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In Oberursel wurde ein Besitzer von Kinderporno-Fotos verurteilt. 

Oberurseler vor Gericht

Er hatte die Kinderpornos unter dem Bett versteckt - durch einen Zufall flog der Mann auf

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Ein Mann aus Oberursel hatte zu Hause kinderpornografische Bilder an der Wand hängen und unter dem Bett liegen. Das entdeckten zwei Polizistinnen, die aus anderem Grund zu ihm gekommen waren. Nun stand er deswegen vor Gericht.

Oberursel - Wegen Erwerbs und Besitzes kinderpornografischer Aufnahmen musste sich ein 59 Jahre alter Oberurseler vor dem Amtsgericht Bad Homburg verantworten. Für eine solche Tat sieht das Strafgesetz eine Geld- oder Freiheitsstrafe vor. Da sich der geschiedene und von Hartz IV lebende Mann in der Verhandlung geständig zeigte und noch keine Vorstrafen hatte, kam er mit einer Geldstrafe von 840 Euro davon. Die Strafe wurde gebildet aus 120 Tagessätzen, die für den Sozialhilfebezieher mit einer Tagessatzhöhe von je sieben Euro angesetzt wurde.

Kinderpornos: Bilder über dem Bett aufgehängt

Es war kein alltägliches Verfahren, denn in der Regel werden solche verbotenen Aufnahmen von den Angeklagten in deren Computer gespeichert. Doch in diesem Fall hatte der Mann einige Bilder in seiner kleinen Wohnung an der Wand aufgehängt und den überwiegenden Teil in einem Ordner unter seinem Bett verwahrt.

Die Straftat wurde durch Zufall entdeckt. Am 13. August 2017 hatten Nachbarn des Mannes wegen dessen Lärm in der Wohnung die Polizei gerufen. Darauf erschienen zwei Beamtinnen, die dem Lärm ein Ende setzten. Aber dann entdeckten sie die pornografischen Fotos, auf denen Kinder und Jugendliche abgebildet waren.

Die Beamtinnen hielten ihre Entdeckung auf Fotos fest. Danach fertigten sie einen Bericht an, der an die Kripo weitergeleitet wurde. Deshalb folgte am 22. September eine offizielle Durchsuchung in der Wohnung des jetzt 59-Jährigen. Hierbei konnten über 150 kinder- und jugendpornografische Aufnahmen sichergestellt werden, die zur Verhandlung führten.

Oberursel: Mann behauptet, die Fotos aus einem Papiercontainer zu haben

Der Angeklagte schilderte, dass er ungewollt in den Besitz der erwähnten Aufnahmen gekommen sei. Die Bilder hätten in einem Papiercontainer gelegen. Da habe er sie halt mitgenommen. „Sie hätten die Aufnahmen doch der Polizei übergeben können“, hielt ihm die Richterin vor. Aber das war nicht in seinem Sinn. Der Mann behielt nicht nur die Aufnahmen, er hängte sogar einige an die Wand.

Misshandelte Kinder: „Leiden über Jahre“

Von der Staatsanwältin erfuhr der Angeklagte, dass solche Bilder doch nur deshalb gefertigt würden, weil es Leute wie ihn gebe, die sich solche widerlichen Aufnahmen anschauen. Für die betroffenen Kinder und Jugendliche hätten solche Erlebnisse meist gravierende Folgen. „Sie leiden oft über Jahre darunter“, ergänzte sie.

Die Antwort des Angeklagten: „Das ist verwerflich, solche Typen, die solche Bilder machen. Würde ich sie erwischen, ich würde sie verdreschen.“ An seinem Verhalten hatte der Mann offensichtlich nichts auszusetzen.

Mit dem Urteil tat er sich schwer. „Wie soll ich denn mit einem monatlichen Nettobetrag von unter 300 Euro die Strafe zahlen?“, fragte er die Richterin. Das könne er auf Raten tun, war ihre Antwort. Nun hat der Oberurseler eine Woche Zeit, darüber nachzudenken, ob er das Urteil akzeptiert. Legt er hiergegen Rechtsmittel ein, gibt es ein neues Verfahren in Frankfurt. 

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