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Oberursels Stadtbrandinspektor plant die Zukunft

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Von: Gabriele Calvo Henning

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Als Stadtbrandinspektor will Valentin Reuter die Feuerwehr ganzheitlich in den Blick nehmen. Wichtige Personalfragen gehören für ihn genauso dazu wie das GAZ und die Digitalisierung. Die gelben Tablets für die Einsatzfahrzeuge sind ein Bestandteil davon.
Als Stadtbrandinspektor will Valentin Reuter die Feuerwehr ganzheitlich in den Blick nehmen. Wichtige Personalfragen gehören für ihn genauso dazu wie das GAZ und die Digitalisierung. Die gelben Tablets für die Einsatzfahrzeuge sind ein Bestandteil davon. © jp

Valentin Reuter will die Freiwillige Feuerwehr durch Hauptamtliche stärken. Auch beim Gefahrenabwehrzentrum soll groß gedacht werden.

Oberursel -Die Feuerwehr Oberursel im Jahr 2032: Das Gefahrenabwehrzentrum (GAZ) ist seit sieben Jahren in Betrieb. Die Heißausbildung in der entsprechenden Anlage läuft, regelmäßige Schulungen sind damit für Oberurseler Kräfte und Kräfte aus dem Kreis möglich. Die Oberurseler Wehr hat mehr als 300 freiwillige und gut ausgebildete Feuerwehrleute. Dazu existieren mindestens 17 hauptamtliche Stellen. Das ist, kurz gesagt, die Zehn-Jahres-Vision, die Valentin Reuter für die Feuerwehr hat. Seit einem dreiviertel Jahr ist er der erste hauptamtliche Stadtbrandinspektor.

Im Gespräch mit dieser Zeitung wird klar: Der Mann brennt für seinen Job. "Es war eine Herzensentscheidung, diese Aufgabe zu übernehmen", sagt Reuter, der mit zehn Jahren der Jugendfeuerwehr Oberursel-Mitte beigetreten war. Nach der Ausbildung zum Wirtschaftsingenieur und Station bei der Berufsfeuerwehr Wiesbaden absolvierte er parallel dazu den Masterstudiengang "Katastrophenvorsorge und Katastrophenmanagement".

Ganzheitlich denken und planen

Für Reuter, in dessen Position sich verwaltungstechnisch Stabsstellenleitung und Stadtbrandinspektion bündeln, muss die Zukunft der Feuerwehr ganzheitlich gedacht werden. "Wir stehen an dem Punkt, an dem wir uns weiter professionalisieren müssen. Wir sind gut aufgestellt, jetzt müssen zukunftsweisende Projekte auf den Weg gebracht werden", stellt er fest.

So seien, um die Tageseinsatzstärke auch in Zukunft gewährleisten zu können, viel mehr Hauptamtliche nötig. "Wir sind eine Freiwillige Feuerwehr, das ist unsere Wurzel und daran wird auch nicht gerüttelt, aber wir müssen uns tagsüber besser aufstellen."

Langfristig brauche es deshalb eine solide Fachgruppe von Festangestellten, die die vielen ehrenamtlichen Kräfte in den Oberurseler Wehren unterstützen, angefangen bei der Alarmbereitschaft rund um die Uhr über die Zuständigkeit für die technische Ausstattung und Beschaffung, dem vorbeugenden Brandschutz in Gebäuden, Aus- und Fortbildung bis hin zur Personalverwaltung, um nur einige Aufgaben zu nennen. Umso dringlicher ist es laut Reuter, dem zurzeit einzigen Hauptamtlichen, dass der beschlossene Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Feuerwehr umgesetzt werde, der diese Stellen vorsehe. Entsprechend müssten auch die Stadtteilwehren weiter gestärkt werden.

Nachdem in Weißkirchen die Arbeiten am Feuerwehrgerätehaus gut voranschreiten, gelte es nun, damit in Stierstadt zeitnah anzufangen. Auch in Bommersheim bestehe mittelfristig Bedarf, so Reuter. Das künftige GAZ spielt für Reuter eine zentrale Rolle als eigene Ausbildungsstätte für die regelmäßige Atemschutz- und Heißausbildung vor Ort. "Es ist wichtig bei einer Freiwilligen Feuerwehr, deren Mitglieder richtig auszubilden und auf die verschiedenen Brandsituationen vorzubereiten", sagt Reuter. Schon deshalb mache die finanzielle Kraftanstrengung für das Großprojekt Sinn. Hinzu kommt für den Experten, dass ein funktionales Gebäude mit Feuerwehrwache, Einsatzzentrale und Ausbildungbereich zugleich der Ort ist, an dem, im Falle eines Falles, ein Krisenstab tagen kann. Zugleich gehe es um ein solide aufgestellte Dienststelle der Verwaltung.

Die interkommunale Zusammenarbeit und die Kooperation auf Kreisebene will Reuter genauso verstärkt wissen wie den Zivilschutz, der unbedingt verbessert werden müsse. Auch die Digitalisierung sei ein wichtiges Thema. Diese trage schon erste Früchte, freut sich der Stadtbrandinspektor mit Hinweis auf die bereits angeschafften Tablets, die, mitgeführt in den Einsatzfahrzeugen, den Einsatzkräften schnell wichtige Informationen zur Verfügung stellen. "Die Digitalisierung muss funktionieren und es müssen dabei alle mitgenommen werden", betont Reuter, der schon vor seinem Amtsantritt als Stadtbrandinspektor, den IT-Sektor der Oberurseler Feuerwehr ehrenamtlich betreut hat.

Großer Rückhalt und viel Ausdauer

In seiner Bilanz der ersten neun Monate fühlt er sich nach wie vor gut von den Mitgliedern der Feuerwehr angenommen. "Ich habe hier einen tollen Rückhalt, genauso wie in der Verwaltung", so Reuter. Vom ersten Tag an sei es mit Vollgas losgegangen. "Seitdem bin ich von der linken Spur der Autobahn nicht mehr runtergekommen", sagt er lachend. Das habe auch damit zu tun, wie er seinen Job auffasse. Er mache die Dinge gerne ganz und richtig. "Ich habe die Lust, die Kraft und die Ausdauer, das durchzuziehen", sagt Valentin Reuter. Man nimmt es ihm ab.

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