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Rösten, schälen und mahlen im Schoko-Workshop

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Von: Gabriele Calvo Henning

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Georg (v.l.), Justina und Dominik beim Rösten der Kakaobohnen. Die müssen in den Händen gerieben werden, damit sich die Schale löst.
Georg (v.l.), Justina und Dominik beim Rösten der Kakaobohnen. Die müssen in den Händen gerieben werden, damit sich die Schale löst. © priedemuth

Im Seminarhaus "Alte Post" gab es jetzt praktische Einblicke in die Herstellung von leckerer Schokolade. Nur Naschen macht noch mehr Spaß.

Oberursel - Schokolade - viele lieben sie als Tafel, Riegel oder als Dessert. Zu einem besonderen Workshop hat der Weltladen beziehungsweise der Ein-Welt-Verein Oberursel eingeladen. In der gut ausgestatteten Küche der Volkshochschule im Seminarhaus "Alte Post" wurde Schokolade selbst gemacht. Dafür braucht es nur wenige Zutaten: Kakaobohnen, Kakaobutter, Puderzucker und für Milchschokolade noch etwas Milchpulver.

"Wie heiß muss die Pfanne sein?", fragt Justina (11), die zusammen mit ihrem Bruder Georg (15) und dessen Freund Dominik (15) an einem der Herde steht. Schnell ist alles auf die richtige Stufe eingestellt und schon rösten die Kakaobohnen. Sofort macht sich ein verführerischer Duft nach Schokolade breit. Für die drei war es keine Frage, bei diesem Workshop mitzumachen. Vor allem deshalb, "weil Schokolade eine Passion für uns ist", verrät Jan Langsdorf, Vater von Justina und Georg. Besonders würden sie die faire Schokolade aus dem Weltladen schätzen.

Konzipiert hat den Workshop Merle Emde, die ihr "Freiwilliges ökologisches Jahr" (FÖJ) beim Weltladen und seinem Verein macht und schon eine Art Stadtrallye zum Thema Schokoladenproduktion gestaltet hat. Die Produktion ist, zumindest, was nicht fair gehandelte Schokolade betrifft, sehr kritisch zu betrachten. Unter anderem deshalb, weil in den afrikanischen und südamerikanischen Anbauländern Kinderarbeit an der Tagesordnung ist.

Mit dem Workshop wollte Emde das Thema Schokolade einmal praktisch angehen.

Ermöglicht wurde dies durch die Frankfurter Metzler-Stiftung, die die Bildungsarbeit des Eine-Welt-Vereins mit einem namhaften Betrag unterstützt. Davon konnten jetzt die Miete der VHS-Küche und die Zutaten finanziert werden.

Wer naschen will, muss vorher kräftigen rühren

Doch zurück in die Küche, wo die gerösteten Bohnen in den Händen gerieben werden, bis sich die Schale löst. Dann geht es ans Zerbröseln und Mahlen. Malin (15) und Lucile (16) zerdrücken die Bohnen mit einem breiten Messer. Die Feinarbeit übernimmt Jan Langsdorf am Mörser. Dabei sind etwas Kraft und viel Geduld wichtig. Malin und Lucille, die gerade als französische Austauschschülerin in Oberursel ist, sind zufrieden. "Sieht gut aus" sagen sie mit Blick in den Mörser. Etwas einfacher haben es Justina, Georg und Dominik mit der elektrischen Mühle. Teilnehmerin Gretel Shamsharick beweist unterdessen ein Händchen fürs Mahlen. In ihrem Mörser zeigen sich bereits ölige Schlieren.

Dann wird es spannend. In Töpfen wird Kakaobutter geschmolzen, Puderzucker und das selbst gemahlene Kakaopulver kommen hinzu. Bei Malin, Lucile und Jan auch Milchpulver für die Milchschokolade. Bitte rühren! Zweimal gelingt es, einen homogenen Schokobrei in bereitgestellte Papierförmchen und auf einen Teller zu gießen. Bei Justina, Georg und Dominik hat es etwas geklumpt. "Die Kakaobutter ist wohl zu heiß geworden", vermutet Justina. Trotzdem hätten sie mit Spaß viel Neues gelernt, so das Urteil. Mitgenommen haben alle nicht nur ihre leckere Schokolade. In der Schlussrunde mit Barbara Welte und Elisabeth Bentrup vom Eine-Welt-Verein ging es um Infos zu Anbau und Ernte und um den wichtigen Unterschied zwischen fairer und nicht fair gehandelter Schokolade. Dabei berichtete Welte, dass in afrikanischen Ländern zwar Kakaopflanzen angebaut werden, die Bohnen aber nur für den Export bestimmt sind. "Die Kinder, die oft auf den Plantagen arbeiten müssen, kennen die Bohnen. Aber sie wissen nicht wie Schokolade so wie wir sie kennen, schmeckt. Die ist für sie viel zu teuer", gibt Welte zu bedenken.

Aus Bohnen wird im Mörser grobes Pulver.
Aus Bohnen wird im Mörser grobes Pulver. © Priedemuth

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