1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus
  4. Oberursel

Samstags wird Orschel jetzt zur "Marktstadt"

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Gabriele Calvo Henning

Kommentare

Dem alten Marktplatz soll jetzt deutlich mehr Leben eingehaucht werden.
Dem alten Marktplatz soll jetzt deutlich mehr Leben eingehaucht werden. © Priedemuth

Das Konzept für einen regionalen und nachhaltigen Altstadtmarkt steht. Die Premiere steigt am 21. Mai.

Oberursel - Extra entworfene Plakate kündigen es bald an: Der neue Markt auf dem historischen Marktplatz geht an den Start. Stichtag ist der 21. Mai, der Zeitrahmen ist von 9 bis 16 Uhr gesetzt. Als "Altstadtmarkt - Bio.Regional.Genuss" ist er der Hoffnungsträger für mehr Bewegung und Belebung in der Innenstadt zwischen Epinay-Platz und Altstadt und zwar an jedem Samstag. Er soll den Wegfall des Wochenmarktes, der nur noch auf dem Epinay-Platz stattfindet, kompensieren.

Zwischen Ursulabrunnen und Vortaunusmuseum werden in gegenüberliegenden Reihen zwei Arten von Ständen zu finden sein: Solche, die jeden Samstag dabei sind und Obst und Gemüse, Bier, Wein, Salsa, Feinkost, Käse und Olivenöl anbieten. Sie werden ergänzt durch Wechselstände mit turnusgemäß unterschiedlichen Anbietern. Zur Premiere sind Apfelwein, Bio-Dünger. Holzmöbel und Deko, Naturkosmetik- und Reinigungsmittel, Heilkräuter, Tees und Handgewebtes vorgesehen. Die Lokale Klimainitiative (LOK) wird mit einem Infostand dabei sein.

Alle Stände müssen, so die Richtlinien, regionale Bioqualität anbieten, wobei regional einen Umkreis von 100 Kilometern meint. Ebenso muss auf Nachhaltigkeit bei Produkten und Informationen geachtet werden. Dazu gehört der weitestgehende Verzicht auf Plastik. Neben der Möglichkeit für die Kundschaft eigene Gefäße mitzubringen, "ist Mehrweg an dieser Stelle unser Thema", so Citymanager Marcus Scholl. "Hier wollen wir mit dem neuen Markt Vorreiter sein."

Wichtig sei, so Bürgermeisterin Antje Runge (SPD) bei der Präsentation des neuen Konzepts, dass es ein verlässliches, permanentes Angebot gebe, "mit dem die Menschen rechnen können". Dass dabei der Altstadtmarkt an jeden Samstag stattfindet (Ausnahme sind das Brunnenfest und andere Festivitäten) und nicht nur an zwei Wochenenden im Monat, sei ganz im Sinne der Beschicker, betont der Sprecher der Marktleute auf dem Wochenmarkt am Epinay-Platz, Andreas Gerhard. Für sie gebe es so Planungssicherheit bei Waren und Personal. Im neuen Markt selbst sieht Gerhard keine Konkurrenz zum Markt am Epinay-Platz, sondern eine gute Ergänzung, von der auch Altstadtstraßen wie die Strackgasse mit mehr Frequenz sehr profitieren würde. Dass er froh ist, nicht mehr zurück auf den historischen und damit holprigen Marktplatz zu müssen, verhehlt der Sprecher der Marktleute nicht.

"Am Samstag werden wir Marktstadt", bringt Runge das samstägliche Zwei-Märkte-Konzept auf den Punkt, das mit dem Altstadtmarkt verstärkt zum Bummeln, Verweilen, Bewegung und Begegnung einlade und Nachhaltigkeit erlebbar machen wolle. Stände, die von Vereinen, Schulen oder Initiativen bespielt werden können, gehören ebenso dazu wie neue Sitzgelegenheiten. Holzhocker und Bierbänke werden zur Premiere aufgestellt. Anderes soll später ausprobiert werden, abgestimmt mit dem Programm "Zukunft Innenstadt",

Was den Verkehr rundherum betrifft, so soll perspektivisch die Sperrung der Eppsteiner Straße in das Konzept des Altstadtmarktes einbezogen werden und die Erprobung im Rahmen des Straßen-Umbaus erfolgen.

