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Noch stehen an der Ecke Frankfurter Landstraße/Lenaustraße Autos. In den kommenden Jahren will die Sewo dort Wohnungen bauen lassen.

Ein Vorhaben, fünf Vorschläge

Die Sewo will am Bahnhof Mietwohnungen für neun Euro pro Quadratmeter schaffen

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Fünf Architekturbüros waren aufgefordert, eine Vorplanung für bezahlbare Wohnungen an der Ecke Frankfurter Landstraße/Lenaustraße vorzulegen. Sie sind zurzeit für jedermann einsehbar, Stellungnahmen sind gewünscht.

Derzeit dient das etwa 1350 Quadratmeter große Grundstück an der Frankfurter Landstraße/Ecke Lenaustraße als Ausweichparkplatz für die Firma Braas Lafarge. Doch wo heute noch Autos stehen, sollen bis voraussichtlich 2021 Wohnungen entstehen, die bezahlbar sind.

„Wir haben eine Kaltmiete von neun Euro pro Quadratmeter definiert“, erklärt Kerstin Giger. Sie ist Geschäftsführerin der Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Oberursel (Sewo), der das Grundstück gehört. Die Sewo will die Fläche in ihrem Bestand halten und die Wohnungen vermieten.

Planungsstand derzeit: Fünf Architekturbüros haben Vorplanungsstudien eingereicht, die zurzeit im Rathaus und im Internet für jedermann einsehbar sind (siehe kleinen Text). Die frühe Beteiligung der Bürger erfolgt nicht ohne Grund, werden viele Bauvorhaben in der Stadt doch heftig diskutiert.

Alle fünf Vorschläge sehen, dem Zuschnitt des Grundstücks entsprechend, einen vergleichsweise langgezogenen Bau vor – wobei der in Grautönen gehaltene Entwurf des Büros Jo. Franzke Generalplaner optisch aus drei Baukörpern besteht.

Gewünscht waren drei Vollgeschosse plus Staffelgeschoss. Daran haben sich die Teilnehmer gehalten. Ein Büro hat aber auch eine Alternativplanung mit vier Vollgeschossen eingereicht. Das erscheine aber gleich deutlich massiver, sagt Arnold Richter, Leiter der Oberurseler Stadtentwicklung.

Einige Vorgaben waren zu beachten. Als Beispiel nennt Richter den Denkmalschutz des Bahnhofs. Heißt, vereinfacht ausgedrückt: Das neue Gebäude soll den Bahnhof optisch nicht ausstechen. So nimmt zum Beispiel das Büro Achtergarde + Welzel die beige-graue Farbgebung des Bahnhofsgebäudes auf.

Ebenso zu berücksichtigen ist, dass zur Lenaustraße hin die Fläche des einstigen Bahnwärtergärtchens freibleiben soll. Dort könnte ein Café entstehen. Auch eine Absicherung zur hinter dem Haus verlaufenden S-Bahn-Linie ist vorgegeben, ebenso muss der Lärmschutz beachtet werden. Weshalb alle eingereichten Ideen zur Bahn hin Funktionsräume vorsehen.

Die Zahl der Wohneinheiten reicht in den Entwürfen von 16 bis 25. Dazu kommen Gewerbeflächen, das war gewünscht. Die höchste Zahl an Wohnungen bringt Karl Dudler Architekten ins Spiel, der ebenso wie die Bewerbergemeinschaft Karl Richter Architekten/Jelena Duchrow auf Klinker setzt. „Das wirkt weniger massiv“, sagt Richter.

16 Wohneinheiten hat der Oberurseler Architekt Nasser Djafari geplant. Sein Entwurf fällt vor allem durch Farbe auf. Zur Lenaustraße hin schlägt er Balkone mit gelben, roten und blauen Rahmen vor, Richtung S-Bahn Kunstwerke und Pflanzen an der Fassade.

Wie sieht es mit Parkplätzen aus? Die Bandbreite reicht von 13 bis 36. Spielraum könnte es geben, weil die Oberurseler Stellplatzsatzung zurzeit überarbeitet wird. „Unser Ziel ist, es ohne Tiefgarage zu schaffen“, sagt Giger. Wert gelegt wird auf Abstellplätze für Fahrräder. Bekanntlich treiben Tiefgaragen die Baukosten in die Höhe. Die Spanne der von den Büros genannten Baukosten reicht von 3 bis 4,3 Millionen Euro. Das seien aber nur grobe Kalkulationen, betonen Giger und Richter.

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