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Die Dreiseilumlaufbahn, wie sie in Koblenz im Einsatz ist, dient als Vorlage für ein ähnliches Vorhaben, das Landrat Ulrich Krebs gerne im Hochtaunuskreis umgesetzt sähe.

Pendlerverkehr im Hochtaunus

Oberursels Bürgermeister Brum findet Seilbahn-Idee von Landrat Krebs nicht schlecht

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Ähnlich wie in Frankfurt reift nun auch im Hochtaunus die Idee zu einer Seilbahn. Landrat Ulrich Krebs (CDU) will eine Seilbahn von der Hohemark bis nach Schmitten. Die Bürgermeister, auf deren Gemarkungen die Anlage stünde, sind aufgeschlossen, aber auch vorsichtig.

Oberursel - Eine Seilbahn von Oberursel über den Feldberg nach Schmitten? Da war Oberursels Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD), wie er sagt, zunächst skeptisch. „Ich habe da anfangs in mich rein gelächelt, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass es hier um ein leistungsfähiges Verkehrsmittel geht“, sagte Brum auf Anfrage dieser Zeitung. Bis er dann mit Landrat Ulrich Krebs (CDU) nach Koblenz reiste und sich anschaute, was dem Landrat eigentlich so, im wahrsten Sinne des Wortes, vorschwebte. Seither hat Brum eine andere Sicht auf das Vorhaben. „Es geht hier wirklich um eine Ergänzung des öffentlichen Personennahverkehrs – und zwar eine, die wirtschaftlich und ökologisch ist“, sagt Brum.

Wirtschaftlich? Ökologisch? Brum erklärt: „Natürlich brauchen wir genaue Kennziffern, aber prinzipiell kann solch eine Anlage umweltschonend gebaut werden, weil sie nicht viel Platz braucht. Der Baum-Einschlag wäre also gering.“ Und dass sie wirtschaftlich betrieben werden kann, zeige das Beispiel von Koblenz. Die dortige Dreiseilumlaufbahn verbindet seit 2010 die Rheinlagen in Höhe der Basilika St. Kastor mit dem Plateau vor der Festung Ehrenbreitstein. Sie kann 7600 Personen pro Stunde befördern.

Oberursel: Seilbahn-Idee von Landrat Krebs soll Pendler von Straße kriegen

„Und wenn wir über Kapazitäten sprechen, dann geht es ja nicht nur darum, wochenends Touristen zu befördern – und von der Straße wegzubekommen –, sondern vor allem eben darum, Pendler dazu zu bringen, erst die Seilbahn und dann die U-Bahn oder umgekehrt zu nutzen“, sagt Brum. Vor allem mit Blick darauf, dass die Vordertaunus-Gemeinden forderten, dass die dringend notwendige Bauentwicklung eben nicht nur bei ihnen stattfinden könne, sondern auch im Usinger Land, sei die Idee attraktiv. „Weil sie eben den Taunus verbindet.“

Brum erhofft sich von einer solchen Lösung auch eine Entlastung der Parksituation in Oberursel. „Wir haben hier durchaus ein Problem mit wilder Parkerei von Pendlern. Wenn es gelänge, die Pendler von der Seilbahn direkt in die U-Bahn zu bringen, wäre uns schon sehr geholfen.“ Denn darum gehe es vornehmlich: die Straßen zu entlasten. Insofern findet Brum, es „vom Grundsatz her in jedem Fall sinnvoll zu prüfen, ob und unter welchen Voraussetzungen und mit welchem Zuschussbedarf das Ganze machbar wäre“.

Das sieht Schmittens Bürgermeister Marcus Kinkel (FWG), auf dessen Gemarkung ebenfalls eine Station gebaut werden müsste, ebenso. „Politiker sollen ruhig Visionen haben. Aber mir ist das Ganze noch ein bisschen zu abstrakt, ich hätte es gerne konkreter“, so Kinkel. Deswegen wolle er erst einmal „die Machbarkeitsstudie abwarten“.

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