Weißkirchen will der Eigentümer der Fläche eine Biokompostierungsanlage errichten. Das ruft eine Bürgerinitiative auf den Plan, die in den 1990er Jahren aktiv war.

Oberursel - In einer der nächsten Sitzungen des Bau- und Umweltausschusses der Stadtverordnetenversammlung soll das Thema auf der Tagesordnung stehen: Dann will der Oberurseler Unternehmer Frederik Wolf seine Pläne für das frühere AFN-Gelände, gelegen zwischen Weißkirchen und Kalbach an der Straße Am Weißkirchener Berg, vorstellen. Unlängst war bereits bekannt geworden, dass Wolf dort eine Biokompostierungsanlage plant. Zu dieser Zeitung hatte er gesagt, dass er dort Grünschnitt verarbeiten und Holz aufbereiten wolle. Letzteres solle andernorts thermisch verwertet werden.

Detaillierte Pläne und Beschreibungen des Vorhabens wurden bislang nicht öffentlich gemacht, doch bereits jetzt regt sich Widerstand gegen das Projekt. Rechtsanwalt Jürgen Ronimi meldet sich zu Wort und verweist auf eine Anfang 1994 gegründete „Bürgerinitiative gegen industrielle Kompostierung im Vordertaunus“. Diese Initiative wehrte sich seinerzeit gegen eine Kompostierungsanlage im Gewerbegebiet Drei Hasen. Ronimi ist bis heute Vorsitzender der immer noch existierenden Initiative und zeigt sich überzeugt, dass es der Gruppe zu verdanken sei, dass die Anlage in den 90er Jahren nicht gebaut wurde.

„Damals war halb Bommersheim auf den Beinen“, erinnert sich Ronimi und meint, dass das auch nun wieder der Fall sein werde. Denn Ronimi fürchtet gesundheitliche Beeinträchtigungen der Bürger in den umliegenden Orten und Gestank. Der heutige Stadtverordnetenvorsteher und frühere Bürgermeister Gerd Krämer (CDU) erinnert sich, dass der damalige Umlandverband seinerzeit auf der Suche nach Standorten für solche Anlagen war. „Das war großes Thema in meinem ersten Bürgermeisterwahlkampf“, erinnert sich Krämer an die Diskussion über den Standort an den Drei Hasen.

Er war in dieser Zeit hauptamtlicher Stadtrat, als sich Oberurseler Mandatsträger auf den Weg ins Rheinland machten, um dort eine Kompostierungsanlage zu besichtigen. „Wir sind aus dem Bus ausgestiegen, und es stank gottjämmerlich“, weiß Krämer auch mehr als 20 Jahre später noch.

Als Positionierung in der aktuellen Diskussion, weder für oder gegen Wolfs Vorhaben, möchte Krämer das nicht verstanden wissen. Er deutet an, dass die Anlagen heute andere seien als damals.

Ronimi hofft, dass die Oberurseler Politik das Vorhaben nicht genehmigt. „Der Bauausschuss sollte sich auch daran erinnern, dass das heutige Gewerbegebiet An den Drei Hasen zweifelsohne nicht existieren würde, wäre in der näheren Umgebung seinerzeit eine Kompostierungsanlage errichtet worden“, schreibt er in einer Stellungnahme an diese Zeitung. Behörden im Gespräch

Wie berichtet, gibt es zurzeit noch behördliche Abstimmungen, was die Planungen für das AFN-Gelände betrifft. Der Unternehmer benötigt eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz. Wolf hat angekündigt, auch Gutachten in Bezug auf Lärm und Geruch vorlegen zu wollen.

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