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Diese Statue von Carlo Goldoni steht in Florenz. Sein Werk ?Der Diener zweier Herren? ist 2019 in Oberursel zu sehen.

Goldoni zum Jubiläum

In seiner 25. Spielzeit zeigt das Theater im Park den „Diener zweier Herren“

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Der Kultur- und Sportförderverein Oberursel (KSfO) hat sich entschieden: „Der Diener zweier Herren“ ist im Sommer 2019 beim Theater im Park zu sehen. Geplant wird schon – und bald auch geprobt.

Das Theater im Park (TiP) hat Jubiläum: Die Freiluft-Veranstaltungsreihe geht im kommenden Juli und August (siehe kleinen Text) in ihre 25. Spielzeit – allerdings wird „erst“ die 24. Produktion zu erleben sein. Denn im Hessentagsjahr 2011 wurde noch einmal der „Datterich“ aus dem Vorjahr gezeigt.

Für die Jubiläums-Spielzeit hat sich der TiP-Ausschuss des Kultur- und Sportfördervereins Oberursel (KSfO) für den italienischen Dramatiker Carlo Goldoni entschieden: Gezeigt wird „Der Diener zweier Herren“ – ein Stück, das Mitte des 18. Jahrhunderts in Italien uraufgeführt wurde. Im Mittelpunkt steht der Diener Truffaldino, der gleich bei zwei Herren seinen Dienst antritt und sich durch allerlei Notlügen in immer neue Schwierigkeiten bringt. Nach „Mirandolina“ und „Der Lügner“ ist es bereits das dritte Goldoni-Stück beim Theater im Park. „Eine typische Verwechslungskomödie“, sagt Andreas Walther-Schroth.

Walther-Schroth? Ja! Der Mann, der bereits 14 Inszenierungen fürs TiP gemacht hat, soll im Jubiläumsjahr Regie führen, nachdem in diesem Jahr Volker Zill für Cervantes’ „Don Quijote“ verantwortlich gewesen war. „Unsere Idee ist, jetzt jährlich zu wechseln“, sagt KSfO-Geschäftsführer Udo Keidel-George. „Das könnte das Theater im Park beleben.“ Laut TiP-Ausschussvorsitzendem Klaus-Peter Hieronymi habe Zill ohnehin gesagt, nicht zwei Mal hintereinander Regie führen zu wollen.

So ist also Andreas Walther-Schroth nach nur einem Jahr Pause wieder an der Reihe. Er will den „Diener zweier Herren“ selbst bearbeiten. „Jedes Stück ist eine Herausforderung“, sagt er. Goldoni habe Niveau in die Commedia dell’arte reingebracht. „Die Dialoge sind geschliffen“, sagt Walther-Schroth und verspricht: „Es wird auf jeden Fall witzig-spritzig.“ Die Darbietung solle „ein bisschen schräg“ sein, die Kostüme „knallig bunt“, und: „Wir werden sehr körperbetont spielen“, sagt er.

Heißt, salopp gesagt: Die Schauspieler brauchen ordentlich Pep: Acht bis zehn Frauen und Männer brauche er für die Inszenierung, schätzt Walther-Schroth. Für gewöhnlich kommt ein Teil vom Oberurseler „Theater Verein“. Demnächst stehen die Leseproben an, zu denen Interessierte willkommen sind. Die Termine sollen in Kürze bekanntgegeben werden. Danach geht es für den Regisseur ans Schreiben, und von Februar/März an wird intensiv geprobt, Wochenenden inklusive.

Zum sechsten Mal ist die Hochtaunusschule an einer TiP-Produktion beteiligt: Schüler der Fachoberschule „Gestaltung“ entwerfen das Bühnenbild und das Veranstaltungsplakat. Sie sehen sich mit Regisseur und Bühnenbildner am Schauplatz, dem Park der Klinik Hohe Mark, um, bekommen Tipps, worauf sie zu achten haben. Zum Beispiel darauf, dass es zu Beginn der Aufführungen noch hell ist, im weiteren Verlauf aber dunkel wird.

„Toll, was sie sich ausdenken“, zeigt sich Walther-Schroth angetan von der Leistung der Schüler. Und Thomas Bandy, Vorsitzender des „Theater Vereins“, meint: „Man wundert sich manchmal, was für Effekte erzielt werden können.“

KSfO-Geschäftsführer Keidel-George spricht gern vom „Gesamtkunstwerk TiP“, zu dessen Gelingen viele beitragen. Seien es die Oberurseler Vereine, die das Catering übernehmen, oder die Klinik Hohe Mark, die 2010 den Park des Hauses der Gewerkschaftsjugend als Spielort abgelöst hat.

„Bewundernswert, was in 25 Jahren an Kultur geleistet wurde“, lobt Walther-Schroth, und Keidel-George betont: „Trotz aller Einsparungen und Kürzungen ist es dem KSfO gelungen, das Theater im Park auch für die Folgejahre auf finanziell gesunde Füße zu stellen.“

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