Im Beisein der Stiftungsvorsitzenden Gisela Magiera (Mitte) und den weiteren Gästen befüllte Landrat Ulrich Krebs (Mitte links) die kupferne Zeitkapsel unter anderem mit einer Urkunde, Hinweisen auf die Stiftung, einigen Cents und aktuellen Zeitungen.
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Im Beisein der Stiftungsvorsitzenden Gisela Magiera (Mitte) und den weiteren Gästen befüllte Landrat Ulrich Krebs (Mitte links) die kupferne Zeitkapsel unter anderem mit einer Urkunde, Hinweisen auf die Stiftung, einigen Cents und aktuellen Zeitungen.

Erweiterungsbau

Schule in Oberursel soll lange Bestand haben

  • vonGabriele Calvo Henning
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Der Grundstein für die Erweiterung der Helen-Keller-Schule ist gelegt. Im Sommer 2022 soll sie fertig sein.

Als Gisela Magiera und Landrat Ulrich Krebs (CDU) gemeinsam zu den Maurerkellen griffen, um die symbolische Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau der Helen-Keller-Schule zu vollziehen, hatten gestern Vormittag die Bauarbeiten an der Förderschule für Kinder und Jugendliche mit körperlichen und motorischen Beeinträchtigungen ihren offiziellen Beginn. Nach Überzeugung der anwesenden Vertreterinnen und Vertreter von Kreis, Stadt, Schule und der Hans-Magiera-Stiftung war dieser Akt in mehrfacher Hinsicht besonders. Für den Kreis betonte der Landrat, dass man als Schulträger mit der Erweiterung der gesetzlich verankerten Wahlmöglichkeit für Eltern, ihr Kind inklusiv oder an einer guten Förderschule unterrichten zu lassen, gerecht werde. An der Helen-Keller-Schule werde für den ganzen Kreis eine wichtige Arbeit geleistet, in Zukunft sei das in einem neuen, zeitgemäßen Gebäude möglich.

Krebs machte dabei sehr deutlich, dass dies ohne das Engagement der in Bad Homburg beheimateten Hans-Magiera-Stiftung so schnell nicht möglich gewesen wäre. Zur Erinnerung: Die Stiftung, die sich seit über 25 Jahren für die Belange von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung einsetzt, unterstützt den Bau mit rund acht Millionen Euro und übernimmt damit den Löwenanteil an den auf 9,3 Millionen Euro taxierten Kosten. Dafür setzt sie fast ihr gesamtes Stifungsvermögen ein. "Die Verbundenheit zum Hochtaunuskreis hat uns die Entscheidung erleichtert, diese große Maßnahme zu finanzieren", erklärte Uwe E. Flach vom Stiftungsvorstand. Dieses Haus solle lange Bestand haben "zum Nutzen der bedürftigen Kinder". Genau das entspreche dem Stiftungszweck, der wiederum auf der Vision des Unternehmers Hans Magiera gründe. Dessen Witwe und StiftungsvorsitzendeGisela Magiera sprach gegenüber dieser Zeitung "von einem bewegenden Moment", auch weil es eine enge Verbindung zur Hellen-Keller-Schule gebe.

Neuer Name erinnert an Hans Magiera

Als Anerkennung für das Engagement der Stiftung hat der Kreisausschuss am Montag beschlossen, "dass die Schule nach ihrer Erweiterung den Namen Hans-Magiera-Schule tragen soll", so Landrat Krebs. Damit wird dem Wunsch Gisela Magieras und ihrer Kollegen aus dem Stiftungsvorstand entsprochen, mit der Namenssänderung an Hans Magiera und das Wirken der Stiftung zu erinnern. Man sei sehr dankbar für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen beim Kreis, hob Stiftungsvorstandsmitglied Clemens Schalast hervor.

Für die Stadt Oberursel betonte Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) die große Freude darüber, dass es an diesem Standort so gut vorangehe. denn, so der Rathauschef: "Eine Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, wie sie mit den Schwächsten umgeht." Gemeinsam mit dem Kreis habe man in Oberursel in den vergangenen Jahren viel geleistet. Das Schulbauprogramm des Kreises bekomme mit dem Erweiterungsbau "einen wichtigen I-Punkt".

Bis zum Sommer 2022 soll der Bau bezugsbereit sein. Nach Plänen des Architekten Olaf Hübner, der schon den viel gelobten Neubau der Hans-Thoma-Schule entworfen hat, werden hier unter anderem zwölf Unterrichtsräume Pflege- und Hygieneräume und Räume für Therapie und Diagnostik entstehen.

Der eingeschossige neue Gebäudeteil wird ganz an den Bedürfnissen der Kinder orientiert und mit einer Mensa, einem Küchenbereich und einem neuen Eingangsbereich ausgestattet sein. Er erhält Anschluss an das bestehende zweigeschossige Gebäude, dessen Verwaltungstrakt erweitert wird.

Für die Schulleiterin Susanne Zobel-Unruh ist die Erweiterung absolut notwendig, denn in dem aus den 1960er-Jahren stammenden Gebäude habe es Mängel an der Bausubstanz gegeben, zudem sei man an die Kapazitätsgrenzen gestoßen. "Wir haben seit fünf Jahren steigende Zahlen", so die Leiterin. Zurzeit werden 93 Kinder betreut. Nach der Erweiterung werden es 120 Kinder sein können. Bei der Planung der neuen Räumlichkeiten sei man von Anfang an involviert gewesen. Sie freue sich sehr darüber, dass Architekt Hübner dieses Projekt als einen Lebensraum für die Schülerschaft begreife. In diesem Sinne dürfen auch die Worte verstanden werden, die Pfarrer Reiner Göpfert bei der Segnung gefunden hat: "Hier werden Menschen gestärkt und erhalten Orientierung.." Dieser Ort sei für sie wie ein Zuhause. alv

Die Bauarbeiten auf dem 3350 Quadratmeter großen Teilareal laufen bereits seit einiger Zeit.

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