Konsequente Entscheidung

Für Feyza Morgül, die mit ihrer Frankfurter Agentur Opera Civil am Konzept mitgewirkt und akquiriert hat, beweist Oberursel mit der Entscheidung zu diesem besondern Markt im Vergleich mit anderen Kommunen Mut: "Das so konsequent anzupacken ist einzigartig", so Morgül. Eines funktioniere schon jetzt: Der intensive Austausch unter den Standbetreibern habe bereits vor dem ersten Tag eingesetzt, erste Synergien sind im Visier.

Auf Synergien wird auch bei den Angeboten für Kinder, Familien und weitere Zielgruppen gesetzt. "Wir werden Brücken zur Stadtbücherei und zum Vortaunusmuseum mit Lesungen oder Spielangeboten schlagen und auch Stadtführungen mit Start und Ziel am Altstadtmarkt anbieten", erklärt Steve Schwab, Leiter der Abteilung Stadtgeschichte und Tourismus. Kulturelle Events sollen das Angebot im weiteren abrunden.

Angebot an den Ständen - Noch Platz für Wechsler, Vereine, Initiativen

Folgende Lebensmittelstände sollen an jedem Samstag anzutreffen sein: Queerbeet (Obst und Gemüse), Apfelweinagentur Döringer, Brian's Best (Saucen, Salsa, naturtrübes Bier), Fahrradgrill Micieli & Muzzamil (eigene Wurst), Josefs Biofleisch (Metzger), Feinkost Gümüs (südländische Spezialitäten aus regionalen Produkten), Ziegenhof Waldrode (Käse), Metzler Weine (Bio Winzer), Bottega Italian Slow Food Art (italienisches Ölivenöl aus eigenem Anbau, Sugo).

An kooperativen Ständen bieten diese Marktbeschicker im Wechsel ihre Waren an: Jürgen Ochs (Apfelwein, Apfelsaft, Calvados), Bokashi Pellets Manufaktur Gernhard (Biodünger auf Pellet-Basis), Holzwild Langeneckert (Deko, Möbel, Marmelden, Aufstriche), Unverpacktladen "Die Schütte" (feste Naturkosmetik, Reinigungsmittel, Geschenke, Bücher), Heilkräuter und Tees Herzberger, Handweberei Herbig (Gebrauchstextilien aus Naturgarnen ), Lokale Klimainitiative Oberursel LOK (Infostand zur Klima, Solar u. a.)

Weitere Interessierte für Marktstände können Kontakt mit der städtischen Wirtschaftsförderung aufnehmen, ebenso Künstler, Initiativen oder Vereine. Ansprechpartner ist Citymanager Marcus Scholl, Telefon (0 61 71) 50 22 94 oder E- Mail marcus.scholl@oberursel.de.

Wer sich schon mal orientieren will: Die nebenstehende Grafik zeigt, an welcher Stelle welcher Stand auf dem alten Marktplatz zu finden ist. Das neue Angebot unter dem Namen Altstadtmarkt soll den Platz beleben und auch insgesamt für eine höhere Besucherfrequenz in der Oberurseler Innenstadt sorgen.
Wer sich schon mal orientieren will: Die nebenstehende Grafik zeigt, an welcher Stelle welcher Stand auf dem alten Marktplatz zu finden ist. Das neue Angebot unter dem Namen Altstadtmarkt soll den Platz beleben und auch insgesamt für eine höhere Besucherfrequenz in der Oberurseler Innenstadt sorgen. © Stadt Oberursel

Auch interessant

Kommentare