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Auf dieser Wiese zwischen den Gebäuderiegeln will die Vonovia zwei Mehrfamilienhäuser bauen. In der Mitte soll ein Quartiersplatz entstehen.

Vonovia-Verdichtung

Parkplätze sind wichtigstes Anliegen

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Vertreter der Stadt und des Wohnungsunternehmens Vonovia stellten sich am Mittwochabend den Fragen der Anwohner. Der Immobilienriese will auf den Wiesen zwischen den bestehenden Häusern 60 neue Wohneinheiten schaffen. Zufrieden ging wohl niemand aus der Bürgerinformationsversammlung hinaus.

Als im Februar im Quartier Bäume gefällt wurden, ahnten die Anwohner der Freiherr-vom-Stein-Straße, dass es ernst wird mit den Plänen der Vonovia. Das größte deutsche Wohnungsunternehmen, Eigentümer der Mehrfamilienhäuser im Oberurseler Norden, will auf seinem Areal nachverdichten – das war bekannt und ist politisch gewollt. Nur war der Konzern bislang nicht mit näheren Informationen herausgerückt. Am Mittwochabend waren Verantwortliche von Vonovia, der Stadt und die Architekten ins St.-Hedwigsheim gekommen, um sich Fragen zu stellen.

Die rund 70 anwesenden Bürger hatten viele Fragen und Bedenken mitgebracht. Insbesondere die Mieter der Bestandsbauten sind skeptisch, welche Einschränkungen ihnen die geplanten Neubauten bringen werden. In Oberursel hat Vonovia derzeit etwa 400 Wohnungen, 270 auf dem Areal an der Freiherr-vom-Stein-Straße. Dort sind nun 60 weitere Wohneinheiten geplant.

Wie den Plänen der beauftragten GHP-Architekten (Oberursel) zu entnehmen war, sollen keine weiteren Gebäuderiegel entstehen, sondern Einzelhäuser (siehe Box). Sogenannte Quartiersplätze, Spiel- oder Grünflächen sollen Anwohnern, die in der Mitte eines Bestandsriegels wohnen, Lichtblicke verschaffen. Dort hat der Landschaftsarchitekt die Anpflanzung größerer Bäume vorgesehen. Er wolle sich einsetzen, dass sie auch dort hinkommen. In den unteren Etagen dürfte es aber dunkler werden, denn die neuen Häuser werden höher. Zehn Meter Abstand zu den neuen Häusern sind vorgesehen. „Kriegen wir dann noch Luft?“, fragte eine Anwohnerin.

Vordringlichstes Anliegen der meisten Anwohner schien aber die Frage nach den Parkplätzen zu sein. In der rund zweistündigen Diskussion drehte es sich immer wieder um deren Anzahl, wenn die neuen Häuser einmal stehen. Die Plätze seien schon jetzt knapp, betonten mehrere Redner – zumal offenbar auch Berufspendler ihre Autos im Wohngebiet abstellen und dann mit der U-Bahn weiterfahren.

Laut Architekt Martin Vorsmann gab es eine Bestandsaufnahme der Stellplätze. Für jede neue Wohnung seien 1,5 bis zwei zusätzliche Plätze vorgesehen – also knapp 120. Laut Bauskizze sollen rund um den Querriegel vorm St.-Hedwigsheim Parkplätze angeordnet werden. Hinzu kommen 20 angemietete Stellplätze, die wegfallen werden. Könneke versprach, eine Lösung zu finden. „Können wir unsere bezahlten Plätze behalten?“, insistierte ein Mann. „Das reicht nie“, war aus dem Publikum zu hören.

Wann die Bauarbeiten losgehen, vermochte niemand zu sagen. Vonovia wartet auf die Baugenehmigung, doch die dürfte kommen – schließlich hat sich die Stadt auferlegt, in drei Jahren 1000 neue Wohnungen geschaffen zu haben. Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) hatte zu Beginn wortreich erläutert, dass bezahlbarer Wohnraum dringend gesucht werde. „Die Region macht Druck“, sagte er mit Blick auf Frankfurts geplanten neuen Stadtteil. Nachverdichtung sei sinnvoll, da man so keine Felder versiegeln müsse. Zudem könne Oberursel nach außen kaum mehr wachsen. Könneke glaubt, dass man 2020 mit der Vermietung werde starten können.

Damit die Mieten günstig bleiben, werde in den Neubauten auf Aufzüge und Keller verzichtet, erklärte er. Auch eine Tiefgarage, die das Parkplatzproblem lösen würde, würde die Baukosten nach oben treiben, was auf die Mieten umgelegt würde. Der Mietzins soll „unter den in Oberursel üblichen Preisen“ liegen – also unter 13 Euro pro Quadratmeter.

Ein städtebaulicher Vertrag, der derzeit ebenfalls noch in Bearbeitung ist, soll regeln, wie die Straßen und Gehwege neu geordnet werden und wie viel von den Kosten die Vonovia tragen muss. Brum nahm die Anregung mit, Anwohnerparken für das Areal zu prüfen.

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